Mai Thi (Foto: DASDING)

Lifestyle funk Liegt Homosexualität in den Genen?

DNA-Analysen liegen ja voll im Trend. Aber können unsere Gene echt verraten, wen wir lieben? Mai Thi vom funk-Format maiLab hat das mal geklärt.

Nach „Wie solltest du dich ernähren?“ und „Welches Make-Up passt perfekt zu deiner Haut?“ sollen DNA-Analysen jetzt angeblich auch Antworten auf die Frage nach der Sexualität geben – zumindest wenn man der App „How gay are you?“ glauben soll, die eine Weile verfügbar war.

Angeblich (so der Anbieter) habe sich die App auf eine wissenschaftliche Studie bezogen, bei der zur Genetik von Homosexualität geforscht wurde und die dieses Jahr veröffentlicht wurde. Mai Thi von maiLab und Kostas von Kostas Kind haben sich für ein Video zusammengetan und gecheckt, ob Homosexualität wirklich eine genetische Sache ist – und falls ja: was das bedeutet.

Wenn Sexualität in den Genen stecken würde – welche Bedeutung hätte das?

Kostas selbst ist schwul und erzählt in dem Video, dass er schon häufiger über solche Fragen nachgedacht habe. Welche Antwort auf die Frage er sich am Ende des Videos wünscht, weiß er zuerst noch nicht.


Auf der einen Seite wird Homosexuellen ja oft vorgeworfen, dass das nur ein Lifestyle wäre, den sie sich ausgesucht haben oder eine Entscheidung, die sie getroffen haben. In so einer Situation wäre es cool, wenn man sagen könnte: Das ist nicht so!

Kostas vom funk-Format Kostas Kind

Gleichzeitig hat er aber auch ein paar Bedenken.

Auf der anderen Seite kann das auch super gefährlich sein, weil so ein Wissen auch missbraucht werden kann. Stellt euch mal vor, man könnte vor der Geburt feststellen, ob ein Kind eventuell homosexuell wird oder nicht. Vielleicht würde dann in Ländern, in denen Homosexualität noch illegal ist, so ein Kind abgetrieben werden!

Kostas vom funk-Format Kostas Kind

Fazit: Steckt unsere Sexualität nun in den Genen?

Laut Mai Thi ist die Antwort darauf: Ja. Und nein.

Die spannende wissenschaftliche Erklärung dazu findet ihr im Video - genauso wie Kostas Reaktion!

Hier aber schon mal eine kurze und knappe Zusammenfassung von dem, was wir wissen sollten:

Homosexualität ist Mai Thi zufolge teilweise genetisch bedingt. Relevant seien dabei aber sehr viele Einflüsse, die sich summieren: Eine Art „Homo-Gen“ gebe es also nicht, stattdessen sei Homosexualität polygen, was bedeutet, dass sehr viele verschiedene Gene jeweils einen sehr geringen Einfluss haben.

Es sei zudem nicht auszuschließen, dass es auch biologische und auch umweltbedingte Einflüsse gibt, die uns schon im Mutterleib prägen.

Wichtig zu wissen sei aber auch, dass es im Moment technisch überhaupt nicht möglich sei, sexuelles Verhalten vorauszusagen. Das Gleiche gilt laut Mai Thi auch für andere Vorhersagen: Ein personalisierter Ernährungsplan basierend auf den Genen mache demnach ebenfalls wenig Sinn.

Die App "How gay are you" ist inzwischen nicht mehr online.