Paar am Strand (Foto: Unsplash/ joyce huis)

Lifestyle Apps Haben wir bald keinen Sex mehr ohne diese Sicherheits-Apps?

Stell dir vor, du musst vor dem Sex deinem One-Night-Stand eine Anfrage mit dem Handy schicken. Solche Einverständniserklärungen sind vielleicht bald nötig. Jetzt gibt's sogar schon Apps für den Sex-Vertrag.

Im Zuge der #MeToo-Debatte sind viele Frauen weltweit mit sexuellen Vorwürfen an die Öffentlichkeit gegangen. Fast drei Viertel der Frauen in Deutschland - nämlich knapp 73 Prozent - geben an, schon einmal sexuell belästigt worden zu sein. Oft ist es allerdings sehr schwer so einen Übergriff nachzuweisen. Vor allem, wenn das Vergehen schon einige Jahre her ist.

Kein Sex mehr ohne Einverständniserklärung

Der Umgang mit solchen Sexualdelikten wird deshalb viel diskutiert. Schweden hat dieses Jahr sogar schon ein neues Gesetz erlassen: Hier muss in Zukunft immer eine eindeutige Zustimmung erfolgen, dass beide Partner auch wirklich mit dem Sex einverstanden sind. Auch anderer Länder denken mittlerweile über solche Gesetze nach.

Sind diese Apps das neue "safer Sex"?

Wie soll aber nachgewiesen werden, dass der andere eindeutig "JA" zum Sex gesagt hat? Ist man nur sicher, wenn man jedes Mal vor dem Sex einen Vertrag aufsetzt? Ganz so absurd ist der Gedanke nicht. Die ersten Apps wurden schon entwickelt, um das Einverständnis des Partners festzuhalten.

App "LegalFlip"

Die erste App wurde in den Niederlanden entwickelt. Sie heißt LegalFling. Den Entwicklern ist es wichtig, dass Sex nicht nur Spaß machen soll, sondern auch für alle Sexualpartner sicher sein muss. In der App kann man seine persönlichen Vorlieben einstellen und ausschließen, was gar nicht geht. Dann kann man ganz einfach eine Sex-Anfrage verschicken. Wenn der Partner die Anfrage angenommen hat, wurde ein Vertrag geschlossen, der laut Entwickler rechtlich bindend wäre.

So sieht LegalFling aus

legal Fling (Foto: legafling.io)
legafling.io

App "Iwilll"

Die schwedische App Iwillll funktioniert so ähnlich. Hier kann die Zustimmung aber unterschiedlich dokumentiert werden. Zum Beispiel mit einem Video oder einer Sprachmemo, auf denen alle Sexualpartner zustimmen. Alternativ können alle Partner auf dem Smartphone unterschreiben.

So sieht Iwilll aus

Iwilll App Sex (Foto: iwilllapp.com)
iwilllapp.com

Bei den Apps geht es vor allem darum, dass dir niemand vorwerfen kann, du hättest sexuelle Dinge gegen sein Einverständnis getan. Dagegen wäre man dann rechtlich abgesichert.

Falls es auch in Deutschland zu strengeren Gesetzen wie in Schweden kommen sollte, wären auch SaSie und We-Consent zwei weitere Apps, mit denen man sich absichern könnte.

So oder so ist es natürlich wichtig, dass Beide mit dem Sex oder anderen Annäherungen einverstanden sind. Das steht außer Frage. Aber ist das die Lösung um Vergewaltigungen und Co. entgegen zu wirken?

Ist das der Sex der Zukunft?

Natürlich kommt dann die Frage auf, wie Sex 2018 überhaupt noch ablaufen kann. Das Bohemian Browser Ballett hatte dazu schon ein sehr lustiges Video veröffentlicht! 😂

Kritik an Zustimmungs-Apps

Natürlich ist das ganze Thema umstritten. Abgesehen davon, dass es umständlich ist, jedes Mal erst alles per App zu klären, geht auch ganz viel Romantik flöten. Außerdem bemängeln Kritiker, dass die Apps nicht sicherstellen, dass alle Partner ihre Zustimmung freiwillig geben. Man könnte ja auch einfach das Handy des anderen klauen und die Anfrage akzeptieren. Dann könnte ein Sexualverbrecher "beweisen", dass sein Opfer zugestimmt hat, obwohl das eben nicht passiert ist oder unter Druck oder alkoholischem Einfluss.