Facebook will mit Neuerungen die User beruhigen. (Foto: picture-alliance / dpa, Marcio Jose Sanchez;)

Lifestyle Social Media Flirten mit Facebook: Zuckerberg stellt Neuerungen vor

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Der Social-Media-Riese Facebook steckt in der tiefsten Krise seit seiner Gründung. Jetzt soll die Plattform neu aufgerollt: Ein bisschen mehr wie Tinder, ein bisschen mehr wie Snapchat, ein bisschen mehr wie Google. Aber reicht das aus?

Facebook durchläuft die größte Durststrecke ever. Das, was alle schon immer befürchtet hatten, aber nie wirklich wahrhaben wollten, ist öffentlich geworden: Facebook hat Millionen von Daten an andere Unternehmen weitergegeben. Gar nicht cool.

Entschuldigung reicht nicht aus

Klar, dass sich der Gründer Mark Zuckerberg da nicht einfach wieder rausreden konnte. Erst musste er sich vor dem US Congress - ähnlich wie der Bundestag in Deutschland - verantworten und alle Karten offen auf den Tisch legen. Dann wollte das Unternehmen durchsichtiger werden, den User zeigen, was eigentlich mit ihren Daten passiert.

☝️ Trotzdem: Wirklich über den Weg trauen die User Facebook nicht. ☝

Deswegen musste jetzt noch was Neues her. Also hat sich Zuckerberg hingesetzt und neue Ideen gesucht. Gestern wurden diese dann auf der Entwicklerkonferenz öffentlich präsentiert.

Was wird neu?

  1. Flirten auf Facebook: Auch Zuckerberg hat erkannt, dass sich viele Paare heute online kennenlernen. Das Dating-Feature sei für User, die "bedeutsame, langfristige Beziehungen suchen". Dafür soll es ein getrenntes Profil geben. Facebook-Freunde würden nicht als mögliche Partner angezeigt. Matches würden sich viel mehr über gemeinsame Interessen finden.
  2. Leichtes Löschen: Anscheinend hat Zuckerberg die Beschwerden erhört: Bald soll es deswegen leichter sein, seinen Verlauf zu löschen. Dabei geht es nur um besuchte Seiten und Anzeigen außerhalb von Faceook - also nicht besuchte Facebook-Profile.
  3. Gruppen-Videochat auf Instagram & WhatsApp: Auch für die Partnerapps Instagram und WhatsApp hat Zuckerberg was springen lassen. Bald sollen User auch mit der Fotoapp per Videochat in Gruppen telefonieren können.
  4. Virtual Reality: Und weil Facebook praktisch in jedem Bereich mitmischen muss, wird es bald die "Oculus Go" geben. Das ist eine Virtual-Realitiy-Brille sein. Facebook sehe darin die "Kommunikation der Zukunft."
  5. Facebook Watch: Wie gesagt, Facebook hat seine Finger überall mit im Spiel. Denn mit Facebook Watch will das Unternehmen hauptsächlich Streaming-Diensten wie Netflix und YouTube Konkurrenz machen. Facebook Watch ist eine Video-Plattform. Gleichzeitig sollen User hier gemeinsam Videos anschauen können und dabei noch chatten
  6. Stories werden interaktiver: Die Stories bei Facebook und Instagram sollen bald einfacher mit anderen Apps zusammenarbeiten. Anstatt einen Screenshot zu posten, kannst du dann bald einfach auf die Inhalte in der anderen App verlinken - das funktioniert zum Beispiel bei Spotify.

Ab wann verfügbar?

Noch sind die neuen Funktionen nicht verfügbar. Ab August sollen die ersten Feature Schritt für Schritt ausgerollt werden. Ob die Neuerungen jetzt reichen, um die User wieder dauerhaft an das soziale Netzwerk zu binden, bleibt offen.

Faceook hat's immer noch drauf

Aber anscheinend ist Facebook noch ganz gut im Rennen. Allein als die Ankündigung veröffentlicht wurde, dass Facebook eine Dating-Funktion freischalten werde, fiel die Aktie von Tinder in den Keller.

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