Paar küsst sich (Foto: Unsplash/Alejandra Quiroz)

Lifestyle Liebe & Sex Fetisch Unterwäsche: Darum kauft Samuel Höschen im Netz

Wer einen Fetisch hat, spricht selten öffentlich darüber. Trotzdem gibt es viele Menschen, die einen Fetisch haben, wie Samuel.

*Hinweis: Samuels Name wurde von uns geändert

Meist ein absolutes Tabu-Thema: Fetische. Also Vorlieben, die die meisten Leute eher komisch finden. Wie der Fetisch von Samuel.

Samuel kaufte benutzte Unterwäsche

Samuel sprach mit uns ziemlich ehrlich über seinen Fetisch "getragene Unterwäsche". Er kaufte lange Zeit gebrauchte Höschen von einer Freundin, mit der Samuel früher ein Verhältnis hatte. Er sei aber noch Azubi und konnte sich die Unterwäsche nach einiger Zeit nicht mehr leisten. Deswegen suchte Samuel Frauen, die online günstiger ihre Wäsche verkaufen - und wurde schnell fündig.

Etwa 15 bis 30 Euro für einen benutzten Slip im Internet

Samuel war nicht im Darknet, um an die benutzte Wäsche zu kommen. Er hat alles über Social Media-Foren und Gruppen gefunden. Bezahlt hat Samuel zwischen 15 und 30 Euro pro Höschen. Der Preis sei je nach Tragedauer entsprechend höher, sagt Samuel. Es gäbe viele Anbieterinnen und dementsprechend viel Auswahl. Bevor Samuel aber wirklich Unterwäsche gekauft habe, ließ er sich immer Bilder von der Person in der Unterwäsche schicken, denn: Nur so konnte Samuel relativ sicher gehen, dass er auch wirklich getragene Wäsche für den Preis bekam. Erst danach wurde dann gekauft. Verschickt haben die Frauen die Höschen selten, meistens gab es eine persönliche Übergabe der luftdicht verpackten Wäsche, damit kein Geruch verloren gehe, wie uns Samuel erklärt.

Warum will man getragene Unterwäsche?

Samuel sagt, der Fetisch sei nicht die Wäsche an sich, sondern viel mehr der Geruch und die damit verbundene Fantasie. Samuel reize vor allem der Geruch der Wäsche seiner Bekannten. Bei der Wäsche von unbekannten Frauen ginge es dann eher um die unterschiedlichen Gerüche der verschiedenen Frauen. Nach einer Weile war für Samuel aber trotzdem Schluss:

Das war auf Dauer einfach zu teuer und es bringt dir nicht wirklich was, außer eben Schulden.

Samuel im Gespräch mit uns

Ein No-Go: Eine Beziehung mit jemandem, der Wäsche verkauft

Als wir Samuel gefragt haben, wie er es fände, wenn seine Partnerin/sein Partner getragene Unterwäsche verkaufen würde, war seine Antwort klar:

Bei der eigenen Freundin wäre das komisch. Deren Geruch will ich eher für mich haben.

Samuel im Gespräch mit uns

Wer auch einen Fetisch hat, kann Samuel vielleicht verstehen, für andere ist diese Vorliebe vermutlich erstmal merkwürdig. Deswegen: Danke an Samuel, dass er so offen über den Fetisch spricht und erklärt, warum für ihn der Fetisch nichts Abartiges ist.