Die besten Eltern-Sprüche am PC (Foto: Maria Vaorin / photocase.com)

Lifestyle Fake News Verbreitung Neue Studie aus den USA: Die Wahrheit ist leider zu langweilig!

Falsche Nachrichten gehen schneller rum als die Grippe - das ist seit der US-Wahl bekannt. Jetzt hat eine amerikanische Studie herausgefunden: Fake News verbreiten sich sogar schneller als die Wahrheit. Woran das liegt und wie ich Fake News erkennen kann? Wir haben sechs Tipps für dich.

Laut einer Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT), die im Science Magazine veröffentlicht wurde, verbreiten sich Fake News bei Twitter deutlich schneller als Tatsachen. Dafür wurden 126.000 wahre und falsche Nachrichten in englischen Tweets untersucht. Das Ergebnis: Echte Nachrichten brauchen sechs Mal länger, um die gleiche Anzahl an Menschen zu erreichen, wie Fake News. Und das passiert nicht durch Social Bots, sondern durch echte Menschen.

Warum werden falsche Nachrichten so gerne geteilt?

Laut der Studie verbreiten sich Fake News schneller, weil der Überraschungsfaktor und der Neuigkeitswert so groß sind, dass man seine Freunde so schnell wie möglich informieren möchte. Fake News bringen nur Neues. Das heißt: Was noch niemand sonst gehört hat. Sie haben den "Wow"-Effekt, lösen Angst oder Abbscheu aus und untertreichen das Ungewöhnliche an einem Thema. Dass viele Menschen ungewöhnliche Tweets teilen, ist also die typische Psychologie des Menschen.

Hier sind sechs Tipps, um Fakes zu erkennen

1. Fake-Bilder
Wenn es um ein bestimmtes Bild geht, das zum Beispiel einen Attentäter zeigen soll, hilft es einen Screenshot zu machen und in Google Bildersuche einzustellen. Google zeigt an, ob es das Bild schon im Netz gab und wenn ja in welchem Zusammenhang. Karsten Schmehl von Buzzfeed hat viel Erfahrung mit Fake News.

Er hat ein Foto bei Twitter gefunden, das angeblich den Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt zeigt. Die Bildersuche ergibt aber, dass es ein Foto von "MOK" ist, einem Berliner Rapper. In Google Chrome geht die Bildersuche noch einfacher mit einem Rechtsklick aufs Bild.

2. Falsche Zitate

Wer im Netz ein bisschen sucht, merkt schnell: Diesen Satz hat Donald Trump nie gesagt. Es gab nicht einmal ein Interview mit ihm vom People Magazin im dem genannten Jahr. Trotzdem wurde dieses Beispiel tausendfach gelikt und geteilt. Also auch hier: Suchmaschine des Vertrauens bemühen kann vor allem bei krassen Aussagen nicht schaden.

3. Es regt mich richtig auf oder ich freu mich total
Wenn es zu gut ist um wahr zu sein oder wenn mich der Inhalt anders emotional aufbringt, sollte ich misstrauisch werden. Auch das ist für Karsten Schmehl ein Hinweis darauf, dass es eine Nachricht sein könnte, die nur zum Ziel hat, sich schnell zu verbreiten.

4. Impressum oder About-Seite checken
Schau nach, was da steht. Gibt es überhaupt ein Impressum? Jede seriöse Seite hat ein Impressum oder eine About-Seite. Auf Facebook gibt es die Info-Seite. Wenn dort sowieso steht, dass es sich zum Beispiel um eine Satireseite handelt, müsst ihr die News nicht mehr ernst nehmen.

5. Wer meldet die Nachricht noch?
Melden es mehrere Medien? Du kannst auch immer nachschauen, ob die Tagesschau die Nachricht bestätigt. Unfehlbar ist natürlich niemand, aber das ARD-Nachrichtenformat hat zum Beispiel eines der größten internationalen Netzwerke von Korrespondenten und ist eine öffentlich-rechtliche Sendung. Außerdem melden sie eine News nur als Fakt, wenn die Info von mehreren passenden Quellen oder zum Beispiel von der Polizei bestätigt worden ist.

6. Quellen nicht genannt oder verlinkt?
Wenn nicht genannt wird, woher die News stammt: Definitiv ein Grund misstrauisch zu werden.

Warum setzen Menschen Fake News ein?

Karsten Schmehl geht davon aus, dass Menschen nach Aufmerksamkeit suchen und geil auf den Fame im Netz sind, sie wollen retweetet oder gelikt werden. Wir sind uns sicher, dass auch versucht wird, politische Meinungen damit zu verbreiten und zu stärken. Fakes checken oder dann melden kann man übrigens auch auf diesen Seiten:

www.hoaxsearch.com

www.factcheck.org

www.truthorfiction.com

www.politifact.com

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