Teaserbild TikTok (Foto: ZUMA Press)

Lifestyle Social Media Alles TikTok oder was?! - Das solltest du über die App wissen

Seit der Übernahme von Musical.ly hat sich TikTok zum neuesten Social Media Hype entwickelt. Hinter der Plattform steht "Bytedance", ein milliardenschweres StartUp aus China, über das aber auch immer wieder diskutiert wird. Aktuell geht es vor allem um den Datenschutz. Was du über die App wissen solltest, checkst du hier.

Hat TikTok Probleme mit dem Datenschutzrecht?

Diese Frage geistert gerade durchs Netz. Angeblich sollen nämlich ganz schön viele Daten von dir gesammelt werden. Die Süddeutsche Zeitung hat sich den Datenverkehr bei TikTok mal etwas genauer angeschaut und dabei zum Beispiel herausgefunden, dass die App und die Website durchgehend Informationen an Facebook und Appsflyer - ein Marketingunternehmen, das Daten analysiert - weitergibt.

Dabei geht es zum Beispiel darum, wann du die App benutzt (Start und Ende), welche Videos du anschaust, welche Kanäle du abonniert hast und wonach du suchst. All diese Informationen sollen deinem Facebook-Account zugeordnet werden können.

Wenn du Videos von TikTok auch auf anderen Plattformen oder über Messenger teilst, soll es außerdem möglich sein, zusätzliche Daten wie deine Browser-Version oder besondere Einstellungen herauszufinden und diese Informationen einzelnen Personen zuzuordnen.

Ganz konkret ist auch von Fingerprinting-Skripten die Rede, die eine genaue Analyse deiner Informationen möglich machen sollen, ohne dass du das wirklich verhindern kannst.

Das solltest du wissen: TikTok und der Datenschutz

Die App darf deine Videos für Werbe- & Marketingkampagnen nutzen (sofern du eingewilligt hast), ansonsten bleiben die Nutzungsrechte der Videos laut TikTok beim Nutzer selbst.

TikTok überträgt deine Nutzerdaten an andere Unternehmen. Alles, was TikTok über dich sammelt, kann auch weiter gegeben werden. An Tochtergesellschaften oder Unternehmen, mit denen TikTok in Verbindung steht, aber auch an Dritte (beispielsweise Werbekunden). Das passiert vor allem, um dir zugeschnittene Werbung ausspielen zu können.

TikTok erhält Daten deiner Telefonkontakte (wie Name, Telefonnummer, Adresse usw.), wenn du über deine Telefonkontakte Freunde auf TikTok suchen möchtest.
Bei der Registrierung wird außerdem gecheckt, ob es sich bei deiner Telefonnummer um eine Deutsche Nummer handelt. Deine Nummer selbst wird laut Datenschutzerklärung nicht gespeichert.

TikTok speichert deine Nachrichten und kann sie auch lesen. Hierbei geht es natürlich nur um Nachrichten, die du in der App verschickst. Es werden auch Infos gespeichert, wann diese Nachrichten gelesen wurden.

Eine Anmeldung ist erst ab 13 Jahren zulässig, kann aber schwer kontrolliert werden. TikTok ist dazu verpflichtet zu überprüfen, ob du wirklich über 13 Jahre alt bist. Gibst du an, dass du über 18 Jahre alt bist, werden vermutlich keine weiteren Schritte eingeleitet. Gibst du ein Alter zwischen 13 und 17 Jahren an, müssen deine Eltern oder ein Erziehungsberechtigter eine offizielle Erlaubnis an TikTok schicken, damit du die App nutzen kannst.
Außerdem gibt es laut TikTok die Möglichkeit für Eltern, die App auf dem Handy über eine Kindersicherung zu blockieren, da die App im Store mit einer Bewertung von über 12 Jahren festgelegt ist.

Mit der Nutzung von TikTok werden automatisch folgende Daten von dir erhoben:
- IP-Adresse (ohne GPS-Daten zu sammeln & wird wohl nur einmalig bei der Registrierung erhoben)
- Browserverlauf
- Mobilfunkanbieter
- Zeitzonen- & lokale Einstellungen
- Gerätemodell (zum Beispiel von deinem Handy)
- Cookies (müssen extra akzeptiert werden und laufen nach maximal 90 Tagen ab)
- nutzergenerierte Inhalte (z.B. Kommentare, die du hinterlässt)
- außerdem gibst du Infos, die du zum Beispiel bei Facebook, Twitter, Google oder Instagram angegeben hast, teilweise an TikTok weiter (wenn du dich über eins der Netzwerke anmeldest)

US-Regierung soll TikTok prüfen

Nach der Android-Sperre für die chinesische Firma Huawei überprüft die US-Regierung wohl jetzt auch die App TikTok, das schreibt die "New York Times". Der Grund: Viele US-Parlamentarier warnen davor, dass die App zu Spionagenzwecken missbraucht werden könnte. TikTok habe sich zu den Vorwürfen noch nicht konkret geäußert. Lediglich, dass das Unternehmen "keine höhere Priorität" habe, "als das Vertrauen der Nutzer und Aufsichtsbehörden in den USA zu gewinnen".

TikTok kurz erklärt

TikTok war früher mal Musical.ly, diese Karaoke-App mit Benefits, die "Lisa und Lena" zu Stars gemacht hat. In erster Linie geht es bei TikTok um kurze Videos, meistens mit Musik und Filtern bestückt.

Kurz gesagt, TikTok ist sowas wie eine Insta-Story nur eben als Feed(s) aufgebaut. Von diesen Feeds gibt es dann zwei. Einer nennt sich "Für dich" und füttert dich mit vorgeschlagenen Videos. Der andere heißt "Folge ich" und beinhaltet Videos von Accounts, denen man folgt.

TikTok in Zahlen

TikTok gehört dem chinesischen Unternehmen "Bytedance". Kennt man hier bei uns nicht wirklich, ist aber das erfolgreichste StartUp der Welt mit einem Wert von ca. 75 Milliarden US-Dollar. Neben TikTok gehören der Firma auch mehrere Videoplattformen und andere Apps, die vor allem in Asien verbreitet sind.

TikTok - das Beste aus allen Welten oder alles nur geklaut?

Die Neuerfindung des Rades ist TikTok schon mal nicht. Kurze Videos kennt man von der mittlerweile geschlossenen Plattform Vine, das Design und die Oberfläche kennt man von Instagram, die Filter kennt man von Snapchat. In der Kombination macht das aber sowohl Sinn, als auch Spaß.

Gleichzeitig sind die Schnittstellen zwischen TikTok, Youtube und Instagram sehr benutzerfreundlich aufgebaut, man kann seine Inhalte also relativ gut auf den Socials verbreiten.

Ist der Hype real oder nicht?

TikTok ist bestimmt eine der unterhaltsamsten und abwechslungsreichsten Social Media Plattformen. Wenn man sich schon von den "großen Brüdern" Facebook, Instagram und Snapchat was abschauen kann, warum nicht auch tun. Gerade die Kombi von jungen Usern und Datenschutz-Schwierigkeiten sind dagegen semi-geil.

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