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Josh (Foto: SWR, DASING)

Am Freitag erschien mit „Blaue Stunde“ das neue und erste deutschsprachige Soloalbum von Gentleman. Was dabei sofort auffällt: Gentleman bekommt krassen Support von deutschen Rappern. Warum ist das eigentlich so?

Reggae und HipHop sind schon immer verbunden

Bevor es direkt um Gentleman geht, erstmal ein paar Worte zur Musik. Reggae und die HipHop-Kultur sind schon immer eng miteinander verbunden. Schon bei den Gründungsvätern von HipHop – DJ Kool Herc, Afrika Bambaataa und Grandmaster Flash – ist mit Kool Herc sogar ein Jamaikaner mit dabei, der schon früh beide Kulturen miteinander verbunden hat.

Ein bisschen Nerdwissen: Im Reggae entstand mit dem „Toasting“ schon früh eine Form des Sprechgesangs, die als Vorreiter für das Rappen gesehen werden kann, das sich in den 70ern in New York entwickelte.

Bis heute gibt es enge Verstrickungen in den beiden Kulturen und auch viele Beispiele von Leuten, die sich in beiden zuhause fühlen. In den USA wären das beispielsweise Leute wie DJ Khaled, hierzulande Leute wie Trettmann, RAF Camora, Peter Fox oder eben Gentleman.

Gentleman war schon immer mit dabei

Auch die Festivals spiegeln diese Nähe wieder. So war es zum Beispiel üblich (früher mehr als heute), dass auf dem splash!-Festival auch viele Reagge-Acts vertreten waren. Auch Gentleman hat schon ganze neun Mal dort gespielt. Darum wundert es auch nicht, dass er über die Jahre ein gern gesehener Featuregast unter Rappern war. Am bekanntesten sind wohl seine Gastauftritte bei Freundeskreis, den Beginnern oder Raf Camora. Lange war er auch bei den Fantastischen Vier gesignt, die ihm seinen ersten Plattenvertrag gegeben haben. Ich finde, Gentleman hat auf jeden Fall einen Platz in der Deutschrap-History, wenn auch eher am Rand.

Ist „Blaue Stunde“ Gentlemans Eintrittskarte in die Rapszene?

Jetzt, wo Deutschrap momentan die erfolgreichste Musikrichtung ist, ist es natürlich auch ziemlich clever, in seiner Position ein deutschsprachiges Album zu machen und mit großen Rappern zusammenzuarbeiten. Es ist bestimmt auch kein Zufall, dass der Song mit Sido und der mit Ezhel und Luciano als Single ausgekoppelt wurden, aber es wirkt trotzdem alles sehr natürlich. Und es wirkt meiner Meinung nach auch nicht so, als würde er um jeden Preis eine neue Hörerschaft gewinnen wollen und sich anbiedern. Im Gegenteil, „Blaue Stunde“ bringt klassische Gentleman-Vibes, nur eben in deutscher Sprache.

Wenn deutsche Künstler*innen international auf einer anderen Sprache durchstarten, ist es auch keine Seltenheit, dass sie sich irgendwann auch auf Deutsch probieren – siehe zum Beispiel Nico Santos.

Was die Rapszene betrifft, wird er wohl seinen Platz beibehalten, im „erweiterten Kreis“. Gentleman ist kein Rapper, versucht auch nicht, einer zu sein und sich jetzt künstlich an eine neue Zielgruppe ranzuschmeißen. Trotzdem gehört er meiner Meinung nach auf jeden Fall mit dazu und wird wohl immer wieder im Deutschrap-Kosmos auftauchen – egal ob auf Deutsch, Englisch oder Patois, egal ob als Main Artist oder als Feature.

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