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Ein Berliner Künstler hat mit 99 Handys einen falschen Stau auf Google Maps vorgetäuscht. Wir haben beim Test gemerkt: das funktioniert schon mit deutlich wenigeren Handys.

Anfang Februar hat der Künstler Simon Weckert auf YouTube ein Video gepostet, in dem er mit einem Bollerwagen durch die Straßen von Berlin fährt, um einen Fake-Stau zu verursachen. Er behauptet, dass in diesem Wagen 99 Handys sind und er blendet im Video vermeintliche Liveaufnahmen der Google Maps-Karte ein.

Stau durch Handys im Bollerwagen

Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie die Straßen, durch die Simon läuft, immer röter werden. Das bedeutet in der App ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Simon läuft anscheinend auch mal vor der Google Zentrale in Deutschland entlang und auch dort färbt sich die Karte rot.

Unser Test zeigt - das funktioniert wirklich!

Ein Künstler in Berlin behauptet, dass er mit 99 Handys einen Fake-Stau auf Google Maps verursacht hat. Unser Test zeigt: das funktioniert! 😯😍 ____ #test #maps #handys #smartphones #stau #künstler #dasding

Wir haben aus der Redaktion 27 Handys eingesammelt, sie in einen Metallwagen gepackt und sind damit zur nächsten größeren Straße gerollt.

Als wir ankamen, war die Straße auf Google Maps grün gefärbt. Aber schon nach einem kurzen Moment hat sie sich rötlich verfärbt. Je weiter wir die Straße heruntergefahren sind, desto dunkler und länger wurde der rote Streifen.

Fake-Stau auf Google Maps durch Handys (Foto: DASDING, Screenshot Google Maps)
Screenshot Google Maps

Google Maps-Algorithmus geht von großem Stau aus

Selbst nachdem wir eine Stunde lang schon weg waren, hat Google Maps noch einen Stau an der Stelle angezeigt.

Durch die Beeinflussung von Maps sollen Autos andere Routen fahren

Simon Weckert behauptet auch, dass durch seine Fake-Staus Autos um seinen Stau herumgeleitet werden. Sie fahren also eine andere Route, weil Google von einem echten Stau ausgeht, der umfahren werden soll.

Simon findet, dass Google Maps unser Verständnis von Karten, wie wir damit interagieren und wie sie aussehen verändert hat.

Google Maps hat unser Verständnis von Karten, wie wir damit interagieren und wie sie aussehen, verändert.

Simon Weckert auf seiner Webseite

Wie reagiert Google auf den Vorwurf des Fake-Staus?

Simon ist mit seinem Bollerwagen auch vor der Google-Zentrale in Berlin entlang gefahren. Der SWR hat bei Google nachgefragt. Die geben den Anschein, dass sie selbst immer auf kreative Art und Weise nach Fehlern in Google Maps suchen.

Wir sehen das mit einem Augenzwinkern. Künstlerische Aktionen - kann man sich immer drüber streiten, manche finden es toll, manche finden es nicht gut. Insofern ist es gut, wenn wir Hinweise bekommen, wie wir mehr verbessern können.

Lena Heuermann, Sprecherin Google Germany
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