Bird Box Challenge Verbot (Foto: dpa/picture alliance/Everett Collection)

Lifestyle YouTube Darum will YouTube Prank-Videos verbieten

"Bird Box"-Challenge, Tide Pod-Challenge oder normale Pranks: YouTube verbietet in seinen neuen Community-Guidelines gefährliche Videos. Doch wie ernst meinen sie das?

"Wir pranken heute Leute mit der Tasche und tun so, als ob es eine Bombe wäre!" Genau das hat sich wohl Youtuber Apored vor längerer Zeit mal gedacht. Und gedacht - getan! Mitten in einer belebten Fußgängerzone stellte er einigen Leuten eine schwarze Tasche vor die Füße und rief dann "30 Sekunden habt ihr alle Zeit, rennt lieber, wenn euer Leben etwas wert ist." Im Video sieht man daraufhin eine Frau panisch wegrennen.

Solche Pranks gibt es zigfach bei YouTube und seit Neustem verstoßen sie gegen die Community-Guidelines des Videoportals. Genauer geht es unter anderem um folgende Videos:

Wir erlauben [...] keine Streiche, bei denen Opfer glauben, dass sie in Gefahr sind, oder Streiche, die echte körperlichen Schäden verursachen können. Gefährliche oder missbräuchliche Streiche, die bei Kindern zu emotionalem Stress führen können, sind ebenfalls verboten.

YouTube Richtlinien

Damit wird schon klar: Nicht alle Pranks sind verboten, sondern lediglich Videos, die Menschen in Gefahr bringen oder zumindest den Anschein machen. In den FAQ zum Richtlinien-Update werden auch Pranks wie "Terrible Christmas Presents" von US-Moderator Jimmy Kimmel erwähnt. Da hier aber niemand zu Schaden kommt, bleiben solche Pranks erlaubt.

Auch gefährliche Challenges werden verboten

Leute kauen Waschmitteltabs (Tide Pod-Challenge) oder fahren mit verbundenen Augen Auto (Bird Box-Challenge) - es gibt immer wieder Challenges auf YouTube, bei denen man sich denkt: Wer ist bitte so blöd?! Genug Leute, wie es aussieht. Darum verbietet YouTube jetzt diese Art von Challenges in seinen neuen Richtlinien.

Herausforderungen, bei denen ein Todesrisiko besteht, sind auf YouTube verboten. Inhalte, bei denen ein Kind an gefährlichen Herausforderungen teilnimmt, die ein unmittelbares Verletzungsrisiko darstellen, sind ebenfalls verboten.

YouTube Richtlinien

Wie ernst es Youtube meint, bleibt abzuwarten

YouTube steht seit Jahren immer wieder in der Kritik, sie würden ihre Richtlinien nicht konsequent genug durchsetzen. Buzzfeed News hat zum Beispiel letztes Jahr über zahlreiche Videos berichtet, die bei YouTube sexuelle Handlungen zwischen Mensch und Tier zeigen. Bei unserer Recherche konnten wir diese Videos nicht mehr finden. Das könnte daran liegen, dass YouTube Ende 2018 fast acht Millionen Videos gelöscht hat. Die meisten davon mit sexuell freizügigem Inhalt, viele aber auch mit extremistischen Handlungen. Das zeigt zumindest, dass YouTube langsam seine Regeln strenger durchsetzt.

Wir werden sehen, inwiefern das auch gefährliche Pranks oder Challenges von größeren Youtubern betreffen wird. YouTube räumt jetzt eine Frist von zwei Monaten ein, um vorhandene Videos zu löschen, die durch die neuen Richtlinien verboten sind.