vor Ort Karlsruhe Karlsruher Studierende protestieren gegen Wohnungsnot

3.000 Anfragen standen zum Wintersemester 800 freie Wohnheimplätze gegenüber. Aus Protest gegen den Wohnungsmangel haben 50 Studierende ihre Zelte auf dem KIT-Campus aufgeschlagen.

3.000 Anfragen standen zum Wintersemester 800 freie Wohnheimplätze gegenüber. Aus Protest gegen den Wohnungsmangel haben 50 Studierende ihre Zelte auf dem KIT-Campus aufgeschlagen.

5.000 neue Studierende haben allein am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) im diesjährigen Wintersemester in Karlsruhe mit ihrem Studium angefangen. Zusammen mit den anderen Hochschulen sind es noch mehr. Viele davon mussten sich eine Bleibe hier suchen - einige suchen immer noch.

Ich hab über 70 Wohnungen angeschrieben, hatte fünf bis sieben Rückmeldungen und eine Wohnungsbesichtigung - und das war dann eine Absage.

Julian, 18 Jahre alt, Mathematikstudent

600 Studierende stehen immer noch auf der Warteliste des Studierendenwerkes Karlsruhe. Manche von ihnen dürften pendeln oder vorübergehend in einer WG untergekommen sein, mit der sie nicht zufrieden sind.

Die Linke Hochschulgruppe fordert mehr Wohnheimplätze und Sozialwohnungen

Wir finden, Wohnraum sollte für alle Menschen da sein und es kann nicht sein, dass Wohnraum so knapp ist. Mit diesem Camp schaffen wir es, Aufmerksamkeit zu erregen hier auf dem Campus und hoffentlich auch darüber hinaus.

Frieda, 22 Jahre alt, Die Linke Hochschulgruppe

Organisiert hat das Protestcamp Die Linke Hochschulgruppe. Sie fordert von der Politik mehr Wohnheimplätze und mehr Sozialwohnungen. Sie sehen neben privaten Eigentümern auch die Kommunen in der Pflicht. Die tragen ihrer Ansicht nach zum Wohnraummangel bei, indem sie Grundstücke an Investoren verkaufen, anstatt sie für den Ausbau des sozialen Wohnungsraumes zu nutzen.

Noch bis Freitag wollen die Studierenden auf dem Campus ausharren

Noch bis kommenden Freitag wollen die Studierenden Tag und Nacht auf der Wiese hinter dem alten Stadion beim AKK ausharren. Sie hoffen, mit ihrem Protest ein Zeichen zu setzen und die Bedeutung der Wohnungsnot klar zu machen.