Handy mit Schloss zu und auf (Foto: DASDING, imago)

Lifestyle Datensicherheit Das wurde bisher gegen die Sicherheitslücke gemacht

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Seit gestern gibt es Panik um eine neu entdeckte Sicherheitslücke bei Computern und Smartphones. Wir haben für euch gecheckt, wer denn nun davon betroffen ist und wie wild die Schwachstelle tatsächlich ist.

Es geht vermutlich um den schwersten Prozessorenfehler, der je gefunden wurde – sagt zumindest Daniel Gruss von der Technischen Universität in Graz. Er hat – zusammen mit anderen Forschern und Experten des Google Project Zero – die Sicherheitslücke überhaupt erst entdeckt.

Wir können leichter gehackt werden

Konkret geht es um Prozessoren-Chips von Computern und Smartphones. Die haben eigentlich eine ganz nützliche Funktion. Denn: Die Chips rechnen auch dann weiter, wenn wir unsere Geräte eigentlich gerade gar nicht benutzen. Das hat den Sinn, dass wenn wir unser Gerät dann wieder benutzen, es dann schneller das tut, was wir von ihm wollen.

Das Problem daran ist aber, dass unser Gerät in genau dieser Zeit besonders leicht von Hackern angegriffen werden kann – und unsere Daten dann nicht mehr so gut geschützt sind.

Wer ist alles betroffen?

Darüber, wer denn nun alles von dieser Sicherheitslücke betroffen ist, streiten sich momentan noch verschiedene Hersteller. Da der Grund dafür aber die Bauweise der Prozessoren ist, könnten potentiell alle Computer und Smartphones auf der ganzen Welt betroffen sein.

Prozessor von Intel (Foto: DASDING, picture-alliance/ dpa)
Das sind die kleinen Übeltäter – die Prozessoren der Geräte. picture-alliance/ dpa

Einer der Fehler betrifft scheinbar nur Chips des Branchenführers Intel, ein anderer aber auch Mikroprozessoren von AMD und des Chip-Entwicklers ARM. Damit sind nicht nur Geräte von Windows betroffen, sondern auch die von Linux und Apple. Passiert sei aber noch nichts.

Jetzt müssen neue Updates her

Um die Sicherheitslücken nun aber auch wieder zu schließen, müssen Updates her. Für einen Großteil der Prozessoren von Intel, die in den vergangenen fünf Jahren ausgeliefert wurden, seien inzwischen Updates veröffentlicht worden. Und auch Google hat bekannt gegeben, schon ein entsprechendes Update getestet zu haben – auch das soll im Laufe der nächsten Woche kommen.

Mit den jüngsten Versionen der Betriebssysteme von Apple sei die Gefahr schon „abgemildert worden“, teilte Apple mit. In den kommenden Tagen sollen auch Maßnahmen für den Webbrowser Safari veröffentlicht werden.

Wird unser Gerät durch das Update langsamer?

Obwohl das Update eigentlich genau das ist, was die Sicherheitslücke schließen soll, haben einige Nutzer Angst vor einem weiteren Problem – nämlich, dass das Gerät dadurch langsamer wird.

Intel widerspricht dem. Auch Microsoft, Apple und Google hätten bestätigt, dass die eingespielten Updates für die überwiegende Mehrzahl der Nutzer und Kunden kaum oder gar nicht bemerkbar seien dürften, betonte Intel. Die Technologiereporterin der Webseite axios.com, Ina Fried, glaubt ebenso wenig daran, dass wir um die Schnelligkeit unserer Computer und Smartphones bangen müssen.

Letztendlich hilft nur eines: abwarten und jedes Update mitmachen, das nun nach und nach kommen wird, um die Lücken zu schließen. Oder eben wieder auf ein ganz altes Handy ohne Internetzugang umsteigen – die sind nämlich nicht betroffen. :wink:

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