So wirbt die Website selbst. (Foto: DASDING, Screenshot/CopMap/www-cop-map.de)

Lifestyle Smartphone Cop Map: Auf dieser Seite kannst du Polizeikontrollen melden – das steckt dahinter

Im Internet kursiert momentan der Begriff "Cop Map" – der Name einer Webseite, auf der Nutzer Polizeikontrollen oder -Einsätze melden können. Aber was steckt dahinter? Und: Was sagt die Polizei selbst dazu?

Die Polizei als Gefahr?

Die Gefahr sei überall – und zwar in Form der Polizei. Damit und mit anderen reisserischen Slogans werben die Macher der Initiative "Cop Map" in einem Werbeclip. Hinter der Webseite stecken die Münchener Aktivistengruppe "Polizeiklasse" und das Berliner "Peng!-Kollektiv".

Wir klären für dich die wichtigsten Fragen rund um "Cop Map" – und was dahinter steckt! ⬇⬇⬇

1. Was passiert auf der Webseite?

"Cop Map" ist eine Webseite – auch zu finden unter www.drohende-gefahr.de. Dort können Nutzer Polizeieinsätze und -Kontrollen in ihrer Nähe melden – oder eben bloß auf einer Karte abrufen. Außerdem werden Überwachungskameras angezeigt.

Für deutsche Großstädte gibt es tatsächlich einige Meldungen – für kleinere Städte wie Karlsruhe oder Stuttgart gibt es allerdings nur wenige bis keine Einträge. Hier sind bisher nur die Überwachungskameras verzeichnet, die vom Bereitsteller der GEO-Daten mit zur Verfügung gestellt wurden. Für Stuttgart sieht das dann so aus:

CopMap-Ausschnitt von Stuttgart (Foto: DASDING, Screenshot/CopMap/https://www.cop-map.com/)
CopMap-Ausschnitt von Stuttgart Screenshot/CopMap/https://www.cop-map.com/

2. Wozu Polizisten melden?

In einem Werbe-Clip zu "Cop Map" wird die Polizei von verschiedenen Menschen als "drohende Gefahr" bezeichnet. Darunter sind Aktivisten, Menschen mit Migrationshintergrund und ein Holocaust-Überlebender. Sie alle berichten von schlechten Erfahrungen mit der Polizei – und von "Schikane", "grundlosen Kontrollen" und "Diskriminierung".

Deshalb werden Nutzer von den Machern der Initiative dazu aufgefordert, Polizeieinsätze in ihrer Nähe zu melden. Alles mit dem Ziel, eine Karte in Echtzeit zu erstellen. Mit einer einfachen Meldung kann man anonym den eigenen Ort angeben und die Art, wie die Polizei gerade auftritt – ob als Streife im Auto oder auf dem Pferd, als Kontrolle in Uniform oder zivil.

Alles, damit Nutzer der "drohenden Gefahr" durch die Polizei aus dem Weg gehen können.

3. Was steckt dahinter?

Jetzt fragen sich bestimmt viele: Hä? Polizei – Gefahr? Mit ihrer Initiative wollen die Initiatoren gegen eine mutmaßliche Polizeiwillkür vorgehen.

Auf ihrer Webseite erklären die Macher, dass vor allem das neue Polizeigesetz in Bayern (PAG) der Anlass für "Cop Map" war.

🚔❗ Durch das PAG darf die Polizei in Bayern früher eingreifen als bisher – nämlich schon dann, wenn "Gefahr droht", aber es gar keine konkreten Hinweise dafür gibt. Die Polizei darf deshalb auch Menschen kontrollieren, die eigentlich noch gar nichts gemacht haben, aber eben verdächtigt werden, bald eine Straftat zu begehen. Das greift vielen Kritikern zu stark in die Persönlichkeitsrechte ein.

4. Was sagt die Polizei selbst zu "CopMap"?

Peter Schall, der Bayern-Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, kann der Initiative etwas Gutes abgewinnen. Er ist der Meinung, dass eine solche Art von "Berichterstattung" zeigt, dass die Polizei "viel unterwegs ist". Er glaubt, dass das sogar Kriminelle abschrecken könnte – das hat er dem Bayerischen Rundfunk gesagt.