Lifestyle Europawahl 2019 Einmal quer durch Europa: Was junge Europäer wirklich bewegt

Was sind die Themen, die aus Sicht der jungen Generation wichtig sind? Die Reporterinnen und Reporter des Club28 sind durch Europa gereist und haben mit ihnen über Themen wie Migration, Wohnen oder Konsum gesprochen.

Was ist der Club28?

Die Reporterinnen und Reporter sind für sieben Reportagen durch 15 europäische Länder gereist und haben mit Menschen vor Ort über ihre Probleme geredet - und so unsere Nachbarn ganz neu kennengelernt. In ihren Reportagen nehmen sie uns auf ihrer Reise mit und checken, ob es in anderen europäischen Ländern vielleicht schon Lösungen für Probleme gibt, die in Deutschland noch festgefahren und unlösbar scheinen.

Themen der sieben Reportegen:

Jede Reportage hat ein großes Überthema, um das es sich in der Folge dreht. Was euch im Video zu welchem Thema genau erwartet, checkt ihr hier:

Immer mehr Miete: Das geht auch anders!

Es ist eng und teuer in der EU! So sieht es zumindest aus, wenn man in den großen europäischen Städten wohnen möchte. Airbnbs, Investoren und Spekulanten lassen nur wenig bezahlbaren Wohnraum übrig. Was könnte die Lösung sein, fragt sich Club28-Reporterin Alex:

Das eigene Verhalten ändern und mit weniger Platz klarkommen - wie in der Tiny House Siedlung in Finnland?

Den Spekulanten ein Schnippchen schlagen und einfach mit allen Bewohner*innen zusammen das Mietshaus zu kaufen? Nicht einfach, aber machbar wie das Hausprojekt Hagebutze in Heidelberg zeigt.

Oder das Landleben einfach attraktiver machen? Wie einige verlassene Dörfer in Italien. Die versuchen mit 1-Euro-Häusern neue Bewohner*innen anzulocken.

Ein Ministerium gegen Einsamkeit - eine Idee für Europa?

Warum fühlen sich gerade junge Leute in der EU einsam, fragt sich Club28-Reporterin Shanli Anwar.

In Finnland versucht sie zu verstehen, warum junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren sich besonders oft sozial isoliert fühlen. Während Politiker*innen noch nach einer Antwort suchen, versucht eine Gruppe Finnen mit einer Freunschaftsapp direkt & unbürokratisch zu helfen.

In Großbritannien gibt es seit einem Jahr eine Einsamkeitsministerin. Aber was hat sie bisher bewirkt? Shanli trifft eine Designerin, die mit fremden Menschen in der Londoner U-Bahn gegen Einsamkeit bastelt und spricht mit einer Gruppe Schüler*innen, die die Dinge nun selbst in die Hand nehmen und sich im Zuhören und gegenseitiger Unterstützung trainieren.

Migration

Wir können in der EU super easy das Land wechseln. Leben, wohnen, arbeiten - das geht ohne langwierige Bürokratie. Aber ist der Neuanfang wirklich immer so einfach? Und was passiert in den Ländern, wenn die gehen, die man eigentlich braucht? Club 28-Reporterin Alexandra Kosma ist nach Portugal und Griechenland gereist - zwei Länder, aus denen durch Wirtschaftskrisen hundertausende Bürger*innnen in andere europäische Länder ausgewandert sind.

Sie trifft u.a. Stavros, einen griechischen Bäcker, der nach 8 Jahren in Deutschland glühender Europäer ist und jetzt auch in Griechenland Brezeln backt. Und Ana in Portugal, für die der Neuanfang in den Niederlande ganz anders lief als geplant.

Grenzen

Die EU hat Grenzen, aber davon kriegen wir in Deutschland nichts mit. Wie leben also junge Europäer*innen am Ende Europas und was macht die Grenze mit ihnen in ihrem täglichen Leben? Club28-Reporter Jan Koch reist an die äußersten Punkte der EU: Im Nordosten, an der baltisch-russischen Grenze, trifft er junge Esten die zwischen Europa und Russland auf der Suche nach ihrer Identität sind.

Im Südwesten endet Europa in der spanischen Stadt Melilla, die allerdings schon auf afrikanischem Boden liegt. Wie lebt es sich hier, an der härtesten Grenze Europas, als “Gast” auf dem afrikanischen Kontinent, aber trotzdem noch als Teil der EU?

Verschwendung

88 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in der EU jedes Jahr verschwendet - Club28-Reporter Benjamin Weber will herausfinden: Warum vergeuden wir so viel Essen und was können wir dagegen tun?

In den “Gärten Europas” in Südspanien zeigt Benni welche Auswirkungen es hat, wenn wir auch im Winter Erdbeeren und Tomaten essen wollen und stellt als Gegenkonzept Crowdfarming vor: hier adoptiert jede/r Kund*in ein Tier, einen Baum oder einen Garten. Der Vorteil: Es wird nur das angebaut, was auch tatsächlich konsumiert wird.

Aber wir müssen auch zuhause unser Verhalten ändern, denn mehr als die Hälfte der Lebensmittelverschwendung in der EU passiert in den Privathaushalten. In Dänemark trifft Benni die Aktivistin Selina Juul. Mit ihrem Engagement hat sie es geschafft, dass sich Anteil der weggeworfenen Lebensmittel in Dänemark um 25% reduziert hat.

Frauenrechte

Was ist eigentlich, wenn ich schwanger bin, aber kein Kind will - wie läuft das in Europa?, fragt sich Club28-Reporterin Shanli.

Sie fährt nach Italien, wo sich 70 % der Ärzte weigern Abtreibungen durchzuführen, und ihr eine junge Italienerin von ihrer traumatischen Erfahrung berichtet. Auf dem World Congress of Families in Verona diskutiert Shanli mit den dort anwesenden religiösen und rechten Hardlinern und den Demonstrant*innen vor dem Kongress über das Recht auf körperliche Selbstbestimmung.

Als Gegenpol reist Shanli nach Frankreich - dort nimmt sie an einer Gruppenberatung zu Schwangerschaftsabbrüchen teil und trifft Hebammen, die dafür kämpfen, dass sie ausgebildet werden, um Abtreibungen vornehmen zu können.

Konsum

Wir tun es alle: shoppen. Am liebsten oft, billig und immer mehr online. Aber: Was bestellen wir da eigentlich? Wer produziert das? Und was tun wir der Umwelt damit an? Club28-Reporter Jan will herausfinden, wie man nachhaltiger konsumieren kann.

Er fährt nach Schweden, in die Heimat von Ikea und H&M, und besucht dort die erste Recycling-Shopping-Mall der Welt. In den 14 Geschäften hier gibt es nur Dinge zu kaufen, die vorher schon einmal ein anderes Lebens hatten. In Rumänien trifft Jan junge Designerinnen, die sagen: Rumänien hat nicht nur Fabriken um H&M oder ZARA günstig zu beliefern. Rumänien kann auch anders. In ihren Ateliers produzieren sie eigene Stoffe für eigene Modelinien - nachhaltig und fair.