Lifestyle Apps Vero - Warum alle Influencer wollen, dass wir uns anmelden

Vero ist eine neue Social Media-Plattform, die plötzlich aus dem Nichts gekommen ist. Viele Influencer machen Werbung, dass wir ihnen dort folgen sollen. Aber warum? Was kann Vero? Und wieso wirft die Kontraseite Vero Verbindungen zu Korruption vor?

Vero funktioniert ähnlich wie ein Mix aus Instagram und Facebook. Du kannst dort Fotos und Videos posten, aber auch Musik, Filme, Bücher teilen, die du besonders gut findest.

Keine Werbung, kein Algorithmus

Vero steht für Wahrheit (lat.). Deswegen heißt die App auch offiziell: "Vero - True Social". Aus dem Wort "Social Media" streichen sie bei sich auch das Wort "Media" raus. Es soll einfach nur "Social" - also sozial - sein.

Hier soll alles möglichst echt und unverfälscht sein. Ihr Aushängeschild ist, dass es bei Vero KEINE Werbung gibt. Zumindest keine klassische. Das heißt: Unternehmen können hier keine Werbung oder gesponserte Posts schalten.

Außerdem gibt es auch keinen Algorithmus, der versucht auszurechnen, was dich interessieren könnte. Das heißt, es werden dir wirklich nur Posts von Leuten angezeigt, denen du auch wirklich folgst.

Datenschutz

Dadurch, dass Vero keinen Algorithmus verfolgt, brauchen sie auch keine Daten von dir zu sammeln. Sie müssen dir ja nicht auf dich zugeschnittenen Content zeigen, für den sie alles über dich wissen müssen. Laut Vero werden wirklich nur deine wichtigsten Infos gesammelt: Email-Adresse, Name und Telefonnummer für die Anmeldung.

Bei deinen einzelnen Posts kannst du sogar festlegen, wer sie sehen kann. Du hast Follower und du hast Verbindungen. So kannst du zum Beispiel einstellen, dass ein bestimmtes Foto nur deine Freunde sehen dürfen.

Allerdings wird in den AGB angegeben, dass die Bildrechte nicht dem Unternehmen gehören und du quasi jegliches Bild ohne Angabe von Quellen posten und bearbeiten kannst. Darüber regen sich einige in den sozialen Netzwerken auf.

Warum wollen Influencer uns zu Vero locken?

Keine Werbung, kein Algorithmus und keine unnötige Datensammlung machen Vero erst einmal attraktiv. Die größten Kritikpunkte von Facebook und Instagram hat Vero gut berücksichtigt. Klingt also erst einmal nach einer geilen Plattform für Influencer und uns "Normalos".

Die Frage ist aber trotzdem: Warum haben Influencer so ein großes Interesse daran, dass wir alle zu Vero kommen?

Über Vero erreicht man (theoretisch) alle seine Follower

Ein großer Vorteil für Influencer ist, dass der lästige Algorithmus wegbleibt. In den letzten Monaten hat Instagram so krass an seinem Algorithmus geschraubt, dass viele User - nicht nur Influencer - gemerkt haben, dass ihre Posts immer weniger Leute erreichen. Früher wurden einem auf Instagram die Posts immer chronologisch angezeigt. Jetzt versucht Instagram dir nur noch die "spannenden" Sachen zu zeigen. Also die Posts, von denen Instagram glaub, dass sie dich interessieren. Von manchen Leuten, denen du folgst, wird dir also gar nichts mehr angezeigt.

Bei Vero gibt es diesen Algorithmus nicht. Das heißt, wenn du einer Person folgst, wird dir theoretisch auch ALLES von ihr angezeigt, was sie neu postet. Vorausgesetzt, du scrollst dich durch alles Neue durch.

Trotzdem Werbung - durch Influencer

Ein noch größerer Vorteil für Influencer ist aber, dass es keine klassische Werbung mehr auf Vero gibt. Das heißt: Wenn Unternehmen über Vero Werbung machen wollen, bleibt ihnen nur noch Influencer Marketing. Das ist eine persönliche Form von Werbung. Ein Influencer - also eine Person mit vielen Followern - bekommt Geld dafür, dass er dir ein Produkt schmackhaft macht. Laut Huffington Post ist das unter der Generation Z (ab Jahrgang 1995) sowieso die effektivste Werbung. Rund 63% der Leute aus der Generation Z kaufen eher ein Produkt, wenn es von einem Influencer angepriesen wird, als wenn es eine klassische Werbung in ihrem Feed ist.

Das heißt also, dass Influencer mit Vero theoretisch richtig viel Kohle machen können. Es gibt keine Werbung, außer die Werbung über die Influencer selbst. Sollte also Vero richtig durchstarten und sogar Instagram und Facebook abhängen, dann haben Unternehmen nur noch die Möglichkeit über Influencer Werbung zu machen. Und das ist natürlich gut für die Influencer.

Vero braucht Nutzer

Damit das Alles aber überhaupt aufgeht, braucht Vero natürlich viele, viele User. Vero muss zu einem so angesagten sozialen Netzwerk werden, wie Facebook, Instagram und Snapchat. Nur dann haben auch die Influencer die Möglichkeit auf Vero Produktplatzierung zu betreiben und damit Geld zu verdienen.

Aus dem Zusammenspiel all dieser Gründe wollen Influencer, dass wir alle Vero nutzen. Und, vermutlich ist natürlich auch Vero nicht dumm und hat einige Influencer für Influencer Marketing bezahlt, damit sie ordentlich Werbung für das neue Netzwerk machen.

Vero mit Korruptions-Milliarden gegründet?

Je größer das neue soziale Netzwerk gehypt wird, desto stärker werden auch die Gegenstimmen. Klingt alles erstmal sexy, die Idee gut und überzeugend. Aber einige Blogger warnen nun davor, dass das Ganze gar nicht so "social" sein kann. Ayman Hariri ist Mitgründer, Geschäftsführer und Vorstand von Vero. Er kommt aus dem Libanon und hat laut Forbes ein geschätztes Vermögen von 1,33 Milliarden US-Dollar. Angeblich soll der Großteil seines Vermögens durch Korruption und Ausbeutung erwirtschaftet worden sein.

Der Instagramer @pfedorec oder auch netzfeuilleton.de (eine Webseite rund um Medien und Internet) berichten, dass Ayman Hariri bislang C.E.O. einer saudischen Baufirma "Saudi Oger" war. Die Firma soll im letzten Jahr wegen Missmanagement, Korruption und Ausbeutung seiner Mitarbeiter geschlossen worden sein.

Glaubt ihr, dass diese Sau, die durch's Dorf getrieben wird WIRKLICH die Haltung vertritt [...], dass "Social Media" endlich "Social" wird? Seriously?

@pfedorec, Instagram-Story

Das ist eben die Frage! Allerdings sind das zum Teil Vorwürfe, die nicht belegt sind. Es gibt eben ein krasses Pro-Team, das die Idee von Vero feiert und eine krasse Kontraseite, die sich auf Hintergründe von dem Chef von Vero stützt.

Die ersten eine Million User for free

Wenn du Vero trotzdem mal abchecken willst, um dir selbst ein Bild zu machen, dann melde dich möglichst bald an. Vero gibt an, dass das neue Netzwerk nur für die ersten eine Million User umsonst ist. Danach soll es etwas kosten. Wie genau das dann abläuft und wie teuer es werden soll, weiß man noch nicht. Momentan gibt es allerdings einige Serverprobleme, weswegen du dich vielleicht nicht sofort registrieren kannst.

Du kannst dir hier die App runter laden: iOS und Android
Für Android gibt es bislang nur eine Beta-Version.

Achtung! Es kann natürlich auch sein, dass Vero das erstmal als cleveren Marketing Trick einsetzt, damit sich möglichst viele Leute schnell anmelden. Heißt, vielleicht sagt Vero auch nur, dass die App bald was kosten wird und sammelt so erst einmal fleißig Follower. You never know!

Serverprobleme

Vero hat durch den hohen Andrang momentan immer wieder Überlastungsprobleme. Ein paar Tage lang konnte man sich beispielsweise nicht neu registrieren und es kann auch immer noch passieren, dass man mal nichts posten kann, oder die App abstürzt.

Konkurrenz für Facebook und Instagram?

Wir sind gespannt, wie sich die neue Plattform entwickelt. Bislang ist es ja niemandem gelungen dem großen Facebook-Imperium mit Instagram, WhatsApp und Co. wirklich Konkurerrenz zu machen.

Ello, Periscope und Co. sind schon daran gescheitert. Ello beispielsweise wurde ja auch als werbefreies Netzwerk angepriesen und ist damit nicht wirklich erfolgreich gewesen.

Periscope wollte mit Live-Videos druchstarten. Das hat Facebook dann aber schnell für seine eigenen Netzwerke übernommen. Auch das Kernfeature von Snapchat wurde schnell in Facebook-, Instagram- und WhatsApp-Story umgesetzt.