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Das bin ich (Foto: DASDING)

Laut mehreren Studien soll das Risiko für schwere Corona-Verläufe bei Personen mit Vitamin-D-Mangel höher sein, als bei anderen Patienten. Was steckt dahinter – und gibt es „Geheimtipps“, die uns vor dem Coronavirus schützen können? Hier findest du die Antworten auf diese Fragen.

1️⃣Hilft Vitamin D gegen Corona?

Mehrere Studien haben sich in den letzten Monaten mit dem Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Spiegel eines Menschens und dem Verlauf von Corona-Erkrankungen beschäftigt. Weil es verschiedene Studien gibt, gibt es im Internet auch gerade unterschiedliche Schlagzeilen (Hintergründe zu den unterschiedlichen Studienergebnissen gibt es zum Beispiel hier oder auch hier). Aber was bedeutet das genau?

Laut Pascal Kiss von der SWR-Wissenschaftsredaktion ist Vitamin D für unser Immunsystem wichtig. Es sei deshalb verständlich, dass Wissenschaftler das in den Studien untersucht hätten. Der Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Mangel und schweren Krankheitsverläufen sei aber bisher eine reine Beobachtung.

Allgemein gelte: Wer wenig Vitamin D im Körper habe, sei einfach nicht sehr gesund. Ältere Menschen hätten beispielsweise oft keinen guten Vitamin D-Spiegel. Was hier aber letztendlich die Ursache und was die Folge ist, könne nicht genau nachvollzogen werden. Ob die Einnahme von Vitamin D etwas an dem Gesundheitszustand ändern könnte oder die Person einfach aus anderen Gründen für das Virus anfällig war, sei deshalb nicht eindeutig bewiesen.

Vitamin D einzunehmen, um sich zu schützen, habe deshalb nicht unbedingt den gewünschten Effekt – und sei im Sommer auch gar nicht notwendig. Auch wenn Vitamin D also wichtig für uns ist, gelten Vitamin-D-Tabletten nicht als Wundermittel und können bei einer Überdosierung sogar schädlich sein.

2️⃣ Werden wir gegen das Virus immun, wenn wir heißes Wasser trinken?

Die Behauptung wurde zumindest in einem Messenger-Kettenbrief verbreitet. Darin wurde erklärt, dass das Coronavirus nicht hitzebeständig sei und unter anderem durch heißes Wasser abgetötet werden könne. Heißes Wasser zu trinken wäre also schon die Lösung des Problems.

Das sagt Anja Braun aus der SWR Wissenschaftsredaktion: Zum Coronavirus selbst gibt es noch keine Erkenntnisse, bis zu welcher Temperatur es sich hält. Erfahrungen mit anderen, ähnlichen Viren zeigen, dass sie ab einer Temperatur von 60 Grad Celsius absterben. 60 Grad heißes Wasser oder Flüssigkeit zu trinken, würde aber zu schlimmen Verbrühungen führen. Bereits ab 45 Grad Celsius riskiert man Verbrennungen. Das ist deshalb ganz bestimmt nicht empfehlenswert.

Aber: Viel Wasser zu trinken ist grundsätzlich gut, um einfach die Schleimhäute feucht zu halten. Gesunde Schleimhäute erschweren es den Viren, sich anzudocken. Das Wasser muss dazu aber nicht heiß oder warm sein, es geht auch kaltes Wasser, Tee oder Säfte.

3️⃣Können wir uns vor dem Coronavirus schützen, indem wir unsere Kleidung in die Sonne legen?

Auch diese Behauptung steht in diesem mysteriösen Kettenbrief. Da laut Kettenbrief das Virus bis zu 12 Stunden auf Gewebe aktiv wäre, solle man es in die Sonne legen, um Viren abzutöten.

Das sagt die SWR Wissenschaftsredaktion: Sonne tötet Viren nicht so rasch ab. Die Kleidung heiß zu waschen, hilft da schneller und ist unkomplizierter. Aber selbst raus in die Sonne zu gehen ist insgesamt keine schlechte Idee. Wer rausgeht, stärkt sein Immunsystem.

4️⃣Ist die „Miracle Mineral Solution“ (MMS) ein Wundermittel gegen Corona?

Die „Miracle Mineral Solution“ (kurz: MMS) - besteht aus Natriumchlorit und einer Säure. Kaufen kann man das zum Beispiel in Form einer Chlordioxid-Lösung. Damit eignet es sich zum Beispiel auch als Bleichmittel. Was jetzt total nach Chemie-Unterricht klingt, wird von manchen Menschen als richtiges Wundermittel gefeiert, das angeblich alles Mögliche heilen soll: Krebs, Malaria... und Corona?

Mai Thi vom funk-Format maiLab wurde immer wieder in Online-Kommentaren darauf angesprochen und hat schon vor einem Jahr ein Video dazu gemacht. In Zeiten von Corona taucht die Diskussion um MMS wieder neu auf. Deshalb gab es auf ihrer Seite vor ein paar Monaten erneut die Warnung:

Wieso du das Zeug nicht schlucken solltest und warum Mai Thi MMS sogar als „Gift“ bezeichnet, wird im Video nochmal ausführlich erklärt.

Das erste Zwischenfazit lautet aber

5️⃣Schützt eine aufgeschnittene Zwiebel vor dem Coronavirus? Dient Knoblauch als Corona-Schutz? Desinfiziert Ingwer unseren Körper?

Wir greifen einfach schnell zur Zwiebel und schon sind wir vor dem Coronavirus sicher? Dieses Gerücht ging zumindest eine ganze Weile im Netz rum. Der Kettenbrieftext wurde sogar von bekannten Personen geteilt.

NETZFUND 👌 Im Jahr 1919 starben 40 Millionen Menschen an der Grippe. Ein Arzt besuchte die vielen Bauern, um zu sehen, ob er ihnen bei der Bekämpfung der Grippe helfen konnte. Viele der Bauern und ihre Familien hatten sich mit der Grippe angesteckt und viele starben. Der Arzt stieß jedoch auf einen Landwirt, dessen Familie vollkommen gesund war, niemand im Haus war an der Grippe erkrankt. Der Arzt fragte den Landwirt, was er mache, das sich von den anderen unterscheiden würde. Die Bäuerin antwortete, dass sie lediglich eine geschälte Zwiebel in eine Schale getan und sie in allen Räumen des Hauses platziert habe. Der Arzt dachte, das könnte eventuell das Heilmittel gewesen sein. Also fragte er nach, ob er eine dieser Zwiebeln haben könnte. Als er sie unter das Mikroskop legte, fand er den Grippevirus in der Zwiebel. Die Zwiebeln absorbierten offensichtlich alle Bakterien und hielten so die Familie gesund. Nun habe ich diese Geschichte an einen Freund in Oregon geschickt, der mir regelmäßig Material zu Gesundheitsfragen zur Verfügung stellt. Er antwortete mit dieser höchst interessanten Erfahrung über Zwiebeln: "Danke für die Erinnerung. Ich kenne die Geschichte des Landwirts nicht, aber ich weiß, dass ich selbst eine Lungenentzündung bekam und sehr krank wurde. Aufgrund meiner früheren Kenntnisse über Zwiebeln schnitt ich beide Enden einer Zwiebel ab, legte sie in ein leeres Glas und stellte das Glas über Nacht neben mich. Am Morgen begann ich mich besser zu fühlen, während die Zwiebel schwarz wurde. Wenn wir Magenprobleme haben, wissen wir oft nicht, woran das liegen könnte. Vielleicht sind die Zwiebeln, die wir zuvor gegessen haben? *Zwiebeln ABSORB BACTERIA* und das ist der Grund, warum sie so gut darin sind, uns vor *Kälte und Grippe* zu schützen. Und genau aus diesem Grund sollten wir NICHT eine Zwiebel essen, die eine Zeitlang aufbewahrt wurde, nachdem sie *aufgeschnitten* wurde. Wenn eine Lebensmittelvergiftung gemeldet wird, suchen die Beamten als erstes danach, ob das "Opfer" *Zwiebeln* gegessen hat und woher diese Zwiebeln kamen. Höchstwahrscheinlich sind die *Zwiebeln* die Ursache. *Zwiebeln sind riesige Magneten* für Bakterien, besonders u

Die Kernaussage im Beitragstext: Wir müssen einfach nur eine Zwiebel aufschneiden und in ein Glas Wasser legen. Schon saugt sie alle Bakterien und Viren aus der Umgebung auf – und wir sind sicher?!

Dr. med. Lothar Zimmermann, Arzt und SWR Gesundheitscoach kann das so nicht bestätigen.

Im DASDING-Interview hat er zwar erklärt, dass eine Zwiebel gesund sei: „Sie enthält schwefelhaltige Inhaltsstoffe, die Krankheitserreger wie Bakterien oder auch Viren abtöten."

Die aufgeschnittene Zwiebel im Wasserglas würde uns allerdings nicht vor dem Coronavirus schützen.

„Damit wir nicht krank werden, müssen ja alle Viren abgetötet werden. Und wie sollen wir auf der Hand, unter den Fingernägel, zwischen den Fingern flächendeckend und in ausreichender Konzentration den Zwiebelsaft aufbringen? Das wird mit der aufgeschnittenen Zwiebel nicht gelingen.“

Das Fazit hier:

Die Zwiebel kann Entzündungen hemmen, aber als Virenschutz taugt sie nicht.

Dr. med. Lothar Zimmermann

Ähnliches gilt übrigens auch für andere Lebensmittel wie Knoblauch. Auch der könne verhindern, dass sich Bakterien oder Viren vermehren. Um uns vor dem Coronavirus zu schützen, reiche das jedoch nicht aus.

Immerhin: Die Inhaltsstoffe in Lebensmitteln wie Zwiebeln, Knoblauch oder Ingwer sind grundsätzlich gesund und können uns helfen, fit zu bleiben.

Das Händewaschen mit Seife können Heilpflanzen nicht ersetzen.

Dr. med. Lothar Zimmermann

6️⃣Schützt uns ein Mundschutz vor einer Corona-Infektion?

Seit einigen Wochen gibt es an bestimmten Orten, zum Beispiel beim Einkaufen, eine Maskenpflicht. Die soll die Verbreitung des Virus eindämmen. Unvorsichtig sollten wir deshalb trotzdem nicht werden. Die Gefahr, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, besteht laut Experten nämlich trotzdem.

Der Mundschutz hilft in erster Linie, andere vor den eigenen Viren zu schützen. Wenn man niest, bekommen andere nicht so viele Viren ab.

Dr. med. Lothar Zimmermann

Tatsächlich hätten die Viren es aber schwerer, bei einer Person, die einen Mundschutz trägt, die Schleimhäute zu attackieren. Einen 100%igen Schutz vor Viren könnte der aber nicht garantieren.

Der Experten-Tipp lautet deshalb trotz Maskenpflicht: Nicht andauernd ins Gesicht fassen! So kämen die Krankheitserreger nämlich genau dort hin, wo sie sich gut vermehren könnten - an unsere Schleimhäute.

Wir fassen uns schätzungsweise 300 Mal am Tag ins Gesicht. Meistens ohne, dass wir es bemerken.

Dr. med. Lothar Zimmermann

7️⃣Ist Desinfektionsmittel besser als Seife?

Laut Dr. Zimmermann reichen Wasser und Seife gegen die meisten Krankheitserreger vollkommen aus. Nur im Krankenhaus sei es unerlässlich.

Auf das „Wie“ kommt es an!!! Das heißt 20- 30 Sekunden Hände waschen, auch zwischen den Fingern und unter den Nägeln die Seife verteilen.

Dr. med. Lothar Zimmermann

Auch wenn wir Desinfektionsmittel verwenden, sollen wir das übrigens mindesten 30 Sekunden einwirken lassen. Und gut zu wissen: Wenn die Haut nass ist, kann das nicht richtig wirken.

8️⃣Schnaps gegen Corona - schützt uns Alkohol vor dem Virus?

Auch dieses Gerücht geistert gerade durchs Netz. Kann Hochprozentiges uns wirklich vor einer Virus-Infektion bewahren? (Gemeint ist übrigens, die Haut mit dem Alkohol einzureiben - es geht nicht darum, ihn zu trinken!)

Alkohol tötet Krankheitserreger ab. Desinfektionsmittel enthalten Alkohol, allerdings auch Stoffe, die die Haut zum Beispiel vor dem Austrocknen schützen sollen.

Dr. med. Lothar Zimmermann

Theoretisch kann Alkohol also schon Viren abtöten. Auch hier gilt laut unserem Experten aber: „Die Hände mit Wasser und Seife waschen ist effektiver und schonender.“

9️⃣Macht Ibuprofen anfällig für Corona?

Auf WhatsApp hat außerdem eine Sprachnachricht die Runde gemacht, in der eine Elisabeth ihrer Freundin Isabella über angebliche Erkenntnisse der Medizinischen Universität Wien erzählt. Laut ihrer Aussage gäbe es einen Zusammenhang zwischen der Anfälligkeit für das Corona Virus und der Einnahme vom Schmzermittel Ibuprofen. Somit wären Menschen, die Ibuprofen genommen hätten, anfälliger für eine Corona-Infektion.

Der Sprecher der Uniklinik Wien, Johannes Angerer, bekräftigt aber, dass diese Information nicht stimme.

Auch die Aussage, dass Ibuprofen für schwere Covid-19-Verläufe verantwortlich sein soll, sei nicht wahr.

Weltgesundheitsorganisation: Kampagne gegen Falsch-Inormationen zum Coronavirus

Die Weltgesundheitsorganisation hat übrigens auch eine Kampagne gestartet, die falsche Informationen rund um das Coronavirus aus der Welt schaffen soll. Ein Gesamtfazit nach unserem Mythen-Check zeigt nochmal, wie wichtig es ist, auf gesicherte Informationen durch solche Quellen zu setzen und keine dubiosen Geheimtipps zu glauben - die können sogar gefährlich werden!

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