Ehrenpflegas: Dark, Fack Ju Göhte und How to sell drugs online (fast) in einer Werbe-Serie für den Pflegeberuf (Foto: dpa)

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Ehrenpflegas: Dark und How to sell drugs online (fast) in EINER Serie

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Mit der Mini-Serie „Ehrenpflegas“ soll die Ausbildung in der Krankenpflege für junge Menschen attraktiver werden. Mit dabei sind unter anderem eine Schauspielerin von „Dark“ und zwei Schauspieler von „How to Sell Drugs Online (Fast)“. Besetzung also schon mal top! Trotzdem findet die Serie nicht jeder gut.

„Alten Menschen den Popo abputzen“ - Das ist vermutlich das erste, was man mit dem Beruf in der Krankenpflege verbindet. Wie macht man den Ausbildungsberuf für junge Menschen also sexy?

SO: Mit der neuen Mini-Serie „Ehrenpflegas“ auf YouTube

Ehrenpflegas: 5 witzige Folgen zeigen Ausbildung zur Krankenpflege

Pflege ist natürlich nicht nur „Alten Menschen den Popo abputzen“. In fünf Folgen „Ehrenpflegas“ wird die Ausbildung in der Pflege auf lustige Weise als sehr abwechslungsreich gezeigt. Begleitet werden Boris, Miray und Potter in ihrer Pflegeausbildung - aber eben nicht als stinklangweilige Doku, sondern im "Fack Ju Göhte"-Style:

Er klingt wie ein Navigationsgerät, das gerade einen gekifft hat.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (kurz: BMFSFJ) hat bewiesen, dass das Klischee der eingestaubten Ministerien nicht ganz stimmt. Ausnahmsweise ist die Kampagne für den Ausbildungsberuf „Krankenpfleger*in“ für uns als junge Zielgruppe gelungen!

Peinlich! „Die Rekruten“ oder auch Werbespots für die Finanzbehörde

Andere Beispiele zeigen, dass es nicht immer so gut läuft, wenn Ämter versuchen junge Leute über Kampagnen-Videos für ihre Ausbildung zu begeistern.

Dieser Clip von der Hamburger Steuerverwaltung kommt wohl eher nicht so gut an!

Über „Die Rekruten“ von der Bundeswehr hat sich ganz Deutschland lustig gemacht:

Was hat das Familienministerium mit „Ehrenpflegas“ besser gemacht?

Ganz einfach! Hier hat niemand laienhaft versucht irgendwas „cool“ darzustellen. Hier wurden einfach die richtigen Leute eingekauft. Die Serie wurde zusammen mit Constantin Entertainment und damit von richtigen Profis entwickelt: Das ist eine Tochterfirma der Constantin Film AG, die unter anderem auch hinter Fack Ju Göhte steckt. Dazu kommen drei junge Schauspieler*innen, die gerade eh gehypt werden: Lisa Vicari kennst du als Martha aus „Dark“ und dann gibt es noch die Zwei aus "How to Sell Drugs Online (Fast)“: Lena Klenke und Danilo Kamperidis.

Update: In einer früheren Version des Artikels haben wir geschrieben, die Serie sei von den Produzenten von Fack Ju Göhte produziert worden. Das haben wir korrigiert.

Man hat der Serie also nicht den Ministeriums-Stempel aufgedrückt, sondern Profis einfach mal machen lassen. Und das wichtigste: Man hat den Beruf in der Pflege nicht cooler, schöner, besser dargestellt, als es ist. Sondern sich über die vielleicht unangenehmen Bereiche (die es in JEDEM Beruf gibt) auch einfach ein bisschen lustig gemacht.

Ehrenpflegas“ kommt bei Pflegekräften nicht gut an

Auch wenn die Serie erst einmal unterhält und dementsprechend Dinge überzogen dargestellt werden, muss man natürlich auch schauen, was sie mit der richtigen Pflegeausbildung zu tun hat.

Neben den fünf Folgen gibt es einen „Reality-Check“, in dem drei junge Leute die Serie kommentieren, die wirklich aktuell eine Ausbildung in der Pflege machen.

Menschen, die schon jahrelang in der Pflege arbeiten, reicht das aber nicht:

#Ehrenpflegas.@BMFSFJ,die Serie ist herabwürdigend u beleidigend.Auch der Check am Ende kann da nichts retten.Für heute bin ich raus.Meine Arbeit ist hart u anspruchsvoll u ich brauche Twitter nicht,um auf diese Weise daran erinnert zu werden,wie wenig Leute das verstehen. #twoff

Von solchen Kommentaren gibt es gerade viele in den Twittertrends. Pflegekräfte fühlen sich missverstanden und diskreditiert. Auch der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe hat sich jetzt offiziell von der Mini-Serie distanziert:

Die Darstellung der Anforderungen an Pflegefachpersonen verletzt Selbstverständnis, Ethos und Pflegefachlichkeit der Berufsgruppe.

Dieser Post von einem User auf Twitter ordnet das vielleicht ganz gut ein:

Schon komisch wie #ehrenpflegas hier zerrissen wird. Ist aber jedem der sich aufregt klar, das er nicht die Zielgruppe und professionelle Pflege nicht die Message ist? Auch mein Geschmack ist es nicht aber die Generation TicToc wird da abgeholt wo sie ist.

Allerdings sieht auch hier der Pflegeverband ein Problem: Zwar verstehen sie, wieso man so eine "bewusst jugendliche Herangehensweise" gewählt habe. Natürlich spreche man damit eher eine Zielgruppe an, die sich eben noch nicht wirklich für den Beruf interessiert. Aber das könne eben keine Rechtfertigung sein, alle anderen, die schon in dem Beruf arbeiten, zu verprellen.

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