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Viele Menschen haben Angst vor den Symptomen und den Risiken. Wer zur Risikogruppe gehört und wie sich jeder jetzt verhalten sollte, kannst du hier nachlesen.

Seit Anfang des Jahres zieht sich ein Thema durch alle Schlagzeilen: Das Coronavirus. Genauer gesagt, das NEUARTIGE Coronavirus. Denn Coronaviren gibt es schon länger - das SARS-Virus war beispielsweise auch ein Coronavirus.

Momentan ist die Lage so: Wir müssen uns über den Ernst der Lage alle klar sein, sollten aber keinesfalls in Panik verfallen. Warum, erklären wir jetzt.

Wird sich das Coronavirus noch weiter in Deutschland ausbreiten?

Leider hat sich das neuartige Coronavirus bisher schon extrem in Deutschland ausgebreitet und wird das auch weiterhin tun. Experten rechnen damit, dass die Zahl der infizierten Menschen in den nächsten Wochen weiter und weiter steigen wird. Damit sich sich das Virus nicht so schnell ausbreitet, haben Bund und Länder bereits einige Maßnahmen ergriffen: Zuerst wurden unter anderem Geschäfte, Spielplätze, Hotels, Bars und Clubs geschlossen, inzwischen beispielsweise auch Friseure und Restaurants (es darf aber weiterhin Essen geliefert werden).

Außerdem haben die Länder am 22. März gemeinsam mit der Bundesregierung neue Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ausgearbeitet und ein "Kontaktverbot" beschlossen.

Bund und Länder haben sich auf ein Kontaktverbot geeinigt, um die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. ❌ Im Kontaktverbot festgehalten wurde: Ansammlungen von mehr als zwei Personen sind verboten. Ausgenommen sind Familien oder Personen, die in einem Haushalt leben. Generell soll in der Öffentlichkeit ein Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten werden. Gastronomiebetriebe, Friseure und Kosmetikstudios sollen geschlossen sein. ✅ Erlaubt ist weiterhin: Der Weg zur Arbeit, Betreuung von Hilfsbedürftigen, Sport (sofern kein Teamsport). Diese Vorschriften gelten für die nächsten zwei Wochen. Wer diese Maßnahmen nicht einhält, muss mit Geldstrafen oder Sanktionen rechnen. Mehr Infos zum Coronavirus und was das für dich bedeutet, kannst du auf DASDING.de nachlesen 👈 #coronavirus #jetztzusammenhalten #dasding #news #nachrichten #coronaupdate #kontaktverbot

Ausbreitung verlangsamen - warum eigentlich? Vielleicht denkt man erst, "Warum denn die Ausbreitung nur verlangsamen?". Dass sich das Virus ausbreitet, ist nicht mehr zu verhindern. Damit jetzt aber die Erkrankten mit schwerwiegenden Symptomen ausreichend versorgt werden können, dürfen nicht zu viele Menschen gleichzeitig krank sein. Sonst wären Krankenhäuser maßlos überfordert. Damit das nicht passiert, arbeiten Bund und Länder rund um die Uhr an den richtigen Maßnahmen, um die Ausbreitung zu verlangsamen.

Was gut ist: In Deutschland sind wir gut auf das Coronavirus vorbereitet und die Krankheit verläuft in den meisten Fällen milde (bei jungen, gesunden Menschen).

Corona-Krise: Das sollten wir alle jetzt tun

Vor allem eins: nämlich zuhause bleiben und wenig Kontakt mit anderen zu haben. Bundeskanzlerin Merkel rief dazu auf, wo immer es möglich ist, auf Sozialkontakte zu verzichten. Auch wenn das neuartige Coronavirus für die jüngere Generation keine große Gefahr darstellt, müssten sich junge und gesunde Menschen trotzdem sehr umsichtig verhalten, denn: Wenn wir zum Beispiel unsere Großeltern besuchen, können wir als sogenannte "stille Überträger" des Virus fungieren.

Mit dem Verzicht auf direkte, soziale Kontakte schützen wir die Menschen, für die eine Infektion lebensbedrohlich werden und die im schlimmsten Fall bei zu vielen Erkrankten nicht ausreichend versorgt werden würden. Also: #StayHome! Die Experten des Robert-Koch-Instituts stufen die Gefährdungslage für die Gesundheit der Bevölkerung im Moment als hoch ein. Grund sei die Dynamik der Pandemie (20.03.2020).

Karte: Hier checkst du alle bisherigen Infektionen zum neuen Coronavirus

Die Karte wird ständig aktualisiert. Unter Länderauswahl kannst du dann zum Beispiel "Deutschland" auswählen. Das Problem: Bisher wird ja die meiste Zeit nur von den Infizierten oder Todesfällen gesprochen. Dabei ist - wie die Karte zeigt - die Zahl der genesenen Patienten ziemlich hoch.

Ist die Ansteckungsgefahr bei Ärzten zurzeit hoch?

In Wartezimmern bei Ärzten besteht immer die Gefahr, dass man sich bei anderen Kranken ansteckt. Deshalb nicht zum Arzt zu gehen, wenn man sich krank fühlt, ist allerdings auch nicht richtig. Wenn man bei sich selbst Symptome einer Grippe feststellt, sollte man deswegen unbedingt telefonisch einen Termin ausmachen und dort schon möglichst genau beschreiben, was man hat.

So könne die Sprechstundenhilfe gleich feststellen, ob man selbst ein Fall für das Wartezimmer ist oder ob das zu gefährlich wäre. Bei begründetem Verdacht auf das Coronavirus könne es auch sein, dass der Hausarzt den Patienten gleich ins Krankenhaus einweist.

Für wen ist das Coronavirus wirklich gefährlich?

Die chinesischen Behörden hatten nach den ersten 1.000 Todesfällen alle Daten, die es bis dahin gab, ausgewertet. Dadurch wollten sie herausfinden, auf wen das Virus am meisten Auswirkungen hat. Die Ergebnisse aus dieser Berechnung zeigten damals: Statistisch gesehen starben in China bis zur Auswertung eher alte und vor allem kranke Leute an der Krankheit. Außerdem zeigten die Zahlen, dass Männer im Untersuchungszeitraum eine höhere Sterblichkeitsrate haben als Frauen (2,8 Prozent der Infizierten Männer verstarben, allerdings nur 1,7 Prozent der infizierten Frauen). Laut Forschern ist das bei allen Virusinfektionen so. Frauen könnten Viren demnach besser bekämpfen.

Bisher lassen die Zahlen aber darauf schließen: Ab einem Alter von 50 Jahren steigt das Risiko, an der Infektion zu sterben, deutlich an. In China auf etwa 0,8 Prozent. Am stärksten gefährdet sind Menschen ab 80, hier sind 14,8 Prozent der Infizierten in der chinesischen Auswertung gestorben.

Zur Risikogruppe zählen folgende Personen:

  • Ältere Personen (ab 50 Jahre)

Sowie unabhängig des Alters:

  • Raucher
  • Vorerkrankung des Herzens (z.B. koronare Herzerkrankung)
  • Vorerkrankung der Lunge (z.B Asthma, chronische Bronchitis)
  • Chronische Lebererkrankung
  • Diabetes mellitus (wegen Begleiterkrankungen)
  • Krebserkrankung
  • Unterdrücktes oder schwaches Immunsystem (Menschen mit Einnahme immunschwächender Medikamente wie Cortison, HIV-Patienten ohne Therapie)

Diese Zahlen über Erkrankung und Sterblichkeit können aber nicht einfach auf Deutschland übertragen werden. Das Gesundheitssystem (z.B. wie werden Erkrankte versorgt) ist in Deutschland anders, als in China. Wie viele Menschen auf das Virus getestet werden, wirkt sich auch auf die ersten Zahlen aus. Eine höhere Zahl an offiziell bestätigten Infizierten heißt nicht unbedingt, dass ein Land stärker betroffen ist – vielleicht wird auch einfach besser getestet.

Die Zahlen geben bisher also nur ein erstes Bild, wie sich das Risiko verteilt.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, am Coronavirus zu sterben?

Laut dieser ersten chinesischen Auswertung: Sehr gering. Nur 0,9 Prozent aller infizierten Menschen, die ansonsten keine Krankheiten haben, sind an dem Virus gestorben. Der Virologe Christian Drosten geht am Ende der Pandemie von einer sogenannten Letalität von 0,3 bis 0,7 Prozent aus. Für junge Menschen sei die Wahrscheinlichkeit viel geringer als für ältere, vorerkrankte Menschen. Laut der Auswertung liegt die Wahrscheinlichkeit am Coronavirus zu sterben bei Menschen im Alter von zehn bis 39 Jahren bei gerade mal 0,2 Prozent.

Ist das Coronavirus gefährlicher als die saisonale Grippe?

Das lässt sich nicht so einfach sagen. Erstens ist das Coronavirus weltweit noch nicht lange genug erforscht – zweitens sind die Grippe-Zahlen, die jedes Jahr erhoben werden, zu ungenau. Aus vielen Ländern gibt es nur unvollständige Angaben. Die WHO schätzt, dass jedes Jahr drei bis fünf Millionen Menschen schwer an der Grippe erkranken und davon zwischen 290.000 und 650.000 Menschen sterben. Das ist schon eine riesige Zahl – die Zahl der Corona-Toten ist davon noch weit entfernt.

Wieso reden dann alle über das Coronavirus?

Jetzt kann man sich natürlich fragen: Wieso sprechen dann alle über das Coronavirus? Das lässt sich schnell erklären: Gegen die Grippe gibt es Impfungen, gegen das neuartige Coronavirus bisher nicht. Das bedeutet natürlich, dass selbst das medizinische Personal in Krankenhäusern nicht dagegen geimpft ist, wie es bei der saisonalen Grippe üblich ist. Und da sich das Virus unter den Menschen erst seit Kurzem ausbreitet, lässt sich auch noch nicht sagen, wie gefährlich es wirklich ist. Deswegen: Lieber zu viel darüber sprechen und Leben retten als einmal zu wenig.

Wie kann ich mich am besten vor dem Virus schützen?

Wenn du dich aber trotz der geringen Wahrscheinlichkeit möglichst gut absichern willst, solltest du dich so gut wie möglich an die üblichen hygienischen Grundsätze halten. Was du da beachten solltest, haben wir mal zusammengefasst:

  1. Oft die Hände mit Seife waschen. Falls kein Waschbecken in der Nähe ist, wird empfohlen, sich möglichst selten mit den Händen in die Augen, an den Mund oder an die Nase zu fassen. Außerdem sollte man dann auch lieber mit Messer und Gabel essen.
  2. Wenn jemand krank ist, Abstand halten! Wie bei jeder Krankheit sollte man möglichst nicht zu nahe neben Menschen stehen, die irgendwelche Symptome zeigen. Niesen, Husten oder Schwitzen zum Beispiel.
  3. Wenn man selbst niesen oder husten muss: wegdrehen! Am besten hält man sich dabei ein Taschentuch vor den Mund und wirft das danach weg. So wird verhindert, dass sich die Tröpfchen aus unserem Mund, über die sich das Coronavirus verbreitet, im Raum verteilen.  

Coronavirus-Podcast

Unsere Kollegen vom NDR haben auch einen Corona-Podcast gestartet. Darin updatet uns der Virologe Prof. Christian Drosten jeden Tag über den aktuellen Stand der Corona-Forschung und erklärt, wie gefährlich die Lage wirklich ist. Den Podcast gibt es zum Beispiel hier: