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Am Freitag erschien mit „Ayo Technology“ die erste Zusammenarbeit zwischen RIN und seinem Labelkollegen Kynda Gray. Falls du dich gefragt haben solltest, wer Kynda Gray ist – kein Ding, unser Autor und Rapnews-Host Joshua erklärt dir alles, was du über ihn wissen musst.

Kynda Gray kommt aus dem norddeutschen Wilhemshaven und hat seine Wurzeln im Battle-Rap. Zu Beginn war er für die Musikvideos seines Bruders SouleK verantwortlich, der mehrmals am VBT (Video-Battle-Turnier) teilnahm.

2014 versuchte er es selbst und wurde mit gerade mal 17 Jahren der erste minderjährige Teilnehmer beim JBB (JuliensBlog-Battle). Nach seiner erfolgreichen Qualifikation schmiss er jedoch hin, weil er Probleme hatte, sein Video rechtzeitig fertig zu bekommen. Dadurch zog sein Gegner Perplexx23 automatisch in die nächste Runde ein und Kynda Grays Battle-Rap-Karriere war zu Ende.

Über TFS findet Kynda Gray in die Rapszene

Die Video-Battle-Szene ist ein ganz eigener Kosmos, von dem die wenigsten den Sprung in die „richtige“ Rap-Szene schaffen. Positivbeispiele wären Weekend, Lance Butters und auch Kynda Gray. Bei ihm gelang das besonders durch die Unterstützung von Sierra Kidd und dessen Label Team Fuck Sleep.

Dort war Kynda Gray zwar nie unter Vertrag, bewegte sich aber im Dunstkreis des Labels. Er begleitete Sierra Kidd auf Tour, war als Feature auf dessen Album „FSOD“ und gehörte quasi zum erweiterten Kreis.

In dieser Zeit veröffentlichte er auch seine ersten eigenen Releases auf Soundcloud. Bis 2017 erschienen neben zahlreichen Freetracks auch mehrere EPs und sogar zwei Alben. Wer ihn neu entdeckt, hat es leider nicht ganz so leicht, das alles nachzuholen. Die meisten Sachen sind offline, finden sich höchstens noch als Reupload auf YouTube oder Soundcloud. Und dann wurde es ohnehin still um Kynda Gray.

meine erste single nach fast 3 jahren (lmao) ist jetzt online! danke allen die so lang gewartet und vor allem auch allen die an dem projekt mitgearbeitet haben! ab jetzt keine breaks mehr. 🌸 link in bio!

Nach drei Jahren Pause: Die Unterschrift bei DIVISIONS

Im Februar 2019 gab Labelchef Elvir Omerbegovic schließlich bekannt, zwei neue Künstler zu DIVISION geholt zu haben. Einmal Yugo (früher Jugo Ürdens) und Kynda Gray. Omerbegovic ist einer der bekanntesten und angesehensten Labelchefs in der deutschen Rap-Szene. Schon vor Jahren sorgte er mit Selfmade Records dafür, dass Leute wie z.B. Casper oder Genetikk zu Deutschrap-Stars heranwuchsen. 2016 gründete er schließlich DIVISION und gab RIN als erstes Signing bekannt. Der Rest ist Geschichte.

Bis zu seiner ersten offiziellen Veröffentlichung „Dirty Chucks“ über sein neues Label am 17. April, soll Kynda Gray aber nicht untätig gewesen sein.

Wir sind mit ihm direkt ins Studio und Alexis Troy, musikalischer Kopf hinter vielen Produktionen von Selfmade Records und DIVISION, hat einen ganz neuen Sound mit ihm kreiert.

Elvir Omerbegovic im Interview mit der Musikwoche

Nach „Dirty Chucks“ und „Demons“ ist „Ayo Technology“ seine dritte Veröffentlichung seit seinem Comeback. Und durch das Feature mit RIN ist es auch sein großer Moment, um von einem breiteren Publikum wahrgenommen zu werden.

In Kombination mit dem Video vereint der Song auch alles, was Kynda Gray und seine Musik ausmacht: eine ganz eigene Ästhetik, einen Sound, der im Ohr bleibt, ohne nach austauschbarer Hit-Formel zu klingen und einen interessanten Charakter, der scheinbar viel mit sich selbst zu kämpfen und der viel zu erzählen hat.

Mit diesen Voraussetzungen liegt es wohl auf der Hand, dass wir von Kynda Gray in Zukunft noch einiges hören werden.

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