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Eine Künstliche Intelligenz liefert auf Knopfdruck Memes. Aber was können die? Wie entstehen Memes mit einer KI? Und werden Künstler*innen vielleicht bald durch Maschinen ersetzt? Antworten auf diese Fragen gibt es hier.

Ein Meme-Generator auf Imgflip erstellt Memes nach dem Motto 'This Meme Does Not Exist'. Mit einem Klick spuckt die Maschine ein komplett neues Meme aus. Dahinter steckt eine Künstliche Intelligenz, die von Imgflip entwickelt wurde.

Während manche durchaus Sinn ergeben....

Meme des Meme-Generators von imgflip (Foto: Meme des Meme-Generators von imgflip)
Meme des Meme-Generators von imgflip

... ist das bei manchen überhaupt nicht der Fall und sind auch einfach nicht witzig:

Meme vom Meme-Generator von imgflip (Foto: Meme vom Meme-Generator von imgflip)
Meme vom Meme-Generator von imgflip

Und irgendwie fühlt es sich auch weird an, Algorithmen und Humor in den selben Topf zu werfen. Deshalb haben wir bei Robin von den Deeplearningnerds nachgefragt, ob das überhaupt zusammenpasst - und wenn ja, wie.

Robin meint:

Künstliche Intelligenz wird unsere Zukunft einfach maßgeblich prägen und wir sind die Generation, für die künstliche Intelligenz in den nächsten 40 bis 50 Jahren eine riesige Rolle spielen wird.

Robin von den deeplearningnerds

Was ist eine künstliche Intelligenz überhaupt?

Wenn ihr das schon wisst, einfach skippen...

Grundsätzlich ist eine künstliche Intelligenz nichts anderes als ein Programm, das selbstständig Aufgaben lösen kann, für die menschliche Intelligenz notwendig ist. Dazu gehört unter anderem logisches Denkvermögen, Mustererkennung, Sprachverarbeitung und das Treffen von Entscheidungen. Eine Maschine, die Memes erstellen kann, muss ein bisschen mehr drauf haben: das Deep Learning.

Dabei wird das menschliche Gehirn mittels künstlicher Neuronen nachgebildet. Die Neuronen in unserem Hirn machen eigentlich nichts anderes, als Daten zu übermitteln. Genau das Gleiche versuchen die künstlichen Neuronen auch, nur eben in einem Computer. Wichtig ist, dass die KI mit großen Datenmengen gefüttert wird, aus denen sie lernen soll. Die KI bekommt dann eine Aufgabe und muss eine Lösung finden. Hat ein neuronales Netz ein gutes Ergebnis geliefert, wird der Datenstrang von Anfang bis Ende des Ergebnisses nachverfolgt und verstärkt.

Bei einem schlechten Ergebnis wird der Strang schwächer. So lernt die KI immer dazu und weiß welche Bahnen sie öfter durchlaufen sollte und welche nicht. So kann sich die Maschine immer optimieren. Je mehr Daten die KI gemampft hat, desto intelligenter ist sie. Yummy!

Woher hat die Meme-Machine ihren Humor?

Die Meme-Machine kann nur lustige Memes erstellen, weil sie mit einem Berg an bereits existierenden Memes gefüttert wurde. Dadurch kann sie Muster erkennen, was wir menschlichen Kreativköpfe als humorvoll empfinden. Dabei achtet sie auf die Worte und Bilder, die wir wählen und auf die Kombinationen, in der wir sie verwenden. Unter anderem optimiert sich die Maschine immer dann, wenn wir uns eines ihrer Memes heruntergeladen haben. Dann kann die Maschine das als erfolgreiches Ergebnis werten und darauf aufbauen. Also: schade Schokolade - dahinter steckt kein maschineneigener Humor.

Das Prinzip funktioniert übrigens nicht nur mit Memes, sondern auch mit Bildern, Musik oder Texten. Beispiele dafür sind DeepBach und AIVA. Einzige Voraussetzung bei der Sache ist immer: Die Künstliche Intelligenz muss vorher Informationen bekommen.

Kreativität muss immer definiert werden. Wenn eine KI zum Beispiel abstrakte Kunst malen soll, dann kann man die KI mit Daten füttern, die abstrakte Bilder enthält und die KI filtert sukzessiv die Eigenschaften raus und lernt diese.

Robin von den deeplearningnerds

Können Künstler*innen durch KI ersetzt werden?

Das klingt natürlich beängstigend für Kunstschaffende. Robin von den Deeplearningnerds geht aber nicht davon aus, dass KI unseren Künstler*innen den Arbeitsplatz klauen werden. Denn Kunst bewege, provoziere und fordere uns heraus.

Es könne uns aber zu einem neuen goldenen Zeitalter führen. Wenn wir die künstliche Intelligenz als Tool nutzen, um uns kreativ auszuleben, würde es uns ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Er hält es für einen großen Fortschritt für die Kreativität und glaubt nicht daran, dass Maschinen übernehmen werden, weil Kreativität schließlich subjektiv ist und von jedem anders interpretiert wird.

Wer hatte nicht schon mal eine Melodie im Kopf?! Wie cool wäre es, wenn die künstliche Intelligenz das einfach übernimmt und das Instrument spielen lässt und das alles umsetzt. Das bereichert die Menschen, um sich kreativ auszuleben.

Robin von den deeplearningnerds

Nicht durch Maschinen zu ersetzen: In einer Sache sind wir Menschen unschlagbar

Auch dazu hat Robin eine klare Meinung: Maschinen hätten zwar eine realistische Einschätzung von Daten und können mit Einsen und Nullen besser und schneller jonglieren als jeder Clown. Das sei aber in der Kunst nicht alles, was zähle. Wir Menschen hätten einen klaren Vorteil gegenüber der Maschine: Wir können unberechenbar sein.

Während eine Maschine immer brav im Kosmos ihrer Algorithmen arbeite, würden wir vor allem in der Kunst gerne Regeln brechen. So könnten wir Dinge erschaffen, die noch nie zuvor jemand gemacht, gesehen oder gehört habe. Eine KI könne nur auf Daten zurückgreifen. Eine Maschine, die nur mit Songs von Juju gefüttert wurde, könnte also niemals alleine einen Apache 207-Song komponieren. Wir Menschen hätten diese Fähigkeit... theoretisch.

Das, was uns als Mensch ausmacht, dürfen wir nicht an die Maschine verlieren und werden wir auch nicht verlieren!

Robin von den deeplearningnerds

So oft benutzen wir Künstliche Intelligenz im Alltag

Hast du dir schon mal dein Mixtape der Woche auf Spotify angeschaut? Dahinter steckt eine künstliche Intelligenz, die sich das Konsumverhalten des Users anschaut und stellt darauf basierend eine individuelle Playlist zusammen. Wer seinem Mixtape folgt, gibt ein klares Feedback an das neuronale Netzwerk der KI. Das kann sich daraufhin optimieren und in Zukunft noch zuverlässiger den Geschmack des Users treffen.

Ein anderes Beispiel ist der Google Übersetzer. Wer erinnert sich noch an die Übersetzungen von vor ein paar Jahren? Katastrophal kryptisch und teilweise unlogisch. Mittlerweile ist die KI dahinter schon um einiges besser. Sie bringt Wörter in den richtigen Kontext und hat vor allem hinsichtlich Grammatik extrem dazu gelernt!

Kreative KI liefert Harry Potter-Fail

Es gibt aber auch Formen Künstlicher Intelligenz, die in der Vergangenheit nicht so überragend abgeliefert hat. Botnik Studios hat eine KI mit allen Harry Potter-Wälzern gefüttert und dann ein eigenes (etwas schräges) Kapitel schreiben lassen. Mit poetischen Zeilen, wie "Ron isst Hermines Familie", hat das für Lacher im Netz gesorgt. Aber was erwartet man, wenn man Robotik und Zauberei kombiniert?!

Fazit

Richtig eingesetzt, kann Künstliche Intelligenz unser Leben einfacher machen. Wenn Maschinen mit den richtigen Daten gefüttert werden, spucken sie uns im besten Fall genau das aus, was wir gerade suchen. Das kann im Alltag praktisch sein (Spotify-Mixtapes, Google Übersetzer...), aber auch Künstler*innen die Arbeit erleichtern. Wirklich perfekt sind solche Maschinen meistens aber nicht - wie man auch anhand des Meme-Generators oder des Harry Potter-Fails sehen kann. Und in Sachen Kreativität wird es auch weiterhin eines geben, worin wir Menschen unschlagbar sind: unsere Unberechenbarkeit, wenn es darum geht, Neues zu entwickeln.

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