Affe im Zoo eingesperrt (Foto: Unsplash)

Lifestyle Tiere in Zoos So verteidigt sich die Wilhelma gegen Zoo-Kritik

Influencerin Louisa Dellert steht fürs Laufengehen, Nachhaltigkeit und Selbstliebe – und ab jetzt auch ein bisschen für die Kritik an Zoos. Denn: In einer Instastory hat sie die Debatte darüber wieder angekurbelt. Aber wie reagiert ein Zoo auf die Vorwürfe?

Ist es ok, Tiere einzusperren, nur damit wir sie auch dann live anschauen können, wenn wir keinen Safari-Urlaub machen? Darüber wird immer wieder gestritten.

Jetzt hat eine Instastory die Diskussion wieder neu befeuert: Influencerin Louisa Dellert war nämlich mit Meeresbiologe und Tierfilmer Robert Lehmann in einem Hamburger Zoo – und hat sich die Frage gestellt, ob ein Zoo artgerecht und vor allem gerechtfertigt sein kann. Die ganze Story kannst du dir in ihren Highlight-Stories anschauen.

Ich war heute mit @robertmarclehmann im #tierparkhagenbeck 🍃Die ganze Story könnt ihr euch jetzt angucken. Ich möchte nochmal erwähnen, dass es keine neutrale Berichterstattung ist. Robert und ich haben hier schon sehr klar unsere Meinung und trotzdem auch oft einen ethischen Zwiespalt. Wir möchten auch nochmal betonen, dass wir keinem der Tierpfleger unterstellen möchten, dass er sich nicht gut um die Tiere kümmert und wir wollen niemandem unsere Meinung aufdrücken. Meine Eltern haben Katzen und Hühner, die frei rumlaufen, ich esse deren Eier. Ja, auch für mich ist es ein ethischer Zwiespalt. Aber genau das ist doch gut. Eben um darüber nachzudenken 🙋🏽 #hamburg #zoo #eisbär #2vor12

Robert Lehmann: "Elefanten laufen täglich rund 100 Kilometer – das geht in Zoos nicht"

In ihrer Story geht es zum Beispiel darum, dass viele Tiere in Gefangenschaft hin und her wippen – laut Robert Lehmann kein natürliches Verhalten. Außerdem bemängeln die beiden dabei, dass eingesperrte Tiere in Zoos nicht das tun können, was sie in der Natur eigentlich machen.

Flamingos werden in Zoos die Federn gestutzt, damit sie nicht wegfliegen. Normalerweise können sie nämlich fliegen.

Influencerin Louisa Dellert

Übrigens: Damit Flamingos in Gefangenschaft ihre tolle pinke Färbung bekommen, werde ihnen Paprikapulver ins Futter gemischt, sagt Robert Lehmann. In Freiheit käme die Farbe von kleinen Krebsen, die sie fressen – die gibt's im Zoo aber offenbar nicht. Er sagt sogar:

Wenn ich die Tiere da sehe, haben die nichts mit den Tieren zu tun, die ich gefilmt habe.

Tierfilmer Robert Lehmann

Was sagt die Wilhelma in Stuttgart zu der Zoo-Kritik?

Dr. Harald Knitter von der Wilhelma in Stuttgart findet allerdings, dass Zoos auch viel Gutes tun – zum Beispiel was zum Artenschutz beitragen.

Wir sorgen mit der Haltung von bedrohten Arten dafür, dass sie nicht komplett aussterben.

Dr. Harald Knitter von der Wilhelma in Stuttgart

Außerdem werde mit den Tieren geforscht: Man mache Verhaltensbeobachtungen, um mehr über die Tiere zu lernen. So solle der Zoo auch eine Art "außerschulischer Lernort" sein.

Dr. Harald Knitter: "Unseren Tieren geht es gut im Zoo"

Zu uns hat Dr. Harald Knitter außerdem gesagt, dass die Wilhelma davon überzeugt ist, dass es ihren Tieren gut geht. Es gebe Wissenschaftler, die die Zoos begleiten und darüber mitentscheiden, wie die Tiere gehalten werden. Und natürlich Tierärzte, die dafür sorgen sollen, dass die Tiere möglichst nicht krank werden – oder eben schnell wieder gesund.