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Um das Klima noch zu retten, müssen wir dringend CO2 einsparen. Wie viele vielleicht wissen, hindert uns das Streamen von Filmen und Serien dabei. Es verursacht massiv CO2. Umweltministerin Svenja Schulze will daran etwas ändern.

Wir produzieren im Alltag ständig CO2 - auch da, wo wir es gar nicht auf dem Schirm haben. Zum Beispiel beim Streamen von Serien und Filmen.

Wie viel CO2 wird durchs Serien-Suchten auf Netflix, Amazon Prime und Co. verursacht?

30 Minuten Streaming ist laut Berechnungen des Instituts "The Shift Project" genauso schädlich für die Umwelt, wie wenn du sechseinhalb Kilometer Auto fährst. Wenn wir weiter streamen, wie bisher, sollen sich die Emissionen in den nächsten Jahren sogar VERDOPPELN!

Größere Bildschirme und höhere Qualität bedeuten mehr Strom: die riesigen Rechenzentren und die Kühlung verbrauchen nämlich Strom ohne Ende.

Umweltministerin Svenja Schulze will, dass wir nicht mehr so streamen wie bisher

In einem Zeitungsinterview mit der Bild fordert Svenja Schulze jetzt Rechenzentren, die erneuerbare Energie verwenden. Das ist aber nicht ihre einzige Forderung:

Muss eigentlich für jedes Handy die Bildschirmauflösung für Filme so hoch sein? Wir können das mit dem menschlichen Auge gar nicht wahrnehmen. Kann man das nicht ein wenig runtersetzen? Dann haben wir das gleiche Erlebnis am Handy, aber es wird weniger Strom verbraucht.

Svenja Schulze

Nicht schlechter – sondern smarter: Ob Videos auf Handy in höchster Auflösung abgespielt werden, nimmt das menschliche Auge nicht wahr. Deshalb sollte die Videoqualität Standard werden, die zum Endgerät passt. Das tut nicht weh, macht aber bei Energieverbrauch großen Unterschied! https://t.co/iE253XqzVm

Das Umweltbundesamt hat klare Ziele formuliert, um CO2 einzusparen. Ob das zu schaffen ist, wird sich erst noch zeigen.

Um das Klima noch zu retten und die Erwärmung des globalen Klimas innerhalb der Grenzen von durchschnittlich zwei Grad Celsius zu halten, müssen wir die Emissionen langfristig auf eine Tonne CO2 pro Person und Jahr bis 2050 reduzieren.

Umweltbundesamt

Das mittelfristige Ziel sind aber erstmal 2,5 Tonnen CO2. Das entspricht 6,8 kg CO2 pro Person und Tag.

Momentan verursacht allerdings jeder Deutsche pro Jahr 11 Tonnen CO2! (Bundesumweltamt)

Die großen CO2-Schleudern Auto, Flugzeug oder Strom aus Kohlekraftwerken sind wahrscheinlich wirklich jedem mittlerweile bekannt und klar: An diesen Stellschrauben muss viel passieren, damit wir die Klimaziele einhalten können.

Aber wie man so schön sagt: Kleinvieh macht auch Mist. Wir haben mal gecheckt, wo wir quasi "unsichtbar" Energie verbrauchen, ohne richtig zu checken, dass da teilweise großes CO2-Einsparpotential vorhanden ist.

1️⃣ Weniger im Internet abhängen 💻

Wer im Internet ist, benutzt permanent Server, die ganz schön viel Strom verbrauchen.

Messungen zum digitalen Energieverbrauch gibt es nicht - es gibt aber einige Untersuchungen, die auf (oft älteren) Studien beruhen. Eine Tendenz ist aber ohne Zweifel daraus abzuleiten.

Beim Thema "Internet", kannst besonders viel CO2 einsparen, wenn du den nächsten Hack beachtest 👇

2️⃣ Weniger Video Streaming 📽️

Wie kann jeder von uns helfen, dass die Server nicht 24 Stunden auf Hochtouren laufen müssen? Nicht den ganzen Tag auf YouTube, Netflix und Co. rumhängen wäre schonmal ein Anfang.

Es ist sehr viel Energie erforderlich, um die ganzen Daten erstmal vorzuhalten, dann zu streamen und auf die Endgeräte zu laden, um sie dort wieder abzuspielen. 70 Prozent des Datenvolumens gehen laut Experten fürs Filme schauen im Netz drauf.

3️⃣ E-Mails löschen 📧

Wer in den Urlaub fliegt oder täglich mit dem Auto zur Arbeit pendelt, hat ein offensichtliches Einsparpotential von CO2 vor Augen. Aber hast du schonmal darüber nachgedacht, dass du auch CO2 sparen kannst, indem du unnötige Mails löschst und sinnlose Newsletter deabonnierst?

Mails produzieren sogar immer noch CO2, wenn sie weiter in deinem Mailpostfach einfach nur rumliegen und nicht gelöscht werden. Denn dann brauchen sie wieder Speicherplatz auf einem Server, der wiederum Strom verbraucht und damit wieder CO2 ausstößt.

Ein Mailanbieter hat mal ein Experiment gemacht und alle ihre User aufgefordert ihre unnötigen Mails zu löschen. Dabei hat jeder User im Schnitt 11 Mails gelöscht. Wenn jeder Mensch auf der Welt 11 Mails am Tag löschen würde, könnten so rund 91.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden!

4️⃣ Denken, bevor du Google fragst 🤔

Jede Frage, die du Google stellst, löst eine Reihe von Netzwerkanfragen aus, die am Ende auch in etwa 0,2 bis 10 Gramm CO2 verursachen - je nachdem mit welchem Endgerät du googelst. Das klingt jetzt natürlich erstmal mini wenig, aber pro Sekunde werden weltweit über 45 Tausend Suchanfragen gestellt.

Das macht pro SEKUNDE einen maximalen CO2 Ausstoß von fast 500 kg. Das entspricht einer Autofahrt von ungefähr 2.600km. Das ist weiter als von Stuttgart nach Málaga in Südspanien.

5️⃣ Kürzer Duschen 🚿

Eigentlich ist es mega logisch...aber hast du schon mal groß darüber nachgedacht, wie viel Energie für eine ausgiebige warme Dusche so drauf geht?

Dass du für 10 Minuten duschen auch ca. 80 Kilometer mit dem Auto fahren kannst, ist schon krass, oder?

6️⃣ Weniger neu kaufen 👗🖥️👟

Na, wie viel gibst du im Monat so für Klamotten, Technik und sonstigen Krimskrams aus?

Laut Bundesumweltamt erzeugen 300 Euro monatliche Konsumausgaben einen jährlichen CO2-Ausstoß von 3 Tonnen. Das allein ist schon mehr CO2, als das jährliche Maximum jeder Person in der Zukunft haben darf, wenn wir das Klima noch retten wollen. 🤯

Es lohnt sich also, einmal mehr darüber nachzudenken, ob du die zehnte neue Jeans neu kaufen musst oder dir eine Bohrmaschine nicht auch vom Nachbarn ausleihen kannst.

7️⃣ Obst und Gemüse aus der Region statt Fleisch 🥑🍉🌶️

Zugegeben, das ist kein mega überraschender Hack - aber wusstest du, dass der CO2-Fußabdruck so EXTREM viel höher ist, wenn du Fleisch isst?

Wenn du daran arbeiten willst, deinen CO2-Fußabdruck zu verbessern - vielleicht ist das ein ganz einfacher Weg, einen doch recht großen Hebel zu bewegen und mit deiner Ernährung ordentlich CO2 zu einzusparen.

Fazit

Damit du mal einen Überblick bekommst, wie viel CO2 du so in deinem Alltag verursachst und wo du vielleicht viel Einsparpotential hast, dann check mal das Projekt "Ein guter Tag hat 100 Punkte" oder den CO2-Rechner vom Umwelt Bundesamt. Dort siehst du auf einen Blick, wie DU es schaffen kannst, auf den Zielwert von 2,5 Tonnen CO2-Verbrauch pro Person und Jahr zu kommen und somit das Klima zu schützen.

Die Natur wird es dir danken 😊