Walker (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Universal Pictures)

Lifestyle Musik & Film Paul Walker und Co.: Tote Stars, die in Filmen und Bühnenshows zurückgekehrt sind

CGI und andere Tricks machen es möglich! Durch Computerprogramme werden Stars wie Paul Walker immer öfter zurück in Filme und Bühnenshows gebracht. Das freut Fans, vor allem aber auch die Geldbeutel der Produzenten.

Es hat schon einen komischen Beigeschmack, wenn verstorbene Stars wieder in Filmen, Serien oder auch in Bühnenshows zu sehen sind. Fakt ist aber: Durch CGI (Computer Generated Imagery) ist es einfach möglich, verstorbene Schauspieler*innen und Musiker*innen täuschend echt auf Leinwand und Bühne zu projizieren. Bei diesen Filmen wurde zum Beispiel mit CGI und anderen Mitteln getrickst:

Paul Walker in "Fast & Furious 7"

Paul Walker war einer der Hauptdarsteller der "Fast & Furious"-Reihe. Der überraschende Tod von Paul Walker stellte die Produzenten damals vor eine große Herausforderung. Nur die Hälfte der Szenen für einen neuen Film waren abgedreht. Die damalige Lösung: Walkers Brüder wurden als Körper-Doubles eingesetzt und einige Szenen mit CGI realisiert. Aktuell wird sogar behauptet, dass Paul Walker in dem kommenden "Fast & Furious 9" zu sehen sein soll, das sagen zumindest Quellen von LADbible. Der Trailer im Mai 2020 wird vermutlich mehr verraten.

James Dean in "Giganten" und "Finding Jack"

Gerade aktuell kamen auch Infos, dass der bereits verstorbene James Dean zurück auf die Leinwand kommen soll und das sogar in der Hauptrolle. Mitte der Fünfzigerjahre war James Dean DER Leinwandheld. Schon 1955 konnte Dean die damaligen Dreharbeiten zu "Giganten" nicht beenden. Es handelte sich aber nur um eine winzige Sequenz, die dann Nick Adams synchronisierte. Tatsächlich fiel das den Kinobesuchern nicht auf.

Jetzt, 64 Jahre nach seinem Tod, soll James Dean ebenfalls wieder in einem Film zu sehen sein. Durch Videomaterial und Fotos soll er im Film "Finding Jack" per CGI eingefügt werden.

Marlon Brando in "Superman Returns"

2004 verstarb Marlon Brando, der Schauspieler aus "Superman", "Apocalypse Now" oder "Der Pate". Mithilfe von unverwendetem Archivmaterial aus "Superman 2 - Allein gegen alle" und der sogenannten Performance-Capture-Technik konnte man ihm damals aber jedes Wort in den Mund legen.

Heath Ledger in "Das Kabinett des Dr. Parnassus"

Die Dreharbeiten vom Film "Das Kabinett des Dr. Parnassus" konnte Heath Ledger wegen seines überraschenden Todes leider nicht beenden. Nach einer Drehpause wurden Colin Farrell, Jude Law und Johnny Depp als Ersatz in die Storyline eingesetzt.

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Philip Seymour Hoffman in "Tribute von Panem"

Philip Seymour Hoffman konnte seine Rolle als Plutarch Heavensbee in "Tribute von Panem" leider nicht beenden. Kurz vor Drehende starb der Schauspieler. Bereits gedrehtes Material und eine Änderung im Drehbuch ermöglichten es, den Film trotzdem ohne CGI-Techniken mit Hoffman zu veröffentlichen.

day 4: a character you love that everyone else hates..... PLUTARCH👊🏻🥣 (anyone get the emoji thing)———#hungergames #30daychallenge #thg #day4 #plutarchheavensbee

Oliver Reed in "Gladiator"

Bei Oliver Reed musste einiges an Drehbuch verändert werden, um den Film noch mit Reed in der Rolle zu ermöglichen. Eine neue Besetzung für Reeds Rolle wollte der Regisseur nämlich vermeiden. Also wurden aus bereits vorhandenem Material Bilder ausgeschnitten und in anderen Szenen eingefügt.

Peter Cushing in "Rogue One: A Star Wars Story"

Obwohl Peter Cushing schon seit 1994 verstorben ist, wurde er 2016 in den Film "Rogue One: A Star Wars Story" integriert. Er spielte damals (1977) die rechte Hand von Darth Vader. Per CGI wurde Cushing zurück ins Leben geholt.

Carrie Fisher in "Star Wars"

Auch Carrie Fisher, die immerhin ihre Zustimmung gab, wird im kommenden "Star Wars"-Film wieder mit von der Partie sein. Allerdings nicht mit der Hilfe von CGI, wie Regisseur J. J. Abrahms versprach. Es gab noch unverwendete Aufnahmen.

I know I’ve probably posted this photo several thousand times & I’ll post it several thousand more. I love this photo of her & I always will. ...... I miss Carrie. I miss talking to her on twitter. I miss her way of thinking. I miss how incredibly brave & open she was. I’ll always love her to moons of Endor & back several thousand times over. .... Ain’t nothing happened; but with the final Skywalker saga Star Wars out soon, it’s like letting go of Leia finally and admitting Carrie is dead. #carriefisher

Nicht nur Schauspieler werden mit Tricks manchmal zurückgeholt. Auch bei Musikern gab es das schon öfter. Meist wird von Hologrammen gesprochen, auch wenn es das streng genommen nicht ist.

Tupac

Der Rapper Tupac wurde für das Festival Coachella 2012 noch mal auf die Bühne projiziert.

Michael Jackson

Bei Michael Jackson waren es die Billboard Awards 2014, die ihn noch mal für die Fans auf die Bühne brachten.

Whitney Houston

Sängerin Whitney Houston wird ab Februar 2020 um die Welt touren - per Hologramm.

Madonna

Madonna trat zusammen mit den Gorillaz auf, die ja als virtuelle Band konzipiert wurden.

M.I.A. und Janelle Monáe

Beide gaben jeweils an den entgegengesetzten Enden der USA ein Konzert. Eine war jeweils live, die andere als Projektion zu sehen.

Kritik: Einfach nur geldgeil?

Nicht jeder findet es so spitze, wenn verstorbene Künstler plötzlich "wiedererweckt" werden. Der Ex-Mann von Amy Winehouse äußerte sich negativ und sah darin eher Geldmacherei (Amy Winehouse Hologramm-Tour konnte wegen technischen Schwierigkeiten nicht realisiert werden.) Im Fall von James Dean hat die Familie aber die Pläne zum Film unterstützt. Manche Schauspielkollegen, wie Chris Evans, sind aber nicht überzeugt vom Einsatz von CGI bei Verstorbenen:

I’m sure he’d be thrilled 🙄 This is awful. Maybe we can get a computer to paint us a new Picasso. Or write a couple new John Lennon tunes. The complete lack of understanding here is shameful. https://t.co/hkwXyTR4pu

"Ich bin mir sicher, dass er begeistert sein wird. Das ist schrecklich. Vielleicht können wir uns von einem Computer einen neuen Picasso malen lassen. Oder ein paar neue John Lennon-Songs schreiben lassen. Das völlige Unverständnis hier ist beschämend."

Eine Kritik an den ganzen Produktionen mit Verstorbenen ist vor allem der ethische Grundsatz. Zum Beispiel, dass gerade bei unerwarteten Todesfällen keine Erlaubnis für solche technischen Umsetzungen eingeholt wurde und Produzenten einfach per CGI ein Gesicht nachahmen.

Ob ein Hologramm oder eine CGI-Filmszene dann wirklich so genial ist, ist unterschiedlich und auch etwas Geschmackssache. Klar ist aber, dass so ein Hologramm oder eine CGI-Szene für Aufmerksamkeit sorgt und am Ende dadurch auch viel Geld einspielen kann.