Lifestyle Netz Treffen mit Erdogan: Was machen Özil und Gündogan?

Die deutschen Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan haben den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in London getroffen - jetzt haben sie einen Shitstorm am Hals.

Die türkische Partei von Erdogan hat diese Fotos getwittert und jetzt hagelt's Kritik für Özil und Gündogan.

Bei dem Treffen von Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten haben sie ihm signierte T-Shirts ihrer englischen Vereine übergeben. Auf dem Trikot von Gündogan steht auf türkisch: „Für meinen verehrten Präsidenten, hochachtungsvoll.“

Warum werden sie kritisiert?

Zum einen, weil Erdogan in Deutschland keine Werbung für die Präsidentschaftswahl in der Türkei am 24. Juni machen darf. Özil und Gündogan wird jetzt also unter anderem vorgeworfen, dass sie sich für den türkischen Wahlkampf haben missbrauchen assen.
Zum anderen, steht Erdogan mit seinem politischen Führungsstil sowieso in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen die Pressefreiheit in der Türkei stark einzuschränken, regime-kritische Journalisten und Oppositionelle zu verhaften.

Außerdem ist das Treffen gerade jetzt problematisch, weil Bundestrainer Jogi Löw am 15. Mai den vorläufigen Kader für die WM in Russland bekannt gegeben hat und viele forderten, dass Özil und Gündogan nicht mit zur WM fahren dürfen. Beide sind aber im vorläufigen Kader mit dabei. Löw äußerte sich auch noch einmal speziell zu dem Vorfall:

Wir haben den Spielern zu verstehen gegeben, dass das keine glückliche Aktion war. Es ist eine Lehre für sie.

Jogi Löw, dpa

Löw kündigte ein Gespräch im Trainingslager mit den Beiden an.

Kritik im Netz für Özil und Gündogan

Bei Twitter reagieren nicht nur die üblichen Hater auf die Aktion von Özil und Gündogan. Auch der DFB kritisiert die beiden Nationalspieler. Zum Beispiel Reinhard Grindel, der DFB-Präsident:

Außerdem sagt er, dass diese Aktion eher kontraproduktiv für die DFB-Integrationsarbeit sei. Noch mehr Kritik aus dem Netz checkst du oben in der Galerie.

Auch VfB Stuttgart-Torwart Zieler kritisiert das Treffen scharf.

So ein Treffen geht gar nicht! Der türkische Staatschef ist ein Despot.

Ron-Robert Zieler; in der Stuttgarter Zeitung

Statement von Gündogan zur Kritik

Es war nicht unsere Absicht, mit diesem Bild ein politisches Statement abzugeben, geschweige denn Wahlkampf zu machen. Als deutsche Nationalspieler bekennen wir uns zu den Werten des DFB und sind uns unserer Verantwortung bewusst.

Ilkay Gündogan, deutscher Fußball-Nationalspieler

Viele kritisieren Özil und Gündogan aber auch nach diesem Statement von Ilkay Gündogan. Denn es sei jedem bewusst, dass Erdogan in der Türkei die Menschenrechte eingeschränkt habe und viele Oppositionelle, Intellektuelle und Journalisten in der Türkei in Haft säßen. Sich trotzdem Seite an Seite mit Erdogan zu zeigen sei fragwürdig.

Emre Can lehnte Einladung ab

Emre Can, Nationalspieler mit türkischen Wurzeln, spielt auch bei einem englischen Verein. Laut Medieninformatioen wurde auch er zum Treffen mit Erdogan eingeladen und hat dieses aber abgelehnt. Die Twitter-User feiern es:

Vielleicht hätten Özil und Gündogan das auch besser machen sollen. Dann hätte es zumindest keinen Shitstorm gegeben.