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Yannick (Foto: Yannick)
Joost (Foto: SWR, DASDING)

Die Corona-Krise spüren die meisten vor allem durch die wirtschaftlichen Folgen: Viele haben ihren Job verloren oder sind in Kurzarbeit. Wir klären die wichtigsten Fragen zu Kurzarbeit, Miete, Corona-Hilfe für Selbständige, Bafög und Erntehelfern.

Corona ist für alle eine enorme Herausforderung. Noch nie musste so viel Kurzarbeit angemeldet werden wie jetzt. Doch was bedeutet überhaupt Kurzarbeit?

Kurzarbeit erklärt

Was ist Kurzarbeit und wie funktioniert das?

Kurzarbeit ist eine Möglichkeit, um Kündigungen im Betrieb zu vermeiden. Derzeit müssen ja viele Firmen, Geschäfte und Betriebe schließen oder es fallen Aufträge weg. Die Unternehmen können dann für ihre Angestellten Kurzarbeit einführen. Das bedeutet: Es wird kürzer gearbeitet oder gar nicht. Das Kurzarbeitergeld zahlt der Staat (Bundesagentur für Arbeit). Derzeit befänden sich laut ifo-Institut Mitarbeiter im Handel derzeit bei 55 Prozent der Unternehmen in Kurzarbeit, in der Industrie bei 53 Prozent, bei Dienstleistern 48 und auf dem Bau 37 Prozent, so das ifo-Institut (Stand 23. April 2020).

Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

Bisher war es so: Wenn du netto 2.000 Euro verdienst, bekommst du (ohne Kinder) 60% deines Lohns ausgezahlt. Also 1.200 Euro. Wenn du Kinder hast, dann erhöht sich das auf 67%.

Update: Die Große Koalition hat sich auf eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes geeinigt. Ab dem 1. Mai wird ab dem 4. Monat in Kurzarbeit auf 70 Prozent und auf 77 Prozent (für Haushalte mit Kindern) aufgestockt. Ab dem siebten Monat werde den Arbeitnehmern in Kurzarbeit dann 80 oder 87 Prozent des Lohnausfalls gezahlt. Allerdings nur, wenn mindestens 50 Prozent der regulären Arbeitszeit ausfällt. Außerdem dürfen Kurzarbeiter jetzt mehr dazuverdienen - nämlich bis zur vollen Höhe ihres bisherigen Monatseinkommens.

Im Handel befänden sich Mitarbeiter derzeit bei 55 Prozent der Unternehmen in Kurzarbeit, in der Industrie bei 53 Prozent, bei Dienstleistern 48 und auf dem Bau 37 Prozent, so das ifo-Institut. Gleichzeitig haben sich die Spitzen der großen Koalition auf eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes verständigt, um die Folgen der Corona-Krise auf besonders betroffene Arbeitnehmer zu mildern. Wie CDU, CSU und SPD in der Nacht nach Beratungen des Koalitionsausschusses in Berlin mitteilten, sollen je nach Bezugsdauer bis zu 80 Prozent des Lohnausfalls ausgeglichen werden, bei Haushalten mit Kindern bis zu 87 Prozent. Bislang hatte das Kurzarbeitergeld 60 beziehungsweise 67 Prozent betragen. #coronavirus #kurzarbeit #wirvsvirus #tagesschau

Wo muss ich Kurzarbeit anmelden?

Du selber: gar nicht. Kurzarbeitergeld beantragt dein Arbeitgeber.

Azubis: Was ist, wenn meine Berufsschule wegen Corona schließt?

Dann musst du im Betrieb erscheinen. Das ist laut dem Berufsbildungsgesetz so geregelt. Frag am besten aber nochmal bei deinem Arbeitgeber nach.

Mein Betrieb musste wegen Corona schließen. Bekomme ich jetzt trotzdem noch mein Geld?

Dein Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass deine Ausbildung weiterverläuft. Wenn das derzeit nicht möglich ist, ist auch Kurzarbeit eine Option. Allerdings erst nach einem Arbeitsausfall von sechs Wochen oder 30 Arbeitstagen. Bis dahin bekommst du deine volle Vergütung.

Studium wegen Corona unterbrochen - gibt’s weiter Bafög?

Ja. Bildungsministerin Anja Karliczek hat in einer Pressemitteilung versichert, dass Studierende und Schüler und Schüler, keine finanziellen Nachteile erleiden sollen, wenn ihre Ausbildungsstätte wegen der Corona-Krise geschlossen sind oder der Semesterstart verschoben wurde.

Ich möchte, dass BAföG-Geförderte in der aktuellen Ausnahmesituation Klarheit und Planungssicherheit haben. Niemand soll sich wegen der Corona-Pandemie um seine BAföG-Förderung Sorgen machen müssen.

Anja Karliczek, Bildungsministerin

Corona-Hilfe für Selbständige, Unternehmen und Freiberufler

Viele Freiberufler, wie Fotografen, Künstler, DJs, sind von der Corona-Krise besonders betroffen. Die meisten Events, wie Hochzeiten, Partys oder Konzerte wurden abgesagt. Und das bedeutet: Keine Aufträge – kein Geld. Da Miete oder Versicherungen aber trotzdem bezahlt werden müssen, haben viele Freiberufler Existenzängste. Die Regierung hat jetzt deshalb ein Hilfspaket geschnürt, damit Freiberufler erst einmal sicher sind.

Konkret bedeutet das: Kleine Firmen und Solo-Selbstständige wie Künstler und Pfleger sollen über drei Monate Zuschüsse von bis zu 15.000 Euro bekommen.

Mein Nebenjob wurde wegen Corona gekündigt – was nun?

Bei vielen Menschen wurde auch der Nebenjob gekündigt. Für viele ein wichtiger Nebenverdienst, um Miete oder den Einkauf zu bezahlen. Das fällt jetzt weg. Unsere Kollegen vom funk-Kanal reporter haben mit Betroffenen geredet.

Ich darf meinen Minijob wegen Corona nicht ausüben. Krieg ich Hilfe vom Staat für meine Miete?

Diese Frage hat uns Arbeitsrechtlerin Mareike beantwortet:

Wenn du deinen Minijob aktuell nicht mehr ausüben kannst, (zum Beispiel, weil du im Einzelhandel tätig bist und da ja aufgrund der Allgemeinverfügung jetzt nicht mehr geöffnet werden darf) bekommst du von deinem Arbeitgeber trotzdem weiter dein Gehalt gezahlt, auch wenn du 450 Euro-Jobber bist.

Mareike, Arbeitsrechtlerin

Was ist, wenn ich wegen Corona meine Miete nicht mehr zahlen kann?

Vermieter können Mietern nicht mehr einfach kündigen, wenn man wegen Corona die Miete nicht bezahlen kann. Wenn du deine Miete für April, Mai und Juni nicht bezahlen kannst, bist du geschützt.

Wer wegen Corona finanzielle Probleme hat, der sollte sofort den Vermieter kontaktieren. Am besten persönlich darüber sprechen und ihm das Ganze schriftlich mitteilen.

Klaus Hempel, SWR Rechtsredaktion

Die volle Miete musst du aber trotzdem irgendwann bezahlen. Der Schutz gilt bis Juni 2022. Bis dahin muss die Miete spätestens zurückgezahlt werden. Erst dann könnte der Vermieter dir kündigen.

Wichtig: Du musst glaubhaft beweisen können, dass dir wegen der Corona-Krise das Geld ausgegangen ist. Andere Gründe zählen nicht.

Noch mehr Fragen und Antworten zum Thema Arbeit und Corona, findest du hier:

Wegen Corona: Erntehelfer gesucht

Gerade in der Landwirtschaft werden dringend Helfer gesucht. Normalerweise übernehmen das viele Saisonarbeitskräfte aus Rumänien oder Bulgarien. Nach dem Einreisestopp der Bundesregierung, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, fehlen diese Arbeitskräfte. Deshalb werden vor allem Erntehelfer gebraucht.

Auf der Seite Das Land hilft - vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft initiiert - können Freiwillige ihre Hilfe anbieten und Landwirte Arbeitsangebote einstellen. Auf lange Sicht soll diese Seite nicht nur für die Landwirtschaft gelten, sondern auch für andere Branchen, die dringend Helfer brauchen.

Auch Kliniken suchen Corona-Helfer

Viele Kliniken brauchen dringend personelle Verstärkung. Daher suchen viele Unikliniken oder Krankenhäuser zum Beispiel bei der Patientenversorgung freiwillige Helfer. Das können Studierende sein, die durch den verschobenen Semesterstart zeitlich flexibel sind, aber auch Pflegekräfte, die bereits in Ruhestand sind.

Für euch da #zusammenhalten (Foto: DASDING)

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