vor Ort Mainz Enrique aus Mainz will Mr. Gay Germany werden

Seine Freunde haben ihn einfach angemeldet, aber jetzt will er es wissen: Enrique aus Mainz will Mr. Gay Germany werden. Und dabei geht's nicht nur darum, seinen Körper zu zeigen.

"Du wachst nicht morgens auf und stellst fest: Hallo, hier bin ich und ich bin schwul!", sagt Enrique. Er hat einen trendigen Dreitagebart, dunkle kurze Haare und trägt Trainingsklamotten. Wir treffen uns in seinem Lieblingsfitnessstudio in Mainz. Hier bereitet er sich auf die Misterwahl vor. Dass Enrique heute hier ist und Mr. Gay Germany werden will - das war ein langer Weg.

"Mit 15 hatte ich erst eine Freundin", erzählt er. "Irgendwann habe ich dann festgestellt, immer wenn mir Paare entgegengekommen sind, habe ich zuerst den Mann angeguckt." Enrique war richtig eifersüchtig auf die Frau. Dass er schwul sein könnte, hat er damals abgestritten. Mit 17 hat er sich dann geoutet.

"Man hört immer: Sei einfach du selbst. Damals habe ich gedacht: Schwul sein ist etwas Schlimmes, was niemand wissen darf. Meine Wahrnehmung war total verzerrt."

Enrique

Sei du selbst?!

Vom "Sich verstecken" hat es Enrique jetzt zum "Sich zeigen" geschafft. Sein Körper ist ihm wichtig, aber bei der Mr. Gay Germany-Wahl geht es nicht nur um schöne Körper. Jeder Kandidat muss eine Kampagne entwickeln, sich in der Szene engagieren. Enrique will junge Schwule mit älteren Männern zusammenbringen, die sich erst spät geoutet haben. Es geht um Unterstützung und Erfahrungsaustausch.

"Wir sind ein Teil der Gesellschaft!"

Im Finale am 2. Dezember in Köln tritt Enrique gegen sieben weitere Finalisten an. Aber auch, wenn er nicht gewinnen sollte, kann er sich vorstellen, mit seiner Kampagne weiterzumachen. Die Misterwahl sieht er auch als Öffentlichkeitsarbeit der Schwulenszene. "Bis nicht jeder kapiert hat, dass wir ein Teil der Gesellschaft sind", sagt er, "müssen wir die Menschen mit Informationen über uns zuschütten."