Eine Schwangere beim Ultraschall (Foto: picture-alliance / dpa, Ulideck)

Lifestyle NEWS #219a: Warum dürfen Ärzte nicht über Abtreibung informieren?

In Deutschland ist Werbung für Abtreibung verboten. Die Ärztin Kristina Hänel soll jetzt Strafe zahlen. Entwickelt hat sich daraus der Hashtag #219a. Doch was bedeutet das?

Was bedeutet der #219a?

Einer der meistbenutzten Hashtags auf Twitter ist zur Zeit: #219a. Wir erklären dir, was er bedeutet.

Ich möchte Abtreiben - was mache ich?

Wenn man sich über Abtreibungen informieren möchte, kann man das im Internet ohne große Probleme tun. Und eigentlich könnte man denken: ich check mal eben die Homepage von meinem Arzt. Da wirst du aber wahrscheinlich keine Infos zum Thema finden.

Der Paragraf 219a im Strafgesetzbuch verbietet es nämlich, Werbung für Abtreibungen zu machen, wenn man dadurch Geld verdienen kann. Und da Ärzte an einer Behandlung verdienen, dürfen sie laut Gesetz nicht dafür werben.

Wer öffentlich (…) seines Vermögenvorteils wegen (...) Dienste zur Vornahme oder Förderung eines Schwangerschaftsabbruchs (…) anbietet, (…) wird (…) bestraft.

§ 219a Strafgesetzbuch

Die Ärztin Kristina Hänel wurde genau dafür schon letztes Jahr zu 6000 Euro Strafe verurteilt. Jetzt hat das Landgericht Gießen diese Strafe bestätigt. Doch Hänel hält den Paragrafen für verfassungswidrig und möchte den Fall bis vor das Bundesverfassungsgericht bringen.

Das Netz regt sich auf

Die Reaktionen im Netz zeigen, wie viele Menschen das Thema Abtreibung beschäftigt. Allein auf Twitter gab es sehr viele Meinungen zum Thema.

Es gibt viel Unterstützung für Frau Hänel

Viele Menschen haben vor dem Gericht gewartet, um ihre Solidarität zu zeigen.

So sieht es übrigens gerade vor dem Landgericht Gießen aus. #219a https://t.co/Og75oMG2ck

Ist der Paragraf noch sinnvoll?

Die meisten Twitter-User sind für eine Abschaffung des Gesetzes.

Heute muss sich @haenel_kh erneut vor Gericht verantworten. Es wird Zeit, dass die Gesetzgebung tätig wird und den aus der Zeit gefallenen #219a endlich aufhebt. Der @juristinnenbund wird sich weiter für #wegmit219a einsetzen!

Wer kennt sie nicht, die Frau, die richtig gerne Mutter werden wollte, aber sich dann, weil sie "Werbung" für Abtreibungen gesehen hat, doch dagegen entschieden hat? #219a

Ärzte sind unter anderem dazu da, um über medizinische Sachverhalte zu informieren. Dazu gehört nun mal auch eine Abtreibung. Punkt. #219a

Menschen die davon Ahnung haben und Studiert haben, also Ihr Beruf ist, dürfen nicht darüber informieren. Medien die die Tiefe nicht haben, ggf. voreingenommen sind dürfen das. Für ne Rechtsberatung frage ich demnächst dann mein Metzger um die ecke dann. #219a

Es gibt allerdings auch andere Stimmen. Manche halten Abtreibungen jeder Art für verwerflich.

Bei jenen, die die Tötung eines ungeborenen Kindes ganz o. k. finden, geht es nur um eines: Ich. Ich. Ich. Ich. Ich. Ich. Ich. Um jeden Preis! #219a

Die meisten User wollen allerdings möglichst gut informiert werden, wenn es um so schwierige Entscheidungen geht. Und das würde leichter werden, wenn der Paragraf bald abgeschafft wird.