WhatsApp-Logo (Foto: SWR)

Lifestyle Smartphone Sicherheitslücke beim WhatsApp-Videoanruf: Betrifft es auch dich?

Es wurde mal wieder eine Lücke bei WhatsApp gefunden, weshalb laut Experten mehrere Milliarden Nutzer von einem Virus bedroht sein sollen. Wir erklären dir, was du jetzt tun solltest und wie schlimm es wirklich ist.

Software-Experten des "Project Zero", das von Google betrieben wird, haben eine neue Sicherheitslücke im System von WhatsApp gefunden, mit der Hacker unerwünschte Programme auf deinem Handy installieren und so alle deine Daten ausspionieren können. Das Ganze funktioniert über einen Videoanruf, der erstmal nicht wie eine Spam-Attacke wirkt. Anrufe von fremden Nummern solltest du deshalb auf keinen Fall annehmen!

Ganz wichtig: Lade dir am besten direkt die aktuellste Version von WhatsApp aus dem Apple App Store (Version 2.18.93) oder dem Google Play Store (Version 2.18.302), wenn das noch nicht automatisch bei dir passiert ist. Angeblich sind die Sicherheitsprobleme in der aktuellen Version, die seit dem 28. September nach und nach veröffentlicht wurde, behoben. Wenn diese Version bei dir im Store noch nicht verfügbar ist, kannst du sie auch ganz einfach über die Webseite von WhatsApp laden.

Eine weitere Lücke im System: Darauf solltest du ebenfalls achten!

Die IT-Sicherheitsfirma Checkpoint hat drei verschiedene Wege gefunden, wie auf WhatsApp manipuliert werden kann und betont, wie wichtig es ist, dass darauf aufmerksam gemacht wird. Es soll dabei um die Schwachstelle gehen zwischen der Android-App und WhatsApp Web in der Desktopversion.

Das könnten Hacker also in Gruppenchats anstellen:

1️⃣ Durch die Zitierfunktion kann in einem Gruppenchat die Identität des Senders geändert werden, auch wenn dieser nicht Teil der Gruppe ist.

2️⃣ Eine originale Nachricht, die in der Gruppe zitiert wird, kann dadurch in der zitierten Version verändert werden.

3️⃣ Eine Nachricht kann im Gruppenchat nur an eine einzige Person geschickt werden, wobei diese Person die Nachricht als normale und öffentliche Nachricht in der Gruppe wahrnimmt. Die Antwort darauf wäre dann wieder für alle Mitglieder der Gruppe sichtbar.

Und so schaut das dann aus:

Betrifft diese WhatsApp-Sicherheitslücke auch mich?

Die manipulierten Nachrichten können in kleinen Chats problemlos überprüft werden, in dem man auf die zitierte Nachricht klickt und zu der Originalnachricht geleitet wird. Es könnte also höchstens erst bei Gruppenchats mit überdurchschnittlich vielen Teilnehmern unübersichtlich werden. Außerdem werden Gruppenchats in erster Linie mit Freunden, Kollegen und Bekannten zusammen benutzt. Noch ist auch kein Fall bekannt, bei dem diese Sicherheitslücke ausgenutzt wurde. Auch WhatsApp selbst wird kein Sicherheitsupdate herausbringen und erklärt gegenüber der New York Times, dass das Problem nichts mit der End-to-End Verschlüsselung zutun habe und ungefähr dem Versuch gleicht, eine E-Mail zu fälschen.