Handy und Laptop (Foto: Unsplash/Tim Bennett)

Lifestyle SOCIAL MEDIA Learn with Facebook - so will Facebook krampfhaft relevant bleiben

Mit "Learn with Facebook" startet Facebook jetzt eine eigene Lernplattform. Ist das nur ein verzweifelter Versuch relevant zu bleiben oder steckt doch mehr dahinter?

Zurzeit läuft es noch ganz gut für Facebook: Mit über zwei Milliarden Nutzern bleibt es das größte soziale Netzwerk der Welt. Doch das könnte bald Geschichte sein. Denn: Gerade die Jüngeren haben nicht mehr so Bock auf Facebook. Und das stinkt dem Unternehmen natürlich so richtig.

In Zukunft nur noch Karriere und Dating?

Lange Zeit kam man nicht um Facebook herum, wenn es um persönliche Kontakte oder Selbstdarstellung ging. Mit Instagram, Twitter und Co. gibt es aber schon seit Jahren zahlreiche Alternativen, die dem Facebook zum Teil die Nutzer "geklaut" haben. Daher hat sich Facebook etwas ausgedacht und schraubt am eigentlichem Erfolgsmodell herum. Das US-Unternehmen scheint jetzt neben dem "sozialen" Faktor auf ein neues, zweites Standbein zu setzen: Die Karriere.

Bereits Mitte des Jahres ist "Facebook Jobs" in Deutschland gestartet: Eine Art Stellenmarkt, der sich vor allem an kleine und mittelständische Betriebe richtet. Jetzt geht Facebook aber noch einen Schritt weiter:

Ist "Learn with Facebook" nur eine Kopie?

Mit "Learn with Facebook" will Facebook sein Karriereportal weiter ausbauen. Mit diesem Programm sollen kostenlose Online-Kurse für digitales Marketing angeboten werden. Diese dauern jeweils rund zehn Minuten und sind für Arbeitssuchende sowie Profis ausgelegt. Mit Tutorials sollen Unternehmen lernen, ihre Marke digital auszubauen. Jobbörse und Karrierenetzwerke - kommt einem aber irgendwie bekannt vor, oder?

Bisher kannte man vor allem LinkedIn und Xing als Karriere-Netzwerk. Jetzt bekommen sie mit Facebook einen neuen Konkurrenten.

Wir beabsichtigen, die Inhalte zu erweitern, um sicherzustellen, dass wir uns mit marktwirtschaftlichen und beruflichen Fähigkeiten weiterentwickeln. Für uns geht es darum, die Bedürfnisse der Arbeitssuchenden zu erfüllen.

Fatima Saliu, Leiterin des Policy-Marketings bei Facebook

Ist das nur ein krampfhafter Versuch, relevant zu bleiben?

Es wirkt zumindest so. Immerhin haben sie ja bereits ihre größten Konkurrenten WhatsApp und Instagram aufgekauft und wollen in Zukunft mit einer neuen Dating-Funktion sogar Apps wie Tinder angreifen. Und im letzten Quartal verzeichnete Facebook lediglich ein Benutzerzwachstum von unter zwei Prozent. Wirkt also irgendwie ganz schön verzweifelt...

Die unschönen Datenschutz-Schlagzeilen der letzten Zeit helfen dabei nicht gegen ein angekratztes Image. Kein Wunder also, dass Facebook neue Wege gehen muss.