Bouldern in der Boulderwelt in Karlsruhe  (Foto: SWR, Susann Bühler )

Vor Ort

Wo geht bouldern in Karlsruhe am besten?

Stand

Der Trend für den Bouldersport reißt nicht ab. Dass das auch in Karlsruhe so ist, merkt man spätestens, wenn nach einer Halle sucht: in ganzen fünf Hallen kann man hier bouldern.

Griff für Griff, Tritt für Tritt geht es an der Wand hoch. Was früher in der Schule die Kletterwand war, ist heute die Boulderhalle. Klettern ohne Sicherung auf Absprunghöhe macht einfach mega Bock. Der Einstieg in den Sport geht ganz ohne Vorwissen, nach wenigen Minuten sind die ersten Routen erklettert. Nach oben hin ist die Schwierigkeit der Challenges aber völlig offen.

Damit ihr nicht den Überblick in Karlsruhe verliert, haben wir alle Halle ausgecheckt. Dafür haben wir uns einige Aspekte rausgesucht: der Standort der Halle (wie gut ist sie mit den Öffis aus der Innenstadt und mit dem Auto zu erreichen), der Preis, die Einsteigerfreundlichkeit (wie viele leichte Routen gibt es), das Umschraubintervall (wie oft gibt es neue Routen) und Besonderheiten der Halle.

Die fünf Hallen in Karlsruhe:

The Rock Boulderhalle

In Durlach, ein bisschen außerhalb unweit der Autobahn, ist die Boulderhalle The Rock. Mit dem Auto also sehr gut zu erreichen mit vielen Parkplätzen, dauert es mit den Öffis wirklich und auch dann ist noch knapp ein Kilometer zu Fuß zu bewältigen. Beim Preis ist die Halle moderat mit 11 € bzw. 9 € für Studis und Schüler*innen. Bis 15 Uhr gibts noch 1,50 € Rabatt. Als reine Boulderhalle gibt es hier eine Menge Routen zu erklimmen und auch genügend für Neueinsteiger in den Sport. Einmal pro Woche gibt es Routennachschub, innerhalb von acht Wochen wird die Halle komplett umgeschraubt. Als einzige Boulderhalle in Karlsruhe gibt es hier einen Außenbereich, der im Sommer echt Bock macht! Insgesamt wohl der schnörkellose Klassiker unter den Karlsruher Boulderhallen, bei dem man nichts falsch macht.

Die Boulderhalle The Rock in Karlsruhe Durlach (Foto: The Rock Karlsruhe)

The Rock Kletterhalle

Vom gleichen Anbieter gibt es am anderen Stadtende eine Kletterhalle mit kleinem Boulderareal. Da das nicht ganz vergleichbar mit einer reinen Boulderhalle ist, kostet es hier auch nur 6,50 € zu bouldern. Dafür gibt es aber auch deutlich weniger Routen. Die Erreichbarkeit ist etwas besser als in Durlach, aber auch hier müssen noch ein paar Meter zu Fuß gegangen werden, wenn man nicht mit dem Auto unterwegs ist. Umgeschraubt wird hier unregelmäßig, nach einem Besuch ist man wahrscheinlich erstmal durch. Zum Schnuppern ist das Angebot trotzdem gut, so günstig bouldert man nirgendwo in Karlsruhe. Außerdem kann man sich hier auch am Klettern in die Höhe probieren, denn das sogenannte "Toppas" ist im Preis inbegriffen. Das ist ein Selbstsicherungssystem, das den Fall sofort abbremst.

Boulderhalle Steil

Nicht weit entfernt ist die Boulderhalle Steil - die Erreichbarkeit ist also ähnlich, ebenso gibt es auch hier viele, kostenlose Parkplätze. Preislich ist man im Steil mit 10 € bzw. 8,50 € für Studis dabei. In drei wirklich großen Boulderarealen auf zwei Stockwerken bleibt hier kein Muskel verschont. Ein Bereich ist ein Familienbereich, wo auch niedrigere Strecken für Kinder und kleine Menschen zu finden sind. Die Auswahl an Bouldern ist wirklich riesig, dass dann auch noch zwei Mal pro Woche umgeschraubt wird und damit die ganze Halle in fünf Wochen umgeschraubt ist, lässt den Sport hier nicht langweilig werden. Gerade für Leute, die langfristig den Sport machen wollen, ist diese Halle ein Paradies. In der Tendenz sind die Boulder hier aber ziemlich herausfordernd geschraubt und eines der drei Areale geht ziemlich weit in die Höhe - das kann abschrecken, wenn man noch nie vorher bouldern war.

Bunte Griffe an einer Holzwand in der Boulderhalle Steil (Foto: Julius Westphal)
In der Boulderhalle Steil gibt es Griffe in allen Farben und Formen, auch sehr außergewöhnliche.

DAV Kletter- und Boulderzentrum

Mit der Halle des Deutschen Alpenvereins gibt es eine zweite Halle in Karlsruhe, die Klettern und Bouldern anbieten. Das heißt auch hier ist der Boulderbereich nicht so groß wie in den reinen Boulderhallen, dennoch ist sie groß genug und wird oft genug umgeschraubt, damit sie auch längerfristig Spaß machen kann. Ein Mal pro Woche ist Schraubtag, in sechs Wochen ist die Halle rundum mit neuen Routen ausgestattet. Die große Besonderheit an der Halle ist, dass sie von einem Verein geführt wird und das merkt man an vielen Stellen: es gibt Boulderkurse, in denen man auch als kompletter Neuling dem Sport näher kommen kann, und Gruppen treffen sich zum gemeinsamen Bouldern, darunter auch eine inklusive Paraclimbing Gruppe, bei der Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam bouldern und klettern. Der Gruppenspirit ist schnell zu spüren, als Vereinsmitglied kann man hier sicher auch gut Leute kennenlernen. Die Halle ist sowohl mit Auto, als auch mit Öffis super zu erreichen - drei Bahnlinien fahren in die Richtung und von der Haltestelle sind es auch nur noch wenige hundert Meter zu Fuß. Sehr kompliziert ist dafür die Preisgestaltung: es gibt einen Normalpreis (12,50 € oder 8,50 € für Studis), unter der Woche Morgens und Spätabends ist Happy Hour (7 € / 5 €) und für Vereinsmitglieder gelten noch einmal andere, günstigere Preise.

So beeindruckend sieht Paraclimbing mit nur einem Arm aus:

Boulderwelt Karlsruhe

Die Boulderwelt ist der Newcomer unter den Boulderhallen. Mit der Lage direkt in der Innenstadt ist die Erreichbarkeit hier genau umgekehrt zu den anderen Hallen. Wer mit dem Auto kommt, kann in die Parkhäuser in der Innenstadt, die sind aber natürlich kostenpflichtig. Dafür ist die Erreichbarkeit mit den Öffis und natürlich auch zu Fuß in der Innenstadt unschlagbar. Die Lage mitten in der Stadt schlägt sich auch im Preis nieder: Mit 13,90 € bzw. 12,90 € für Schüler*innen und Studis ist die Halle die mit Abstand teuerste. Unter der Woche bis 16 Uhr kann sie mit einem Rabatt von 3 € aber doch noch mit den anderen mithalten. Der Einstieg wird einem hier besonders einfach gemacht, mit Erklärungen an den ganz einfachen Routen. Außerdem sind hier die Wände nicht ganz so hoch, Abspringen ist überall gut möglich und für kleine Menschen gibt es extra markierte Boulder. Die niedrigeren Wände werden auch kreativ dafür genutzt immer wieder auch seitwärts geführte Strecken zu verbauen. Generell sind die Strecken sehr kreativ und bildlich geschraubt, zu Weihnachten gab es da etwa einen Weihnachtsbaum aus grünen Griffen. Umgeschraubt wird in der Boulderwelt ganze drei Mal pro Woche, nach sechs Wochen ist die ganze Halle umgeschraubt.

Bouldern in der Boulderwelt in Karlsruhe  (Foto: SWR, Susann Bühler )

Fazit

Alle Boulderhallen in Karlsruhe haben ihre eigenen Besonderheiten und somit auch jeweils ihre eigene Daseinsberechtigung. Die Standortfrage ist natürlich oft individuell zum eigenen Wohnort zu beantworten und kann so das entscheidende Kriterium für die Wahl der Boulderhalle sein. Boulderenthusiasten, die viel und oft bouldern wollen, sind sicherlich in den drei reinen Boulderhallen am besten aufgehoben. Wer gerne Leute kennenlernen will und das Vereinsleben mag, ist bei der DAV-Halle richtig. Wer noch gar nicht weiß, ob Klettern oder Bouldern das richtige ist oder einfach nur einmal ohne viel Geld den Sport ausprobieren will, darf sich in die The Rock Kletterhalle wagen.

Karlsruhe

Klettern ohne Sicherung Karlsruhe: Boulderhallen im Selbsttest

Vor allem unter jungen Erwachsenen ist Bouldern ein großer Trend. In Karlsruhe gibt es mittlerweile fünf Hallen zum Klettern ohne Sicherung.

SWR4 BW aus dem Studio Karlsruhe SWR4 BW aus dem Studio Karlsruhe

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AUTOR/IN
DASDING

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