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Seit über zwei Wochen hat uns die Coronavirus-Pandemie fest im Griff. Die einen sitzen den ganzen Tag zu Hause und arbeiten im Home Office oder warten, dass die Schule und Uni wieder starten. Die anderen geben alles an der Supermarktkasse oder in der Krankenpflege. Eine Frage verbindet uns aber alle: Wann hat Corona ein Ende? MaiLab gibt eine realistische, aber auch etwas ernüchternde Antwort.

MaiLab: "Corona geht gerade erst los!"

Der 14. April gilt gerade für uns alle als das Datum, an dem sich so einiges entscheidet, wenn Politik und Wissenschaftler darüber beraten: Werden die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus nach dem 19. April nochmal verlängert oder können wir wieder in ein mehr oder weniger normales Leben starten und ein Ende der Corona-Krise ist nahe? Das Problem: Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es gerade keinen echten Anhaltspunkt, dass ein Ende von Corona so bald in Sicht ist.

MaiLab stellt in ihrem aktuellen Video die These auf: Corona geht gerade erst los. Und dafür gibt es (leider) auch so einige Gründe, die Mai in ihrem Video auch nochmal ausführlich erläutert:

Wie ist das eigentlich mit Herden-Immunität und Corona?

Experten gehen davon aus, dass sich in Deutschland rund 60 bis 70 Prozent der Menschen mit dem Coronavirus infizieren werden. Erst dann wäre der Großteil der Menschen, dadurch, dass sie Covid-19 schon überstanden haben, gegen die Viren immun. Und die Epidemie vorbei. Das Problem: Praktisch ist das, ohne einen Impfstoff, kaum möglich. Und der wird schätzungsweise frühestens im Frühjahr 2021 auf den Markt kommen.

Die Sache mit dem #FlattentheCurve

Warum wir gerade alle auf Abstand gehen und Social Distancing betreiben, ist mittlerweile vermutlich den meisten klar: Wir müssen die Kurve der Corona-Infektionen möglichst flach halten, um das Gesundheitssystem nicht zum Kollaps zum bringen. Und um im Umkehrschluss Menschenleben zu retten.

Das Ganze funktioniert, indem man die Reproduktionszahl R0, also die Anzahl der Menschen, die jeder Infizierte im Durchschnitt ansteckt, möglichst gering hält. Komplett ohne Maßnahmen zur Eindämmung läge dieser Wert beim Coronavirus bei 2-3. Experten gehen in ihren Berechnungen jedoch davon aus, dass dieser Wert auf maximal 1,1 gesenkt werden muss, um den Kollaps zu verhindern. Und das geht eben nur, indem wir möglichst wenig Kontakt zu Menschen haben. Alle. Und zwar sehr lange. Die Berechnungen beziehen sich nämlich fast alle auf einen Zeitraum von über einem Jahr.

Infektionsketten müssen wieder nachvollzogen werden können

Zu Beginn der Corona-Epedemie Anfang März konnten noch Infektionsketten nachvollzogen werden. Infizierte wurden isoliert. Kontaktpersonen ausfindig gemacht und ebenfalls getestet und isoliert. Das geht inzwischen, bei mehreren Tausend neuen Infizierten am Tag, nicht mehr. Das Ziel muss es deshalb sein, die Neuinfektionen so weit zu senken, dass man Infektionsketten wieder nachvollziehen kann. Und wir dann nicht mehr alle Kontakte pauschal vermeiden müssen.

Momentan steigen die Infektionen jedoch weiter jeden Tag stark an, weshalb es laut Mai Thi sehr realitätsfern sei, dass man in zwei Wochen einfach wieder alle Maßnahmen beenden könne.

Selbst in „Wuhan-Quarantäne“ würde es zwei Monate dauern

Bei Berechnungen, in denen die Reproduktionszahl nur bei 0,5 liegt, muss der Lock-Down mindestens 56 Tage, also knapp zwei Monate dauern, um die Epidemie zu überstehen. Das ist jedoch nur zu erreichen, wenn man wirklich alles abriegeln würde und für diese Zeit in einem Zustand wie zu Beginn des Jahres in Wuhan leben würde. Was wir faktisch nicht tun, weshalb die Reproduktionszahl bei uns höher ist und die Epedemie entsprechend länger dauern wird.

Nicht traurig sein - wir schaffen das! #zusammenhalten

Es ist ein Marathon. Aber ich kann auch nicht verstehen, wie Menschen 42 Kilometer laufen können - und trotzdem schaffen sie es.

Mai Thi

Das klingt alles ziemlich deprimierend und entmutigend. Aber irgendwie tut es doch auch ganz gut, eine realistische Einschätzung der Situation zu bekommen, die wissenschaftlich belegt ist, oder? Klar ist weiterhin: Je strikter wir uns ans Social Distancing halten, desto schneller überstehen wir alle diese Corona-Krise und ein Ende von Corona ist endlich in Sicht.

Für euch da #zusammenhalten (Foto: DASDING)

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