Food Fotografie Instagram (Foto: Steve Daniel / unsplash.com)

Lifestyle SOCIAL MEDIA So einfach kannst du dir mit Instagram Kaffee, Essen und Rabatte holen

Du hast kein Geld dabei, aber dafür ein paar Follower auf deinem Insta-Kanal? Dann hast du gute Chancen das nächste Getränk für eine Story komplett for free zu bekommen. Diese fragwürdigen Apps können dir dabei helfen.

Noch nie war es so einfach eine laufende Werbefläche für jedes x-beliebige Produkt zu sein. Follower und Likes kann man sich auf Instagram erkaufen, die passenden Werbedeals mittlerweile einfach über Apps holen. Das Problem: Für User auf Instagram ist es zunehmend schwerer zu unterscheiden: Was zum Teufel ist denn jetzt Werbung und was nicht?

So funktionieren Apps, mit denen du Werbedeals für deinen Insta-Account sichern kannst

Eine App, die die Vermittlung von Werbung und Influencern anbietet, ist Freachly.

Um die App nutzen zu können, muss man einen Beitritt anfragen. Innerhalb von 24h wird der Instagram-Kanal überprüft und zugelassen. Die Zulassungs-Kriterien sind nicht offen kommuniziert, aber unter einer Bewertung hat sich das Team von Freachly dazu geäußert:

Bewertung App Freachly (Foto: Screenshot App-Store Bewertungssektion Freachly)
Screenshot App-Store Bewertungssektion Freachly

Sobald man aber drin ist, hat man freie Fahrt: in einigen größeren Städten wie Frankfurt oder Mannheim kann man durch seine Location Deals in der Nähe finden. Man muss sie vorher über die App "annehmen" und sieht sofort die Bedingungen: Man muss eine Story oder einen Feed-Post auf seinem Kanal veröffentlichen, einen bestimmten Hashtag der Marke verwenden und die Location verlinken. Dass man "Werbung" dazu schreiben muss, wird nicht erwähnt.

Instastory im Austausch für Produkte: wie läuft das ab?

Kaffeegetränk deiner Wahl für eine Story, Sushi im Wert von 40€ für einen Feedpost, 15% Rabatt auf Kleidung oder sogar eine ganze Übernachtung im Hotel kann man sich durch einen Klick besorgen. Dann wird ein QR Code in dem Laden gescannt und damit ist der Deal angenommen. Ob dir also das Sushi schmeckt oder nicht: ab jetzt MUSST du diesen Post machen. Du kannst nach 14 Tagen sogar zum selben Laden wieder kommen und das gleiche nochmal abziehen.

Warum sind solche Apps wie Freachly problematisch?

Kurz gesagt: Schon ab 1.000 Followern kann man zu solchen Apps zugelassen werden. Es wird also immer schwieriger zu erkennen: wer ist ein Influencer? Ist dieses Bild eigentlich Werbung? Außerdem könnte die Werbung auch komplett "fake" sein. Denn so richtig sehen, ob das Essen oder das Hotel gut war kann man durch den Feedpost nicht. Moderatorin und Bloggerin Victoria van Violence hat diese Problematik auch angesprochen, denn sie hat sich bei solchen Apps registriert und hält diese Art von Werbung für nicht richtig:

Influencer, das Wort können viele von euch nicht mehr hören. Und ich verstehe das komplett. Denn viele nutzen ihren Einfluss QVC-artig einzig für Werbung, ohne Sinn und Verstand. In meiner Story habe ich über etwas gesprochen, was unter Influencern immer weiter verbreitet ist. Es gibt eine App, die einem bestimmte Deals vorschlägt. Z.b. ein kostenloses Essen plus Getränk für eine Instastory oder Wertgutscheine für einen Feedpost. Das sind vor allem Restaurants und Imbissbuden, aber auch Maniküresalons und Zahnärzte, die dort Rabatte gegen Posts anbieten. In meinem Feed tauchen jüngst immer mehr Beiträge auf, die offensichtlich solchen Deals entspringen. Das ist nicht nur wahnsinnig intransparent, sondern fühlt sich für mich auch nicht ganz richtig an. An dieser Stelle möchte ich aber sagen, dass das natürlich jede*r selbst entscheiden muss und soll! Aber ich möchte zumindest mal darauf hinweisen und habe auch eine Idee, wie wir das positiv nutzen können! (Dazu gleich mehr.) Mit meinem knapp 200.000 Followern habe ich mich nun auch mal dort registriert und ich bekomme wirklich viele Angebote über die App. Aber ich möchte keinen Deal abschließen, der mich dazu zwingt, nach einem Essen einen tollen Beitrag posten ZU MÜSSEN. Denn vielleicht mag ich das Essen ja gar nicht und würde euch ja somit Quatsch erzählen und für mich persönlich, fühlt sich das auch nicht richtig an. Es gibt jedoch Firmen und Restaurants, die gewillt sind, kostenloses Essen auszugeben. Und das ist der Punkt! In Deutschland sind 1,5 Millionen Menschen auf die Tafeln angewiesen, während mancher Influencer dreimal am Tag kostenlos essen geht. Daher möchte ich euch meine Idee vorstellen: Liebe Influencer, werdet zu #carefluencer ❤️Auf der Straße, vor allem in Berlin, sitzen so viele Menschen und fragen nach Essen. Wenn ihr beispielsweise am Hbf seid, dann zückt die App, holt euch euren Gratisburger und gebt ihm wen, der es wirklich nötig hat. Denn, Hand aufs Herz, es gibt Menschen, die brauchen es dringender als wir! Vielleicht landet ihr ja auch mal jemand auf ein Abendessen ein und bereitet einem anderen Menschen einen tollen Abend. Teilt eure Geschichte gerne unter dem Hashtag #carefluencer ⬇️

#Carefluencer als Gegenbewegung zu Influencern

Statt den Gratisburger selbst zu essen, den man sich durch solche Apps holen kann - wie wär's wenn das Essen weitergegeben wird an Menschen, die es nötiger haben? So hat man zumindest nicht einfach Werbung für eine Kette gemacht, sondern kann vielleicht etwas Gutes damit verbinden. Den Post dazu kann man ja trotzdem machen...