Danaerys. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, HBO)

Lifestyle Meinung "Drei oder vier Folgen mehr hätten Game of Thrones gut getan"

Mit der letzten Folge "The Iron Throne" ist "Game of Thrones" nun endgültig vorbei. Zeit einen Schlussstrich zu ziehen: Wir bewerten die letzte Staffel.

Acht Staffeln und acht Jahre lang haben wir mit unseren Lieblings-Charakteren gelitten, anderen den Tod gewünscht und nervös vor dem Fernseher oder Laptop gesessen. Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Auch in der DASDING-Redaktion wurde Woche für Woche intensiv über die Folgen diskutiert. Doch gerade die achte Staffel spaltet das Fan-Lager. War das Ende jetzt gut so wie es ist, war es super mies oder war es einfach nur ok? Auch wir sind es uns nicht ganz einig.

Marcel: "Drei oder vier Folgen mehr hätten GoT gut getan"

Mein größtes Problem an Staffel 8: Jede Folge war wie ein Film, voll mit epischen Schlachten, krassen Momenten und riesigen Handlungssprüngen. Einfach nur, um die Geschichte endlich fertig zu erzählen. Mir fehlte das typische "Serien-Erlebnis", das GoT für mich so stark gemacht hat. Ich mag einfach keine Filme, weil ich immer das Gefühl habe, man hat jetzt 90 oder 120 Minuten und muss einfach, komme was wolle, eine komplette Storyline unterbringen. So ging es mir in dieser Staffel leider auch! 🙊

Für mich das perfekte Beispiel in der letzten Folge: Was ist passiert zwischen Daenerys Tod und der plötzlichen Versammlung aller Lords und Brans Wahl zum König? Wie haben Arya, Sansa oder auch Tyrion reagiert, als sie von Jons Tat erfahren haben? Andere Serien-Schreiber (The Walking Dead *hust*) hätten alleine damit wahrscheinlich nochmal eine komplette Staffel gefüllt. Bei GoT hätten wahrscheinlich noch drei oder vier Folgen gereicht, um das Ganze etwas zu entschleunigen und Hintergründe zu klären. Das gehört für mich bei einer Serie einfach dazu. Ich bin aber auch "The Walking Dead"-Fan der ersten Stunde... 🤔

Yannick: "Ein Ende mit dem man zufrieden sein kann"

Irgendwie fühle ich mich nach dem Ende von "Game of Thrones" merkwürdig leer. Und das ist irgendwie ein gutes Zeichen. Denn das Gefühl hatte ich so ähnlich auch schon bei "Breaking Bad" und zu Teilen auch bei "Lost". Das zeigt, dass mich die Serie und auch die letzte Folge nicht kalt lässt und ich wohl Zeit brauche, es komplett zu verarbeiten. Versteht mich nicht falsch: Ich kann den Hate schon verstehen. Auch ich war nach der dritten Folge "The Long Night" unfassbar enttäuscht von der Handlung. Aber das Bashing gegen die beiden Showrunner D.B. Weiss und David Benioff war teilweise wirklich unter der Gürtellinie. Die beiden haben mit ihrer Crew für so unfassbar fette Momente gesorgt, da kann man trotz aller Enttäuschung auch mal dankbar sein.

Ich glaube eher, dass wir uns mit den zahlreichen Fan-Theorien selbst den Spaß an der Serie genommen haben. Denn egal wie gut das Finale gewesen wäre, wir wären wahrscheinlich nie zufrieden gewesen... Somit konnte das Finale NIEMALS jeden happy machen. Ja, es gab auch in der letzten Folge zahlreiche Plot Holes und Konsequenzen, die ich nicht verstehe. Aber es ist ein Ende mit dem man zufrieden sein kann.

Caro: "Es ist nicht mehr das Game of Thrones, das wir lieben"

Das Traurige an der letzten Staffel "Game of Thrones" ist, dass es nicht mehr DAS "Game of Thrones" ist, das wir alle lieben. Das Schönste an der Serie war doch, dass Charakteren und Geschichten Zeit gegeben wurde, sich zu entwickeln. Es wurde langsam erzählt, ohne langweilig zu sein. Und was ist jetzt mit Daenerys passiert? Auf einmal kommt der Snap und sie dreht durch.
Ja, einige sagen, sie hat ja auch früher schon Leute verbrannt, da hätte man das ja schon erahnen können. Ne! In den letzten Staffeln war sie für mich ein Charakter, den man komplett nachvollziehen konnte, den man sympathisch fand - und jetzt auf einmal ist sie die Durchgeknallte.

Man merkt einfach, dass es keine Buchvorlage mehr gab. Man wurde durch die letzte Staffel komplett durchgehetzt, mit krassen Schlachten usw. - filmisch super! Aber eben ohne sich auf die Geschichte zu konzentrieren. Mich stört nicht die Storyline. Die wird sich George R. R. Martin (der Autor der Bücher) schon so gedacht haben. Aber er hätte es eben viel logischer und schöner erzählt! Nicht mit tausend Zeitsprüngen und ohne offene Fragen.