vor Ort Karlsruhe Vier Ex-Studis züchten Mehlwürmer für die Zukunft

Vier Ex-Studis aus Karlsruhe haben eine Methode entwickelt, um die Zucht von Mehlwürmern effektiver zu machen. Sie sehen Insekten als Nahrung der Zukunft.

Vier Ex-Studis aus Karlsruhe haben eine Methode entwickelt, um die Zucht von Mehlwürmer effektiver zu machen. Sie sehen Insekten als Nahrung der Zukunft. Aktuell warten sie auf ihr Patent.

Mir persönlich schmecken Mehlwürmer. Der Natur-Geschmack ist leicht nussig. Man schmeckt eigentlich nur die Gewürze, die man dazu gegeben hat, und vielleicht noch das Gemüse.

Marcel, Cepri-Insects

Leo, Marcel, Lucas und Chantal (23-26 Jahre alt) haben in Karlsruhe das Start-up "Cepri-Insects" gegründet und züchten Mehlwürmer als Lebensmittel. Mehlwürmer sind die Larven des Mehlkäfers, eigentlich ein Vorratsschädling.

Schon während ihres Masters (unter anderem in Bio und Maschinenbau) haben sie die Tiere gezüchtet. Inzwischen arbeiten sie am Max-Rubner Institut in Karlsruhe.

Ziel: bis zu 60 Tonnen Insekten pro Jahr

Zwischen 150.000-130.000 Mehlwürmer winden sich aktuell in ihren Zuchtkisten. Das Start-up hat eine Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie die Zucht effektiver machen wollen: Eine Maschine soll erkennen, welche Käfer am meisten Eier legen und welche nicht, oder welche besonders resistent gegen Krankheiten sind.

Danach wollen sie speziell mit diesen Käfern weiter züchten. So wollen die vier Jungunternehmer bis zu 60 Tonnen Insekten im Jahr züchten. Für ihre Erfindung warten sie aktuell auf das Patent.

Insekten könnten Fleisch ersetzen

Aus Sicht von Marcel und seinen Kollegen könnten Insekten in Zukunft Fleisch ersetzen und die steigende Weltbevölkerung satt machen. Experten rechnen damit, dass bis zum Jahr 2050 etwa 10 Milliarden Menschen auf der Welt leben. Mit der herkömmlichen Landwirtschaft könne man diese Menschen nicht mehr ernähren, so Marcel.

Insekten seien eine Alternative: Sie sind laut Marcel ressourceneffizient, für den Menschen gut verwertbar und aus Umweltperspektive besser als die herkömmliche Viehzucht.

Das Ziel ist, ein Endprodukt zu machen, bei dem die Insekten gar nicht mehr sichtbar sind. In der Zukunft werde ich z.B. Nudeln oder ein Burger-Patty haben, in dem Insekten drin sind - aber ich kann's nicht mehr sehen.

Marcel, Cepri-Insects