App TikTok (Foto: Imago, photothek)

Lifestyle Netztrends Wegen Millionenstrafe: So werden junge TikTok-User jetzt ausgeschlossen

Die Betreiber der App TikTok müssen eine Geldstrafe von 5,7 Millionen Dollar zahlen, weil sie unerlaubt Daten von jungen Nutzern gesammelt und gespeichert haben sollen. Jetzt reagiert das Netzwerk mit Ausschluss von unter 13-Jährigen.

TikTok. Wer von dieser App noch nichts gehört hat, hat das letzte Jahr wahrscheinlich in einer Höhle gelebt. Weltweit wurde die App mittlerweile über eine Milliarde mal heruntergeladen und hat nach eigenen Angaben weltweit 500 Millionen aktive Nutzer - allein in Deutschland gibt es, laut dem Fachportal Digiday, rund 4,1 Millionen monatliche Nutzer.

So. TikTok ist also eine momentan super gehypte App, die das erste soziale Netzwerk werden könnte, was weltweit genutzt wird. Denn: Facebook, Instagram, Twitter und WhatsApp sind in China verboten oder stark eingeschränkt - und TikTok kommt aus China. Allerdings gibt es für den chinesischen Markt die eigene App "Douyin", die genau das Gleiche kann - nur sind die Netzwerke momentan noch voneinander getrennt. Da die Server der App in Singapur stehen, können sie so die politischen Restiktionen der chinesischen Regierung umgehen.

Darum muss TikTok jetzt eine Millionenstrafe zahlen

Gerade junge Jugendliche nutzen das soziale Netzwerk sehr viel - doch sind die User zu jung, wird es zum Problem für die App. Denn die US-amerikanische Federal Trade Commission (kurz: FTC) sieht einen Vertoß darin, dass Kinder unter 13 Jahren Videos ohne die Erlaubnis ihrer Eltern auf TikTok hochladen.

Um ein Profil überhaupt zu erstellen, fordert das Netzwerk laut der FTC von allen Nutzern E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Nutzername, Vor- und Nachname sowie biographische Angaben und ein Profilbild. Diese Daten der unter 13-Jährigen wurden von der App ohne Einwilligung der Eltern unerlaubt gesammelt und gespeichert - das verstößt gegen den Children's Online Privacy Protection Act.

"Wir nehmen die Durchsetzung des entsprechenden Rechts sehr ernst und werden es nicht tolerieren, wenn sich Unternehmen nicht daran halten."

FTC

Unter 13-Jährige jetzt von App ausgeschlossen

TikTok hat das Urteil akzeptiert und zahlt nicht nur die Strafe von umgerechnet rund fünf Millionen Euro. Das Unternehmen reagiert auch insofern darauf, dass sie alle Kinder unter 13 von Uploads ausschließen. Außerdem werden alle ihre bisher hochgeladenen Videos gelöscht und sie können nicht mehr kommentieren oder sich überhaupt ein Profil anlegen. Bestehende Profile von unter 13-Jährigen wurden gelöscht.

Um sicherzustellen, dass die Nutzer älter als 13 sind, sollen sie jetzt eine Kopie eines amtlichen Dokuments im Bereich "Report a Problem" hochladen. Die Betreiber von TikTok haben jetzt außerdem angekündigt, eine neue App zu starten, die sich an die jüngsten Nutzer richtet und zusätzlichen Schutz vorsieht.

Kritik an TikTok nicht neu

Der Reiz der App besteht auch darin, dass jeder Nutzer auf der Welt jedes Video sehen kann. Das hat aber auch den großen Nachteil, dass sich auch Hater und sogar Pädophile dort herumtreiben, um gezielt junge Teenager anzuschreiben und sich Opfer zu suchen.

Inzwischen können Nutzer wählen, ob sie ihr Profil auf öffentlich stellen oder privat halten wollen - auch wer kommentieren darf und wen sie blocken wollen. Gerade hat TikTok erst getwittert, wie man DMs auch komlett ausstellen kann:

TikTok Tips: chat ONLY with the people you know 💬 https://t.co/MLKhYzAkxR

Hinsichtlich der Sicherheit der Daten deutscher Nutzer verweist TikTok auf seine Datenschutzerklärung. Das Unternehmen verpflichtet sich darin, die Informationen und die Privatsphäre der Nutzer zu schützen: Man habe Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit und den Schutz der Daten zu gewährleisten. In der Datenschutzerklärung heißt es aber auch: Die Übertragung der Daten erfolge letztlich auf eigenes Risiko.