Lifestyle Urlaub Wann bekomme ich Urlaub ausbezahlt? Und wann darf ich nehmen? Wir klären auf!

Nö, da sind Sommerferien. Nö, da hat schon der Kollege frei. Nö, nö, nö. So fühlen wir uns manchmal, wenn wir bei unserem Chef gerne Urlaub beantragen wollen, aber nicht sollen. Aber darf der das überhaupt entscheiden? Und: Wann bekomme ich Urlaub ausbezahlt?

Die Antwort ist: NEIN. Darf er nicht. Zumindest nicht prinzipiell.

Bundesurlaubsgesetz regelt das

Es gibt in Deutschland nämlich ein Gesetz, in dem steht, dass der Chef die "zeitlichen Urlaubswünsche" des Arbeitnehmers, also mir, berücksichtigen muss.

Außerdem muss dein Chef dir unbedingt Urlaub gewähren, wenn du ihn gesundheitlich nimmst.

Der Urlaub ist zu gewähren, wenn der Arbeitnehmer dies im Anschluß an eine Maßnahme der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation verlangt.

Bundesurlaubsgesetz, Paragraph 7, Absatz 1

Es gibt aber auch Ausnahmen

Er darf mir meinen Wunschurlaubstermin aber auch unter bestimmten Voraussetzungen verwähren. Aber nur dann, wenn
⚫ dringende betriebliche Belange
⚫ oder Urlaubswünsche anderer Kollegen in der selben Zeit gibt, die den Vortritt verdient haben.

Wie lange darf ich Urlaub am Stück nehmen?

Seit Neustem wissen wir ja: zu lange Urlaub am Stück ist auch nix. Ein Urlaubsforscher hat nämlich herausgefunden, dass neun bis zehn Tage die perfekte Urlaubslänge ist, um vom Alltagsstress abzuschalten.

Aber wie sieht es aus, wenn ich eine größere Reise machen will oder eben einfach länger frei haben möchte? 😈

Wenn ich gerne drei Wochen am Stück Urlaub nehmen will, geht das leider nicht so einfach. Laut Gesetz kann ich nämlich nur max. 12 Tage am Stück Urlaub nehmen. Und das gilt erstmal nur für Leute, die sechs Tage in der Woche arbeiten.

Bei einer 5-Tage-Woche bedeutet das: max. 10 Tage Urlaub am Stück, also zwei Wochen (weil das Wochenende ja nicht mitzählt). Mein Chef darf mir aber natürlich, wenn er das will, mehr als zwei Wochen am Stück frei geben.

Darf ich Urlaub mit ins nächste Jahr nehmen?

Prinzipiell: ja. Im Bundesurlaubsgesetz steht dazu, dass wir unseren Urlaub - wenn möglich - im aktuellen Urlaubsjahr auch nehmen sollen.

Wenn das aber nicht geht, zum Beispiel, weil sich mein Betrieb eben in so einer Ausnahmesituation befindet, dann muss ich den Urlaub in den ersten drei Monaten des darauffolgenden Jahres nehmen dürfen. Danach verfällt er - auch laut dem Gesetz.

Ich hab gekündigt - was passiert mit meinem Resturlaub?

Wer aus dem Arbeitsvertrag rausgeht - sprich: kündigt oder gekündigt wird - aber eigentlich noch Urlaub hat, der muss diesen auch ausbezahlt bekommen. So ist es gesetzlich vorgeschrieben.

Ich stelle keinen Urlaubsantrag - verliere ich dadurch den Urlaubsanspruch?

Jain: Du verlierst den Anspruch auf deinen Urlaub nur dann, wenn dein Chef dich noch mal ausdrücklich daran erinnert hat, dass du ihn nehmen sollst. Außerdem müsste in so einem Fall auch nachgewiesen werden, dass dir dein Chef genügend Gelegenheit geboten hat, den Urlaub auch wirklich zu nehmen.

Prinzipiell gilt daher: Nur weil du keinen Urlaubsantrag stellst, verlierst du nicht auch automatisch den Anspruch auf deinen Urlaub.

Ich kündige meinen Job: Bekomme ich die restlichen Urlaubstage ausbezahlt?

Ein Ausnahmefall ist es, wenn du den Urlaub nicht nimmst und dann irgendwann dein Beschäftigungsverhältnis endet. Heißt: du den Job nicht mehr hast. Dann kannst du dir den Urlaub normalerweise von deinem Chef ausbezahlen lassen – vorausgesetzt, du hast ihn unfreiwillig nicht genommen. Du darfst als Arbeitnehmer also nicht bewusst Urlaubstage ansammeln, um sie dir nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses auszahlen zu lassen. Ausbezahlt darf der Urlaub eigentlich auch nur so werden, wenn du nicht mehr in dem Unternehmen arbeitest.