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Bots, Beleidigungen und verstörende Bilder - manchmal sind die Kommentare unter einem Posting auf Instagram voller Müll. Instagram hat jetzt ein neues Feature angekündigt, mit dem wir einfacher Kommentare löschen können.

Bald können wir alle wohl bis zu 25 Kommentare auf einmal löschen. Außerdem können auch die User, die diese Kommentare geschrieben haben, blockiert werden. Das hat Instagram jetzt angekündigt.

Instagram will gegen Mobbing kämpfen

Dieses Update präsentiert Instagram als "kontinuierlicher Kampf gegen Online-Mobbing".

Das klingt gut und der Kampf dagegen ist immer begrüßenswert, aber wer von uns muss schon ständig mehr als beispielsweise zwei Kommentare auf einmal löschen? Es wirkt also wie eine kleine Image-Kampagne. Gut gemeint - Erfolg (noch) nicht absehbar.

Wem hilft das? Eigentlich nur Influencern mit vielen Followern.

So sieht das dann bei iOS Usern aus:

Wir können bald massenweise Instagram-Kommentare löschen (Foto: Instagram)
Instagram

Ein anderes Feature, das bald kommen soll: User sollen Kommentare hervorheben können. So ähnlich, wie das auch schon bei Facebook und YouTube ist, könnten wir dann Kommentare anpinnen - das wird aber noch getestet.

Das ist außerdem seit kurzem Neu bei Instagram:

Zusammen Netflix gucken, obwohl man nicht in einem Raum ist, geht durch die Chrome-Erweiterung "Netflix Party" schon lange. Jetzt gibt es eine ähnliche Funktion auch auf Instagram.

Introducing Co-Watching, a new way to see Instagram posts together with your friends over video chat.👀 https://t.co/ObLnqxbUTS

Da wir nicht unsere besten Freunde in der Schule, Uni oder auf der Arbeit treffen, kann man jetzt eben virtuell gemeinsam mit seinen Freunden über Instagram-Videos lachen!

Um den Menschen zu helfen, in Verbindung zu bleiben, haben wir Co-Watching eingeführt. Die neue Funktion ermöglicht es dir, Instagram Posts gemeinsam mit Freunden via Video-Chat anzusehen.

Instagram über Co-Watching

So funktioniert Co-Watching:

Du gehst einfach in dein Instagram-Postfach, und wählst einen Freund aus, mit dem du den Videochat starten möchtest. Das machst du über das kleine Kamerasymbol oben rechts. Im Videochat selbst gibt es jetzt unten rechts den neuen Button "Medien". Hier siehst du alle Posts, die du in letzter Zeit gelikt oder gespeichert hast und kannst sie mit deinen Freunden teilen. Als extra Bild wird es dann im Chat angezeigt und ihr könnt drüber quatschen. Das funktioniert auch mit Videoposts.

Nachteil: Wenn du ein offizielles Profil mit blauem Haken hast, ist die Videochat-Funktion ausgestellt. Daher kannst du dann auch kein Co-Watching machen.

Änderungen bei Instagram durch Corona

Aufgrund von Corona will Instagram noch mehr darauf achten, welche Informationen auf ihrer Plattform verbreitet werden. Instagram will über verschiedene Wege Fake-News zu Corona vermeiden.

Menschen, die auf Instagram nach Informationen über das Coronavirus oder COVID-19 suchen, erhalten einen Hinweis, der sie zu offiziellen Informationsstellen führt. Zum Beispiel zu Accounts der Weltgesundheitsorganisation und der lokalen Gesundheitsministerien.

Außerdem würde Instagram "COVID-19"-Accounts aus den Empfehlungen entfernen und auch einige Corona-Inhalte aus dem "Entdecken"-Bereich streichen.

Diese Maßnahmen ergreifen wir zusätzlich zu unseren bestehenden Richtlinien zu Falschinformationen. Wenn Beiträge von unseren externen Faktenprüfern als falsch eingestuft werden, entfernen wir sie von unseren Explore- und Hashtag-Seiten.

Instagram über Corona-Informationen

Wie geht Instagram bislang gegen Falschinformationen vor?

Das Faktencheck-Programm wurde in den USA bereits seit Mai 2019 getestet. Im Dezember ging es weltweit an den Start. Durch den Faktencheck, wird die Reichweite eines Beitrags eingeschränkt, wenn er als falsch eingestuft wurde. Dieser erscheint dann nicht mehr auf der Entdecken-Seite oder über die Hashtag-Suche. Erscheint eine Falschmeldung im Feed, so ist das Posting zuerst nicht zu sehen. Wie bei potenziell gewalttätigen Inhalten, werden die Nutzer erst einmal gefragt, ob der Beitrag angezeigt werden soll.

So sieht der Faktencheck aus (Foto: Instagram)
Instagram

Lässt man sich das Posting anzeigen, sieht man darunter ein rotes Warndreieck, das noch einmal darauf aufmerksam macht, dass es sich um eine Falschmeldung handelt. Klickt man auf das rote Dreieck, wird erklärt, welcher unabhängige Faktenprüfer die Meldung als falsch eingestuft hat und warum. Wenn man mehr über den Faktencheck wissen möchte, kann man sich auch in den Hilfebereich weiterleiten lassen.

Instagram und Facebook arbeiten dabei Hand in Hand. Beiträge, die bei der einen Plattform bereits als Falschmeldung eingestuft wurden, erscheinen auch auf der anderen als solche.

Äußerungen von Politikern sind vom Faktencheck ausgeschlossen

Das Ende jeglicher Fake-News sind diese Bemühungen aber trotzdem nicht. Aussagen von Politikern sind vom Faktencheck-Verfahren nämlich ausgeschlossen, wie Facebooks Vize-Kommunikationschef, Nick Clegg, bekannt gab. Wer dabei als Politiker gilt, wurde nicht definiert.

Instagram hat keinen Bock mehr auf Cyber-Mobbing

Eine künstliche Intelligenz kann sich merken, welche Kommentare bereits gemeldet wurden, wenn diese beleidigend waren. Dieses Tool hat Instagram jetzt auf Beschreibungstexte von Bildern und Videos ausgeweitet. Falls wir etwas posten wollen, das ähnlich ist mit einem bereits gemeldeten Inhalt, werden wir kurz vor der Veröffentlichung noch einmal daran erinnert über unsere Worte nachzudenken. Wir können diese Warnung aber auch einfach überspringen.

Instagram hat eine neue Anti-Cyber-Mobbing-Funktion (Foto: Instagram-Press)
Instagram-Press

Inhalte ohne Bildzwang teilen

Ab sofort gibt es keine "Text"-Option mehr in der Instagram-Story. Das bildlose Feature wurde um mehrere Optionen erweitert und heißt jetzt "Erstellen". In einem Interview mit der Webseite techcrunch.com hat ein Sprecher von Instagram erklärt, die neue Funktion würde es vereinfachen, GIFs, Zeichnungen, Texte, Umfragen und ähnliche Optionen zu posten, ohne extra ein Foto oder ein Video machen zu müssen.

Unten bei Bild 1 sieht man zwischen den Optionen "Live" und "Normal" jetzt die Option "Erstellen". Sobald man dorthin wischt, kommt man wiederum direkt zu anderen Optionen wie "GIF". Lädt man ein GIF in die Story, erscheint das übrigens in einer Art 'Dreier-Optik'.

xxx (Foto: DASDING)

Automatische Vorschläge und "Throwback"-Option

Neu ist auch, dass bei der Countdown-Sticker beim Anwählen direkt einen Vorschlag für die Art des Countdowns nennt. Bei Bild 3 ist das in diesem Fall der Countdown zum Feierabend.

A propos Vorschläge! Das Coolste an der neuen "Erstellen"-Funktion sind die Vorschläge für Throwback-Posts. Sobald man das Symbol mit der Rückwärts-Uhr auswählt, bekommt man ein random Bild aus seiner Insta-Vergangenheit angezeigt, zu sehen in Bild 4. Falls einem das Bild oder das Jahr nicht gefällt, einfach auf den Würfel oben in der Mitte klicken und man bekommt ein neues Bild, GIF oder Video aus einem anderen Jahr.

xxx (Foto: DASDING)

Die Story für unkreative Tage

Auch bekannte Sticker, wie der Quiz-Sticker oder der Umfrage-Sticker sind in der "Erstellen"-Funktion quasi auf Schnellwahl und liefern auch Vorschläge, wie z.B. "Wie würde ich meine Schildkröte nennen" (Bild 5).

xxx (Foto: DASDING)

Die "Erstellen"-Funktion ist mit ihren ganzen Vorschlägen und vor allem mit der "Throwback"-Option genau richtig für Tage, an denen man kein Bock hat, ein Foto oder ein Video aufzunehmen. Klar, man könnte an diesen Tagen auch einfach mal nichts posten, aber das will Instagram natürlich möglichst vermeiden.

Personen einschränken anstatt direkt blockieren

Hier kannst du bestimmte Nutzer, die dir öfter negativ auffallen, einschränken. Du blockierst sie also nicht direkt. Sie können deine Posts sehen und auch kommentieren, aber ihre Kommentare sind solang nur für dich sichtbar, bis du sie freigibst. So kannst du selbst entscheiden, was diese Person auf deinem Profil veröffentlichen darf.

Neue Einschränkungs-Funktion bei Instagram. (Foto: Instagram)
Instagram

Bringen die Anti-Mobbing-Funktionen von Instagram was?!

Laut Instagram-Chef Adam Mosseri hat das in frühen Testphasen schon gut funktioniert. Einige böse Kommentare wurden wegen dieser Nachfrage wohl schon nicht gepostet. Aber:

1.) Die künstliche Intelligenz kann nicht alle Hate-Kommentare erkennen. Oft werden ja auch Worte einfach anders geschrieben oder es werden Emojis benutzt, die von Instagram selbst nicht automatisch als anstößig erkannt werden können.

2.) Jemand, der wirklich haten will, kann das weiterhin. Er muss zwar einmal noch bestätigen, dass er sich sicher ist, dass er mobben will, aber dann sind ihm keine Grenzen gesetzt. (Außer natürlich man meldet oder blockiert ihn.)

3.) Die Einschränkungsfunktion schützt dich leider nicht davor, die Hatekommentare der Person zu lesen. Du kannst dann nur selber entscheiden, ob sie öffentlich sichtbar sein sollen, oder nicht. Die Beleidigungen sind dann aber natürlich schon bei dir persönlich angekommen.

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