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Blut und Kot wegschrubben: Patricks Alltag als Tatortreiniger

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Geronnenes Blut, Maden, Körperfett - Patrick aus Denzlingen ist Tatortreiniger. Er beseitigt die Spuren menschlicher Überreste, aber das geht oft nicht spurlos an ihm vorbei.

Geronnenes Blut, Maden, Körperfett - Patrick aus Denzlingen ist Tatortreiniger. Er beseitigt die Spuren menschlicher Überreste, aber das geht oft nicht spurlos an ihm vorbei.

Eine Wohnung in der Nähe von Freiburg. Auf den Fliesen im Badezimmer klebt gelbes Körperfett und zähes, geronnenes Blut. Maden haben an den Wänden bereits Fäden gesponnen. Es riecht nach Verwesung, ein süßlicher Geruch sticht in die Nase. Drei Wochen lag die Person tot in ihrer Wohnung. Zuerst kam die Polizei, dann der Bestatter, der die Leiche mitgenommen hat. Danach beginnt für Patrick das Schrubben - von Hand. Seine Freundin Julia steht ihm zur Seite und kratzt die Fugen frei. Es ist ein ungewöhnlicher Arbeitsplatz. Für Außenstehende wirkt es verstörend.

Schutzausrüstung: Must-have für Tatortreiniger

Wie bei allen Leichenfundorten geht nichts ohne Schutzausrüstung. Gerade jetzt in der Corona-Zeit müssen sich Patrick und seine Freundin Julia noch mehr vor Krankheitserregern wie zum Beispiel Viren schützen. Die beiden Tatortreiniger schlüpfen bei jedem Einsatz in einen Overall und Gummistiefel. Handschuhe und eine Atemmaske kommen noch dazu. Genauso wichtig ist die Ausrüstung. Könnte der Nasssauger, mit dem Patrick Körperflüssigkeiten wegmacht, Geschichten erzählen, sie wären tragisch, sagt der 33-Jährige.

Mit einem Nasssauger entfernt Patrick Erhardt die menschlichen Überreste. (Foto: DASDING)
Mit einem Nasssauger entfernt Patrick Erhardt die menschlichen Überreste.

Mir tun die Personen eigentlich immer Leid. Nicht grundlos liegt man unbemerkt über Wochen, Monate in einer Wohnung. Es sind immer traurige Hintergründe - auch Messiwohnungen. Es muss ja was passiert sein, dass man im Müll lebt oder Sachen hortet. Das ist ja nicht normal. Also für uns nicht normal.

Vom Gebäudereiniger zum Tatortreiniger

Eigentlich ist Patrick gelernter Gebäudereiniger. Seit mehreren Jahren arbeitet er in der Firma seines Vaters mit. 2015 kam er per Zufall zur Tatortreinigung. Geplant war eine Wohnungsentrümpelung, doch in der Wohnung war zuvor ein Mann gestorben. Acht Wochen lang lag er unentdeckt auf der Couch. Patrick musste einige Hautfetzen wegschaben. Das war eine neue Erfahrung für ihn. In Ohnmacht gefallen ist er aber nicht. Die Gerüche oder auch die harte Arbeit auf den Knien machen ihm nichts aus. Nahe geht ihm jedoch, dass einige Menschen einsam sterben und es wochenlang niemand bemerkt.

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