20 Euro für Zigaretten? Dann lieber ganz verbieten! (Foto: DASDING)

Lifestyle Meinung Zigaretten für 20 Euro? Dann lieber ganz verbieten!

Einen Zigarettenpreis von 20 Euro - das will der Gesundheits-Staatssekretär in den Niederlanden. Auch Deutschland, Frankreich und Co. sollten dann mitziehen, so die Forderung. Ganz ehrlich: dann kann man es doch gleich ganz verbieten!

Alleine in Deutschland sterben jährlich um die 120 Tausend Menschen an den Folgen des Rauchens (Tabakatlas 2015). Das ist eine erschreckende Zahl!

In den Niederlanden fordert Blockhuis - der Staatssekretär für Gesundheit - jetzt drastische Maßnahmen. Er will, dass Zigarettenpackungen in Zukunft ruhig 20 Euro kosten sollten (Trouw). Das wäre drei Mal so teuer wie bislang. Außerdem sagte er, dass solch eine Umstellung natürlich nicht von jetzt auf gleich gehen würde und Länder wie Deutschland oder Frankreich mitziehen müssten (Deutschlandfunk Nova).

Warum Zigaretten nicht direkt ganz verbieten?

Ich finde, es ist eine alberne Forderung! Wenn doch Zigaretten SO gefährlich sind, dass Maßnahmen ergriffen werden, um die Bevölkerung davor zu schützen, wieso verbieten sie Tabak dann nicht einfach ganz?! (Gleiches gilt übrigens für Alkohol!)
Ich meine 20 Euro für eine Zigarettenpackung zu fordern, nur damit es sich weniger Menschen leisten können, ist ganz einfach Diskriminierung! Nur wenn ich reich bin, darf ich mir den Luxus leisten und meine Lunge zerstören.

20 Euro für Zigaretten - "Ich würde weniger rauchen!"

Ein so hoher Zigarettenpreis würde natürlich bei einigen funktionieren! Ich persönlich würde vermutlich viel weniger rauchen, weil ich drei Mal überlege, ob ich jetzt wirklich so viel Geld dafür ausgeben möchte und auch kann. Vielleicht würde ich auch ganz aufhören. Natürlich hätte Blockhuis dann damit das Ziel erreicht, was er mit seiner Forderung von höheren Preisen verfolgt.
Aber ein "richtiger" Kettenraucher wird auch weiterhin rauchen. Davon wird solch ein enormer Preis niemanden abhalten.


Außerdem gibt es jetzt schon Bedenken, dass es dann einen riesigen Schwarzmarkt geben könnte, wo man eben billiger an Tabak kommt. Hier ist dann das Problem, dass niemand die Inhaltsstoffe kontrolliert. Der Konsum von Zigaretten vom Schwarzmarkt könnte noch gefährlicher sein und das Problem rund um die Gefahr von Tabak würde noch größer werden.

Lieber Einsteiger-Quote weiter senken

Natürlich ist Rauchen scheiße! Darüber brauchen wir hier nicht zu diskutieren. Aber für mich als Raucherin finde ich so eine drastische Preiserhöhung einfach unverschämt, weil ich mir doch der Risiken bewusst bin und mich trotzdem selbst dazu entschieden habe, meine Gesundheit zu gefährden. Wenn Tabak legal ist, dann habe ich auch das Recht dazu, diese "dumme" Entscheidung zu treffen - ohne mich gleich in den finanziellen Ruin zu stürzen.


Ich fände es wichtiger, dass man durch gezielte Kampagnen gar nicht erst mit dem Rauchen anfängt. "Schockbilder" und Aufklärungsarbeit wie "Be Smart - Don't Start" , sind für mich sinnvolle Maßnahmen mit denen Leute davon abgehalten werden sich überhaupt erst fürs Rauchen zu entscheiden.
Es gibt schon positive Entwicklungen: Die Zahl der Raucher unter 25 Jahren sinkt seit zehn Jahren immer weiter (Tabakatlas 2015). Allerdings muss man hierbei beachten, dass ja auch neue Dinge, wie Shisha oder E-Zigarette auf den Markt kamen.
So oder so hat schon ein Umdenken in der Gesellschaft stattgefunden. Rauchen ist nicht mehr "cool". Wieso also nicht dort weiter gezielt ansetzen, wo man schon Erfolg hat?