Beatsteaks in Reutlingen  DASDING (Foto: DASDING)

Die Beatsteaks in Reutlingen

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Konzertcheck: Die Beatsteaks in Reutlingen

Etwas klein, etwas versifft vielleicht, aber perfekt für die Beatsteaks: Die Zelle in Reutlingen ist brechend voll und die Luft dementsprechend schnell eine große Wolke Schweiß. Beatsteaks-Kumpel Winson liefert ein klasse Warm Up-Programm, dann läuft auch schon die Hauptband von hinten durch die wartende Meute Richtung Bühne und wird mit Jubel und Applaus begrüßt: Ganz klar, der Abend gehört den Beatsteaks. Für Drummer Thomas ist der Abend etwas ganz Besonderes, er selbst ist nahe Reutlingen aufgewachsen und in seiner Jugend oft in der Zelle gewesen. Aber auch für den Rest der Band wird der Abend praktisch zum Heimspiel: Bei ausnahmslos jedem Song wird mitgegröhlt, selbst zu ruhigen Nummern wie dem souligen „She Was Great“. Sänger Arnim lässt die Fans ordentlich schwitzen, fordert sie zum Mitsingen auf, rennt quer durch die Halle. Immer wieder klettert er auf die meterhohen Boxen und lässt sich auch zum Salto in die Menge überreden, die den Frontmann dann auch hilfsbereit zur Bühne zurückträgt. Bei einem Set mit 26 Songs gibt es wirklich keinen Grund zu motzen, Hits wie „Hand In Hand“, „I Don’t Care As Long As You Sing“ und natürlich auch die aktuelle Single „Jane Became Insane“ sind genauso dabei wie der Fünf-Sekunden-Klassiker „Barfrau“ oder die B-Seite „Frieda und die Bomben“, bei der sich Gitarrist Bernd stimmlich völlig verausgabt. Arnims Bemerkung, „der VfB wird morgen Deutscher Meister“, kommt natürlich auch in Reutlingen gut und macht die ohnehin wahnsinnige Stimmung perfekt. Zum abschließenden „Let Me In“ nehmen sich Fans und Band noch mal einen kurzen Moment zum Verschnaufen, setzen sich kollektiv auf den Boden und lassen dann noch mal jegliche Restenergie im hemmungslosen Pogo frei. Ein legendärer Abend: Wer die Zelle nicht klatschnass verlassen hat, war nicht dabei.

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