Tote Mädchen lügen nicht (Foto: Netflix)

Lifestyle Serien "Tote Mädchen lügen nicht": vor Start der dritten Staffel wird Suizid-Szene entfernt

Die Serie stand seit Veröffentlichung heftig in der Kritik. Bevor jetzt die dritte Staffel kommt, wurde die erste nochmal angepasst - die Suizid-Szene wurde entfernt.

"Tote Mädchen lügen nicht" ist eine der meistdiskutierten Serien. Seit 2018 gibt es die zweite Staffel auf Netflix und die ist ziemlich krass! Aufgrund der kontroversen Themen sollte die zweite Staffel eigentlich verschoben oder gar verhindert werden. Das ist offensichtlich nicht der Fall und bald startet schon die dritte Staffel!

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Die dritte Staffel soll kommen, trotz gewaltiger Kritik an der zweiten Staffel. Die sei zu negativ und habe Mobbing-Opfern jegliche Hoffnung auf eine Besserung ihrer Situation genommen.

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Netflix entfernt die heftige Suizid-Szene aus der ersten Staffel

Anscheinend reagiert der Streamingdienst doch auf die Kritik. Denn vor dem Start der dritten Staffel wurde die erste Staffel nochmal überarbeitet. In einem Statement heißt es, dass mit Medizin-Experten und Machern der Serie entschieden wurde, die explizite Selbstmord-Szene aus der ersten Staffel zu streichen.

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Stattdessen sieht man nur noch den Teil, in dem Hannah Baker ein letztes Mal in den Spiegel schaut, bevor ihre Eltern sie dann auffinden. Einige reagieren verwirrt auf diese Entscheidung und fragen sich: "Ist es nicht etwas zu spät dafür?"

Warum Netflix jetzt erst reagiert, ist unklar. Möglich wäre, dass sie damit auch auf den Start der dritten Staffel hinweisen wollen.

Worum geht es in "Tote Mädchen lügen nicht" überhaupt?

Staffel 1: Was auf den ersten Blick wie eine klassische Teenie-Serie aussieht, hat sich schnell als etwas ganz anderes herausgestellt. Es geht um Hannah Baker, ein junges Mädchen, das auf Kassetten 13 Gründe aufzählt, warum sie Selbstmord begangen hat. Diese Kassetten erreichen zwei Wochen nach ihrem Tod die Personen, die "Schuld" an ihrem letzten Schritt seien. Die Serie dokumentiert also fast Schritt für Schritt wie sich ein junges Mädchen in den Selbstmord stürzt.

Staffel 2: Die zweite Staffel handelt von der Zeit nach Hannahs Selbstmord, dem Gerichtsprozess gegen die Schule und wie die Hauptdarsteller damit umgehen. Auch diese Staffel beinhaltet 13 Folgen voller Spannung und Aufregung. Jedoch sind diesmal nicht Kasetten der Aufhänger sondern pikante Polaroid-Fotos. Alle Protagonisten wie Jessica, Clay und Bryce sind wieder mit dabei und auch einige Flashbacks mit Hannah machen die langersehnte Fortsetzung sehenswert.

Warum die Kritik an "Tote Mädchen lügen nicht"?

Das Parents Television Council aus den USA hat sich dafür eingesetzt, dass die zweite Staffel entweder gar nicht, später oder mit anderen Inhalten veröffentlicht werden sollte. Das Council ist eine von Eltern ins Leben gerufene Initiative, um Kinder vor ungewollten Inhalten zu schützen.

Denn gerade Jugendliche fühlen sich von dieser Serie angesprochen. "Wenn eine Serie in einer Highschool spielt, sind es natürlich Schülerinnen und Schüler, die sich als erstes angesprochen fühlen, nicht die Erwachsenen", erklärte Tim Winter vom Parents Television Council gegenüber The Spectrum.

Nachahmungsgefahr zum Suizid?

Hinzu kommt noch, dass der Selbstmord sehr detailliert dargestellt wurde. Kritiker bringen immer wieder an, dass diese Szenen und die gesamte Handlung weitere junge Menschen in den Suizid treiben könnte.

Die zweite Staffel "Tote Mädchen lügen nicht" ging trotzdem an den Start

Trotz aller Bemühungen: Auch die zweite Staffel "Tote Mädchen lügen nicht" wurde wie geplant ausgestrahlt. Seit dem 18. Mai ist die Serie online verfügbar. Einige Anforderungen des Parents Television Council wurden umgesetzt, zum Beispiel dass vor und nach jeder Folge eine Telefon-Hotline für Betroffene von Mobbing und Depressionen eingeblendet wird. Auch wird immer darauf hingewiesen, dass diese Serie nicht unter 16 Jahren angeschaut werden darf und welche Thematik sie behandelt.

Medienforscher Markus Schäfer erklärt, wieso und warum, solche Serien eine Gefahr darstellen können.

Interview mit dem Medienpsychologen Markus Schäfer: