Handy mit Herzchen im Wald (Foto: Unsplash/ pratik-gupta)

Lifestyle Meinung Serien auf Tinder? Nein, danke!

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Netflix, Tinder, Sky - was diese Unternehmen gemeinsam haben? Sie produzieren Serien. Ja, auch Tinder will jetzt Serien produzieren. Really?

Das Geschäft mit Streaming-Diensten boomt. Das wissen nicht nur Netflix, Amazon und Co., weshalb sie mittlerweile immer mehr Konkurrenz bekommen. In diesem Konkurrenzkampf kommt jetzt Input von unerwarteter Seite: der Dating-Plattform Tinder.

Worum geht´s?

Als Gefahr für die etablierten Anbieter kann man die Miniserie von Tinder dabei wohl kaum betrachten. Sechs Folgen soll es geben, die man lediglich in der App anschauen kann. Die Serie behandelt eine bevorstehende Apokalypse und die Frage: “Mit wem würdest du deine letzte Nacht auf Erden verbringen?”. Die Zuschauer können das Geschehen dabei interaktiv mitgestalten - durch einen Swipe nach rechts oder links.

Braucht die Menschheit noch mehr Serien?

Nicht falsch verstehen: Ich liebe Serien und gebe Eigenproduktionen für gewöhnlich immer eine Chance. Eine Serie auf Tinder in einer Zeit, in der man sich vor den vielen Streaming Anbietern kaum noch retten kann, ist aber in etwa genauso sinnvoll, wie, wenn eine Firma für Waschmaschinen plötzlich Smartphones produzieren würde. Die Plattform sollte dazu da sein, neue Leute kennenzulernen und sich im besten Fall zu verlieben. Denn mal ehrlich: Wer geht auf Tinder, um sich eine Serie anzuschauen?

Eigenproduktionen sind natürlich längst keine Neuheit mehr. Streaming-Dienste produzieren sie, um ihre Nutzer an sich zu binden. Das ist kein Geheimnis und gehört dazu, wenn man sich auf dem Markt etablieren will. Welchen Sinn diese Strategie bei einer Dating-App haben soll, verstehe ich aber trotzdem nicht. Schließlich sollte es auf Tinder doch vorrangig darum gehen, die große Liebe zu finden - oder etwa nicht?

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