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Erschreckende Bilder werden unter dem Hashtag #PrayForAmazonas geteilt, denn Teile des Amazonas brennen. Und das schon seit drei Wochen. Das steckt hinter dem viralen Hashtag.

Es sind die bisher schlimmsten Waldbrände, die es im Amazonas in Brasilien seit sieben Jahren gegeben hat. Aber auch Paraguay und Bolivien stehen in Flammen und das schon seit Wochen. Viele fragen sich, wieso diesem Thema bisher so wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

When Notre Dame was burning, the world's media covered every moment of it and billionaires rushed to restore it. Right now the Amazon is burning, the lungs of our planet. It has been burning for 3 weeks now. No media coverage. No billionaires. #PrayforAmazonia https://t.co/MHGaxiWFgn

Für viele fühlt es sich so an, als hätte im Vergleich dazu die ganze Welt über den Brand der Notre Dame in Paris gesprochen. Und jetzt, wo die "Lungen des Planeten" brennen, sähe das anders aus. Auch die Millionen sind hier nicht so schnell investiert.

Unsere ARD-Korrespondentin Anne Herrberg in Südamerika, hat uns die Lage eingeschätzt: In São Paulo war es mitten am Nachmittag dunkel. Aber der schwarze Himmel kommt nicht von den Bränden, denn Klimaexperten sagen, dass es sich um eine Schlechtwetterfront gehandelt habe, in der wohl Rauchpartikel mitkamen. Klar ist: In Städten der Amazonasstaaten, war Rauch in der Luft.

Woher kommen diese schlimmen Brände im Amazonas?

Seit vielen Tagen regnet es nicht und es gibt eine Dürre. Da reichen wenige Funken, um einen Waldbrand auszulösen. Laut dem Forscher Alberto Setzer sei das diesjährige Klima allerdings nicht ungewöhnlich. Die Bedingungen sind also dadurch günstig, aber die Brände an sich entstehen nicht durch den Klimawandel, sondern durch illegale Abholzungen und Brandrodungen. Feuer wird im Amazonas nämlich dafür verwendet, um die Fläche für die landwirtschaftliche Nutzung frei zu machen.

Even if it couldn’t directly impact or lead a solution to the problem, every person this tweet reaches to is still important. If you see this please help save our planet anyway you could! It’s dying in an alarming rate. #PrayforAmazonas https://t.co/VWV7Mv9CL2

Viele finden, dass die aktuelle Regierung Schuld an den Bränden ist

Diese Brände seien auf die aktuelle umstrittene Regierung in Brasilien und den Präsidenten Jair Bolsonaro zurückzuführen. Er leugnet den Klimawandel und befürwortet die Agrarindustrie. Laut dem Weltrauminstitut Inpe ist die Zahl der Brände um 82% höher als im Vorjahr. Das sind allein in diesem Jahr über 70.000 Feuer im Regenwald. Schwer vorzustellen.

Seit Wochen brennt der #AmazonRainforest. Von Menschen durch Brandrodung angesteckt, durch einen faschistischen Präsidenten gedeckt, durch unsere Wirtschaftspolitik gefördert. #PrayforAmazonas hilft da nicht viel, es muss gehandelt werden. Es muss sich grundlegend etwas ändern. https://t.co/LMRuCTAfjH

Was BTS mit dem Waldbrand in Brasilien zutun hat:

Kein schlechter Scherz! Die koreanischen K-Pop Superstars haben indirekt etwas mit dem Hashtag zu tun. BTS hat eine gigantische Fanbase, die sich selbst als #BTSArmy bezeichnet. Einige BTS-Fans haben die "Army" aufgefordert, dieses Thema unter dem Hashtag #PrayForAmazonia weiter zu verbreiten. Und sofort folgten mehrere 100 Retweets.

#BTSARMY The amazon caught 🔥 16 days ago and it still hasn’t stopped. This is bad, Earth’s lungs are in flames. If you don’t care because it doesn’t affect you now, it sure will in the future. Please care and raise awareness with us → #PrayforAmazonia https://t.co/4ywyQbfdEU

Auch Stars wie Cara Delevingne posten unter dem Hashtag #PrayForAmazonia

Warum der Regenwald wichtig für uns alle ist:

The most beautiful part of our planet has been burning for days and no one even knows abt, this is horrible and we need to spread awareness! #PrayforAmazonia https://t.co/ULiPwKete3

Für viele fühlt es sich so an, als würde der schönste Teil der Erde brennen. Die Regenwälder sind allerdings nicht nur schön, sondern auch überlebenswichtig, wie Werner Eckert aus der SWR-Umweltredaktion nochmal betont:

So viel CO2 wird nirgendwo aus der Luft rausgefiltert und in Sauerstoff umgewandelt, wie in den Regenwäldern dieser Erde. Wenn wir den Regenwald nicht haben, dann wird das CO2 noch weniger verarbeitet und dann wird es noch heißer. Heute sind schon 20% an Klimagasen durch Rodungen verursacht. Wenn das beschleunigt wird, kann man das irgendwann nicht mehr stoppen.

Werner Eckert, SWR Umweltredaktion

Wie wird es mit den Bränden im Amazonas weiter gehen?

Einige Amazonasstaaten haben den Notstand ausgerufen. Auch der Präsident Bolsonaro hat mittlerweile angekündigt, einzelne Soldaten zu schicken. Er hat allerdings auch gesagt, dass die Umweltschützer Schuld seien, weil sie das Feuer bestimmt selbst gelegt haben. Er sagt also, dass das alles "fake" sei. Das Problem an der ganzen Sache: Der September gilt eigentlich als trockenster Monat und dadurch könnten die Waldbrände noch schlimmer werden.