Dashcam (Foto: Imago, Wolfgang Zwanzger)

Lifestyle Technik Was bringt die Dashcam beim Unfall?

Lange war nicht klar: Dürfen Dashcams als Beweismittel bei Unfällen gewertet werden, oder nicht? Jetzt hat der Bundesgerichtshof entschieden. Ja, Videoaufnahmen können als Beweis vor Gericht gewertet werden.

Kleine Minikameras, kaum auffälliger als ein Navigationsgerät. So sehen Dashcams aus, die den Straßenverkehr aus dem Auto herausfilmen sollen.

Dashcam-Videos kennt fast jeder aus dem Netz. Die Videos sollen aber nicht nur eine Unterhaltung auf YouTube, Instagram und Co. sein. Die Käufer der Minikameras wollen damit meist aufzeichnen, wenn es zu Unfällen oder Ähnlichem kommt.

Bisher war es aber so, dass die Aufnahmen den Geschädigten oft wenig genutzt haben. Denn: Die Clips aus den Minikameras wurden bisher nicht als Beweismittel akzeptiert - aus datenschutzrechlichen Gründen. Bis jetzt. Denn der Bundesgerichtshof (BGH) hat nun entschieden:

"Dashcams dürfen bei Verkehrsunfällen als Beweismittel verwertet werden"

Urteil des BGH

🚫 Dashcam: Eigentlich nicht erlaubt! 🚫

Die Nutzung dieser Minikameras auf dem Armaturenbrett war bisher rechtlich unklar. Wenn man nur den Datenschutz beachtet, dürfen solche Aufnahmen nur zu privaten Zwecken gemacht werden.

Deswegen dürfen bisher auch keine Aufnahmen anderer Verkehrsteilnehmer ins Internet gestellt werden. Der Ersteller des Videos macht sich damit strafbar.

Anders sieht es aber vor Gericht aus. Hier sind kurze Unfallaufzeichnungen erlaubt. Wie der BGH entschieden hat, sei das in Ordnung, da die Beteiligten sowieso Angaben zu ihrer Person, Versicherung und Führerschein machen müssten.

Kameras: Gefahr für sich selbst? ❓

Das Gerät nimmt nicht nur die Fehler anderer auf, sondern auch die eigenen. Wer in eine Kontrolle gerät oder einen Unfall hat, muss die Polizei die Aufnahmen auswerten lassen. Datenschutz greift hier nicht, weil man ja selbst die Kamera angestellt hat.

Der "Hype" in Russland

Videoplattformen sind voll mit den krassesten Videoaufnahmen von Dashcams. Auffällig: Vor allem aus Russland stammen die meisten Dashcam-Videos. Das liegt einerseits daran, dass die Cams in anderen Ländern populärer sind als in Deutschland. Dort können die Kameras schon seit langem auch bei der Beweissicherung eingesetzt werden - in Ländern mit schlechtem Versicherungsschutz und korrupter Polizei also sehr hilfreich.

In Russland ist es außerdem rechtlich unproblematisch, Aufnahmen von schweren Unfällen ins Netz zu stellen. In Deutschland wäre das verboten, sobald man Menschen auf dem Bild erkennt.