Paul bekämpft seine Sucht nach sogenannten Benzos (Foto: SWR)

Vor Ort

Raus aus der Sucht nach Benzos

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Paul kam zum ersten Mal mit 17 in Berührung mit Benzos, heute kämpft er gegen seine Sucht an. Sogenannte „Downer-Drogen“ scheinen bei Jugendlichen in der Westpfalz gerade „in“ zu sein. Welche Gründe es dafür geben könnte und was diese Sucht so gefährlich macht, hat Reporterin Janina recherchiert.

*Paul heißt eigentlich gar nicht Paul. Seine Name wurde zu seinem eigenen Schutz geändert.

Benzos - das ist die Abkürzung für Benzodiazepinen, also Beruhigungs-, Schlaf- oder Schmerzmittel, die bei Angstzuständen und Psychosen verschrieben werden. Diese Medikamente nehmen auch in der Westpfalz immer mehr junge Leute, auch ohne gesundheitlichen Grund.

Die Kriminalinspektion in Lautern hat mir gesagt, dass sie bei Durchsuchungen immer öfter Benzos und sogenannte Downer feststellen würde.

Genaue Zahlen gibt es dazu nicht. Das Darknet könnte bei der Beschaffung der Medikamente eventuell eine größere Rolle spielen, weil auch junge Leute sie sich dadurch leichter besorgen könnten.

Besonderes Problem dabei: „Downer-Drogen“ sind unauffällig und könnten auf den ersten Blick auch als Kopfschmerztablette durchgehen. Das macht sie umso gefährlicher, denn die Tabletten machen schnell abhängig.

Warum nehmen junge Menschen Benzos?

Warum der Konsum gestiegen ist, ist nicht ganz klar. Bei ihrer Recherche hat Janina auch mit der Suchtberatung "Release" in Kaiserslautern gesprochen. Der Suchtberater vermutet, dass Rapvideos zu einem größeren Interesse führen könnten, weil der Konsum in Videos oder Songtexten teilweise verherrlicht werde.

Manche glauben, dass auch die Corona-Pandemie für einen höheren Konsum gesorgt haben könnte.

Paul ist süchtig nach den Medikamenten - und will gegen die Sucht kämpfen

Paul hat zum ersten Mal mit 17 Benzos genommen. Er sagt, er habe sich durch den Konsum gefühlt wie „in Watte gepackt“ - genau der Grund, warum Benzos so gefährlich sind. Betroffene werden schnell süchtig nach diesem Zustand, greifen immer wieder zu den Medikamenten und nehmen mehr und mehr. Im schlimmsten Fall kann das zum Tod führen.

Natürlich weiß man irgendwie, Drogen sind gefährlich und man kann daran sterben (…), aber mich betrifft’s ja nicht. Und geändert hat es sich jetzt, dass ich erkannt habe, dass es eben doch persönlich werden kann.

Eine Person, die Paul nahestand und die ebenfalls regelmäßig Benzos überdosiert hat, ist gestorben. Das hat in Paul etwas verändert: Er hat beschlossen, eine Therapie zu machen und gegen seine Sucht zu kämpfen.

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