Captain America und Batman. (Foto: Imago, Prod.DB)

Lifestyle Meinung "Captain Marvel" ist im Kino: Warum Marvel bessere Filme als DC macht

Die beiden großen Comic-Verlage Marvel und DC kämpfen seit Jahrzehnten um die Gunst der Zuschauer. Auch im Kino. Und Marvel scheint zu gewinnen. Aber was macht DC falsch?

Unter uns: Ja, eigentlich bin ich ein kleiner DC-Fanboy. Batman war mein Held und die Nolan-Trilogie mit Christian Bale als Batman war für mich DIE perfekte Superheldenverfilmung! Doch dann kam 2008 das Marvel Cinematic Universe mit "Iron Man", "Thor" und "Captain America" - und hat das Machtgefüge verändert. Doch wie kam es dazu? Die Meinung eines Superhelden-Fan.

Batman vs. Iron Man

Aber von Beginn an. Marvel und DC sind ja eigentlich zwei riesige Comic-Verlage. Zu Marvel gehören unter anderem die Figuren Spider-Man, Iron Man und Thor. Zu DC Batman, Wonder Woman und Aquaman. Lange Zeit haben beide Verlage die Filmrechte an ihren Superhelden an große Hollywood-Studios verkauft. Die Comics verkauften sich zwar immer gut, aber durch die Verfilmungen ging den beiden Verlagen ordentlich Geld flöten.

Marvel Cinematic Unvierse vs. DC Extended Universe

Deshalb begann Marvel 2008 sein eigenes Filmuniversum aufzubauen: Das Marvel Cinematic Universe (MCU). Die gesamte filmische Kreativität und Kontrolle lag jetzt beim Verlag. "Iron Man" war der erste reine Marvel-Film, es folgten "Thor", "Captain America", "Avengers"... Knapp elf Jahre später sind es bereits 20 Filme.

DC zog erst 2013 nach und gründete das DC Extended Universe (DCEU), in dem bis jetzt sechs Filme erschienen sind.

Und die wurden fast alle von der Kritik und den Fans zerrissen. Und auch an den Kinokassen performen die Marvel-Filme deutlich besser.

Aber warum sind die Marvel-Filme besser?

Selbst DC-Hardcore-Fans müssen zugeben, dass das MCU bisher deutlich bessere Filme vorzuweisen hat als das DCEU. Aber wieso ist das so?

Während Marvel bereits 2008 ihr Universum aufgebaut hat, hat DC fünf (!) Jahre länger gebraucht, mit ihrem Filmuniversum nachzuziehen. Marvel hatte damit fünf Jahre Vorsprung, allen wichtigen Superhelden einen Solo-Film zu geben, um daraus eine große Geschichte zu entwickeln.

Erst als alle wichtigen Charaktere vorgestellt wurden, kam es zu dem "gemeinsamen" Film "Avengers". Den Fans und Zuschauern wurde die Möglichkeit geboten, sich emotional an die Filmhelden zu binden und mitzufiebern. Die Filme sind witzig, bunt und an den richtigen Stellen ernst. Diesen schwierigen Spagat schafft Marvel mühelos.

Diese Planung fehlt DC. DC legte erst 2013 mit "Man of Steel" nach, wartete aber wieder drei Jahre bis zur nächsten Verfilmung. Immer wieder gab es Probleme mit dem Wahnsinn-Projekt "Batman v Superman: Dawn of Justice". Das Drehbuch wurde mehrfach überarbeitet, der Regisseur stieg wegen persönlichen Gründen aus und Fans kritisierten die Schauspieler-Besetzung. Zugegeben: Jesse Eisenberg als Lex Luthor war wirklich 'ne miese Entscheidung. Und so wurde aus einem potentiellen Mega-Blockbuster der Flop des Jahres.

DC wirkt verzweifelt

Von diesem Flop scheint sich DC bis heute nicht erholt zu haben. Anstatt jeden Charakter langsam in das Universum einzuführen, folgten der sehr mittelmäßige "Suicide Squad" und "Justice League", der als Gegenpart von Marvels "Avengers" funktionieren sollte. Kein Wunder, dass die Fans maßlos enttäuscht sind. Und warum bekommt es DC eigentlich nicht hin, dass das CGI, also die Computer-Effekte, EINMAL cool aussehen? 😡

Aber: Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich DCEU irgendwann fängt und sich nicht dauernd mit Marvel vergleicht. Und es gibt Grund zur Hoffnung: Der kommende "The Suicide Squad" wird von James Gunn realisiert - dem Regisseur des wunderbaren Marvel-Films "Guardians of the Galaxy". Was für eine Ironie.