Im Auto sicher vor Gewitter? (Foto: Imago, Gottfried Czepluch)

Lifestyle Check Gewitter-Mythen: Bist du im Auto wirklich sicher?

"Blitz schlägt in Auto ein - Flughafenmitarbeiter verletzt." Von wegen also das Auto ist sicher? Wir checken die Mythen!

🌩️ Mythos 1: Im Auto kann dir im Gewitter nichts passieren

Wir können dich beruhigen: Im Auto bist du in aller Regel sicher. Die Fahrzeugkarosserie bildet einen faradayschen Käfig, der leitet die elektrische Entladung um die Insassen herum. Denn: Metalle (also die Karosserie) haben einen geringen elektrischen Widerstand und elektrische Ladungen (also Blitze) suchen sich eben immer den Weg mit dem geringsten elektrischen Widerstand. Der perfekte Blitzableiter also. Es kann also nichts passieren, WENN du als Insasse nicht das Metall berührst. Die Autos sind heute aber eigentlich fast alle komplett mit Kunststoff ausgekleidet, also keine Gefahr. Damit du auch im Cabrio sicher bist, musst du während eines Gewitters alle Fenster und das Schiebedach geschlossen halten. Dann ist auch ein Cabrio so ein faradayscher Käfig.

🌩️ Mythos 2: Ein Blitz kann durch Wohnungen schießen

Durch die Wohnung "schießen" nicht. Oft wirken Stahlbetonstreben am Gebäude unbeabsichtigt als Blitzableiter.Trifft ein Blitz ein Haus ohne Blitzableiter, besteht Gefahr, vor allem durch Feuer. Außerdem können Leitungen den Strom ins Innere führen. Dann gilt es, besonders metallische Gegenstände zu meiden. Bei manchen Häusern sind Teile, die Strom leiten, am Blitzableiter angeschlossen. So wird der Strom abgeführt wird, bevor er ins Haus gelangt. In vielen Ländern jedoch bieten etwa Telefonkabel eine Schwachstelle: Werden sie überirdisch geführt, können sie Blitze ins Gebäude leiten. Wer dann gerade beim Telefonieren seine Hand an die Heizung hält, wäre in Lebensgefahr. Die Schwachstelle: Telefonkabel. Werden sie überirdisch geführt, können sie Blitze ins Gebäude leiten. Wer dann gerade beim Telefonieren seine Hand an die Heizung hält, wäre in Lebensgefahr. Handys ungefährlich, weil sie nicht an ein Kabelnetz angeschlossen sind.


🌩️ Mythos 3: Wer vom Blitz getroffen wird, fällt tot um

Solle ein Blitz in einen Menschen einschlagen bedeutet das nicht immer lebensbedrohliche Verletzungen. Die Sterblichkeit liege laut dem Magazin Focus bei 30 Prozent. Wie schwer die Verletzung ist, kommt darauf an, wo der Blitz genau im Körper einschlägt und welchen Weg er durch den Körper nimmt. Die Spätfolgen sind bisher noch nicht anzuschätzen. Spätfolgen seien wohl Beeinträchtigungen beim Schmecken und Fühlen.

🌩️ Mythos 4: Hohe Gebäude und Gegenstände schützen

Der Schutz von hohen Gebäuden wird überschätzt. In München wurde zum Beispiel ein Baum vom Blitz getroffen, der in der Nähe vom Olympiaturm entfernt war. Der Schutzbereich von hohen Bäumen, Strom- oder Fahnenmasten ist zwar da - aber gering. Schon 50 Meter weiter weg, kann der Blitz einschlagen.

🌩️ Mythos 5: Der Blitz wird von Metall und Handystrahlung angezogen

Schmuck zieht das Metall den Blitz an? Dadurch erhöht sich nicht die Chance, vom Blitz getroffen zu werden. Wird ein Mensch tatsächlich vom Blitz getroffen, kann der Schmuck aber durchaus Auswirkungen auf den Grad der Verletzungen haben. Es kann dadurch zum Beispiel zu Verbrennungen kommen. Dass die Handystrahlung einen Blitz anzieht, ist ebenfalls nur ein Mythos.