RAF Camora (Foto: DASDING, Ronny Zimmermann)

RAPNEWS RAF Camora, Jamule & Cro, Ssio und Nimo: Unsere Deutschrap-Highlights der Woche

Neue Woche, neue Rapnews. RAF Camora hat sein neues und damit auch letztes Soloalbum veröffentlicht. Cro und Jamule stellen einen Supermarkt auf den Kopf. Ssio ist einfach Ssio und Nimo findet deutliche Worte für seine Ex.

Raf hat seinen Zenit erreicht...

…und das reicht ihm. Mit seinem frisch erschienenen Album „Zenit“ setzt RAF Camora seiner Solokarriere ein Ende. Abgesehen von seinem typischen, tanzbaren Sound der letzten Jahre, bietet er vor allem seinen langjährigen Hardcore-Fans einiges.

Das Album ist durchzogen von Anspielungen und Zitaten aus seinem Werk. Allen voran das Outro „Sag Ihnen 2“, das direkt an den ersten Teil auf RAFs erstem Album anknüpft und damit den Kreis schließt.

Ich bin gespannt, ob er das mit dem Karriereende wirklich durchzieht. RAF Camora hat zwar wirklich alles erreicht, was es zu erreichen gibt und kann sich sein Haus mit goldenen Platten tapezieren. Doch fast alle haben bislang früher oder später wieder ihr Comeback gefeiert.

Ich denke da an Curse, Beginner oder auch Jay-Z. Auch er wollte 2003 seiner Karriere mit „The Black Album“ ein Ende setzen, als er aus damaliger Sicht seinen Zenit erreicht hatte. Mit einer riesigen Show im Madison Square Garden feierte er seinen Abschied. Nur drei Jahre später folgte das Comeback. Mal sehen, wie RAF seine nächsten Jahre verbringen wird. Dass er weiterhin als Produzent und Manager tätig sein wird, hat er ja bereits verraten. Bislang scheint er auch nichts zu bereuen.

Jamule und Cro schreiben dir „1000 Hits“!

Einen haben sie auf jeden Fall schon. Wie das Video zeigt, sollte man die Beiden besser nicht gemeinsam irgendwo einstellen. Das geht schief. Musikalisch ergänzen sich die Beiden jedoch sehr gut. Richtig schöner Ohrwurm. Aber um gegen Bausa anzukommen, scheint es noch nicht gereicht zu haben…

…vielleicht ja mit einem der nächsten 999. Kopf hoch!

Ssio auf Testo, einem Hund, einem Baby und einem Bären

Wer Ssio auch nur ansatzweise verfolgt hat, wird wissen: Bei ihm ist jedes Video eine Komödie. Sein Kopf auf einem Hund oder einem Babykörper, er auf einem Bären oder ein Stethoskop im Schritt. Bei Ssio gibt es nichts, was es nicht gibt.

Musikalisch knüpft er an seine letzte Single „Hash Hash“ an und bietet weiter morderneren Sound als den Boom Bap-Style, der ihn vor seinen drei Jahren Pause auszeichnete. Ich bin gespannt, ob er das auf dem ganzen Album durchziehen wird. Meinem Eindruck nach wollen die Fans eigentlich wieder hören, dass der Ott-Ticker auf Kopfnicker-Beats schießt. Aber abwarten…

Nimo zeigt, wie man sich bei Trennungen nicht blamiert

Wenn deutsche Rapper einen Song über ihre Ex-Freundin machen und ihn „Karma“ nennen, ist das meist ein schlechtes Zeichen. Denn meist bedeutet das langweiliges und nicht selten frauenfeindliches Rumgepöbel und hohle Phrasen – unangenehm für alle Beteiligten. Nimo aber hat es geschafft, einen wahnsinnig guten Song daraus zu machen.

Auf 4:15 Minuten Spielzeit sorgt er mit seinem Stimmeinsatz und etlichen Flowwechseln dafür, dass hier gar nichts langweilig wird. Auf stumpfes Gepöbel verzichtet er auch. Stattdessen bringt der gebürtige Karlsruher seine Gefühle so überzeugend zum Ausdruck, dass man als Hörer komplett mitfühlt. Kein Wunder also, dass der Song das Wochenende auf Platz 1 der YouTube-Trends verbrachte.

„Karma“ ist die erste Single seines neuen Albums „Nimoriginal“. Auf dem Cover des Albums stellt Nimo das legendäre Foto von 2Pac nach, das wenige Minuten vor seinem Tod von einem Fan geschossen wurde, als dieser neben ihm an der Ampel stand.

NIMORIGINAL kommt am 20.12.19 @385i @universal.urban