vor Ort Koblenz Vom Schüler zum Firmenchef in einem Jahr

Daniel hat 2017 Abi gemacht, jetzt ist er mit seiner App krass erfolgreich! Mit zwei Mitschülern hat er vor einem Jahr das Start-Up Sdui gegründet.

Daniel hat 2017 Abi gemacht, jetzt ist er mit seiner App krass erfolgreich. Mit zwei Mitschülern hat er vor einem Jahr das Start-Up "Sdui" gegründet. Eine gute Entscheidung: Zehntausende Schüler nutzen die App jeden Tag.

Die Idee zur ihrer App hatten Daniel, Jan und Timo als mal wieder die ersten beiden Unterrichtsstunden ausfielen und sie erst in der Schule davon erfahren haben. "Es müsste eine App geben, in der wir sowas mitgeteilt bekommen", dachten sie damals. Drei Monate später war der erste Prototyp von "Sdui" fertig.

Ehrgeizige Ziele und Plastikpistolen im Büro

Die Schul-App mit Stundenplan, Schul-News und Messenger kommt bei vielen Schulen so gut an, dass Geschäftsführer Daniel und seine 17 Mitarbeiter mittlerweile gut davon leben können. Mehr als 100 Schulen haben die Sdui-Lizenz schon gekauft, rund 80.000 Schüler, Lehrer und Eltern nutzen die App täglich, um sich auszutauschen. "Sdui" gehörte 2018 zu den 100 beliebtesten Apps im Bildungsbereich.

Doch das reicht Daniel noch lange nicht. Sein Ziel ist es, "Sdui" in diesem Jahr in die Top 3 der deutschen Bildungs-Apps zu bringen und die App auch an Unternehmen und Krankenhäuser zu verkaufen. Dafür arbeitet er mit seinem Team oft 16 Stunden am Tag. Zeit für Hobbys oder Partys bleibt da nicht mehr viel, das nimmt Daniel aber gerne in Kauf: "Ich bin zum Glück noch nie viel feiern gegangen."

Chef sein ist nicht einfach

Chef sein ist für den 20-Jährigen allerdings gar nicht so einfach: "Ich hatte ja selbst nie einen Chef, mir fehlt also das Vorbild. Deshalb mache ich mir schon viele Gedanken, wie ich als Chef sein will." Dabei kommt es auch immer wieder zu schwierigen Situationen.

Als er zum Beispiel das erste Mal einen Mitarbeiter entlassen musste, erzählt er, kam er an seine Grenzen: "Das war richtig krass für mich. Ich wusste echt nicht, wie ich das sagen soll. Aber da muss man eben durch. Ich mache sicher immer wieder Fehler, ich versuche aber daraus zu lernen."

"Wir lieben, was wir tun"

Dass er mit der App scheitern könnte, das glaubt Daniel nicht mehr: "Es gibt immer Zweifel, aber wir sind im ersten Jahr sehr gut gestartet. Unser Produkt kommt bei den Schulen an, deshalb denke ich, dass wir es schaffen werden."

Den Traum, "Sdui" für viel Geld schnell wieder zu verkaufen, den hat Daniel schon lange nicht mehr: "Das war nur am Anfang so. Mittlerweile haben wir gelernt, dass wir richtig lieben, was wir tun. Es fühlt sich nicht wie Arbeit an. Ich kann mir nicht vorstellen, das hier in den nächsten Jahren aufzugeben."