Insatiable, abgebildet Debby Ryan (Foto: Tina Rowden/Netflix)

Lifestyle Serien Macherin der Netflix Serie "Insatiable" hält Shitstorm wegen Fatshaming für Zensur

AUTOR/IN

Dickes Mädchen wird gemobbt, dünnes Mädchen wird gefeiert: So plump es auch klingt, aber das ist die Story der neuen Netflix-Serie "Insatiable". Eine Petition wollte den Start der Serie verhindern. Das sagt jetzt die Macherin der Serie!

Auch 2018 ist anscheinend noch nicht bei allen angekommen: Dünn sein bedeutet nicht gleich schön sein. Und trotzdem macht Netflix genau diese simple Story zur Handlung der neuesten Serie "Insatiable" - also auf Deutsch Unersättlich.

Die Serie ist aktuell auf Netflix zu finden, trotz Petition. Dickes Mädchen wird gemobbt, dünnes Mädchen wird gefeiert: So plump es im ersten Moment auch klingt, aber das ist die Story der neuen Netflix-Serie "Insatiable". Eine Petition wollte aber den Start der Serie verhindern.

"Insatible": Worum geht's?

Im Fokus steht die Hauptfigur Patty (gespielt von Debby Ryan). Patty ist ein übergewichtiger Teenie und ist - nach Annahme der Serienproduzenten - deswegen einfach unbeliebt und wird zum Mobbing-Opfer ihrer gesamten Schule. Doch dann kommt plötzlich die Erlösung: Patty schafft es abzunehmen.

Mal abgesehen von dem absurden Umstand, dass sie durch einen Schlag auf den Mund den ganzen Sommer nicht normal essen konnte und deswegen innerhalb von wenigen Monaten radikal abgenommen hat, ist das, was folgt, noch seltsamer. Denn dieser schicksalshafte Sommer verändert auch ihr Leben in der Schule:

Sie ist jetzt dünn. Und mit weniger Kilos stehen ihr natürlich plötzlich alle Türen offen. 😒

Das war's noch nicht: Als neue selbstbewusste Dünne, schmiedet sie einen Racheplan, um all ihren früheren Mobbern eine Lektion zu erteilen. Und mobbt einfach zurück.

Die User finden's gar nicht cool...

Denn das ist definitiv keine Message, die an junge Schülerinnen und Schüler hinausgeschickt werden sollte. Und dementsprechend fallen auch die Reaktionen bei Twitter und Co. aus:

Deswegen wurde gleich mal eine Online-Petition eingereicht. Bisher haben mehr als 220.000 Personen ihre virtuelle Unterschrift abgegeben, damit die Serie gestoppt und aus dem Netz genommen wird.

Die Serie muss gestoppt werden. Die Schäden für junge Teenie-Mädchen sind bei weitem schlimmer, heimtückischer und unheimlicher, als der finanzielle Verlust für Netflix.

Florence, Gründerin der Petition

Die Serie vermittele völlig falsche Werte. Besonders junge Mädchen könnten so leicht manipuliert werden, schrieb die Gründerin der Online-Petition Florence. Sie könnte Essstörungen hervorrufen und sei daher keine Serie, die ausgestrahlt werden sollte.

Jetzt meldet sich die Macherin der Serie "Insatiable" zu Wort

 Die Macherin Lauren Gussis hat in einem Interview mit dem Hollywoodreporter auf das heftige Feedback reagiert. Sie erzählt, dass sie die Krankheiten, die in Insatiable gezeigt werden, selbst durchlebt hat und deswegen ihre Geschichte auf diese Art und Weise erzählen will. Wenn die Serie durch die Kritik nicht an den Start gekommen wäre, wäre das wie Zensur gewesen.

Ich glaube, dass wir eine echte Gefahr vor Zensur haben, wenn wir uns dafür entscheiden, dass die Geschichten auf eine spezielle Art und Weise erzählt werden müssen, nur damit sich jeder damit sicher fühlt. [...] Ich verstehe, dass es unangenehm ist diese Sachen zu hören. Sie sind sensibel. Die Wunde sitzt tief, aber es ist keine Lösung mich oder jemanden anderen zum Schweigen zu bringen. Die Sache muss angesprochen werden, damit wir darüber reden können.

Lauren Gussis zu dem Hollywood Reporter

Sie erklärt außerdem, dass es wichtig für die Handlung war, dass Patty dünn wird. Es geht darum, was passiert, wenn man die Sache bekommt, die man sich nie hätte vorstellen können und man sich trotzdem nicht besser fühlt. Wenn sie diese Sache, also das Dünnsein, nicht bekommen hätte, dann wäre das eine andere Story gewesen und das ist nicht die Geschichte der Macherin.

Die Frage ist allerdings, ob die - zum Teil sehr jungen - Zuschauer der Serie ihre Gedanken dahinter genauso verstehen wie sie selbst.