Palästinensische Familie auf dem Weg nach Rafah, um aus Gaza zu fliehen (Foto: IMAGO, IMAGO / UPI Photo)

Krieg

Flucht aus Gaza für 10.000 US-Dollar: Keine Garantie für die Menschen

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Aslı Kaymaz
Asli Kaymaz (Foto: SWR DASDING)
Zilan Hatun
Autorenprofil Zilan Hatun (Foto: SWR, privat Zilan Hatun)

So verdienen Reisevermittler an dem Krieg: Für Sicherheit zahlen Menschen einen Haufen Geld. Hat Ägypten damit zu tun?

Wer aus Gaza fliehen möchte, hat nur einen Weg: Die Grenze zu Ägypten in Rafah. Es ist der einzige Übergang, der nicht von Israel überwacht wird. Doch es kostet. Zwischen 4.500 und 10.000 US-Dollar zahlen Flüchtende pro Kopf, um irgendwann in Sicherheit zu kommen. Manche warten vier Wochen, andere länger, um Gaza verlassen zu können. Diese Informationen stammen vom Investigativ-Netzwerk OCCRP (Organized Crime and Corruption Reporting Project).

Kurzer Kontext: Ein normaler Haushalt in Gaza verdient etwa 1.400 US-Dollar pro Jahr.

Sie geben alles für die Hoffnung auf Ausreise

Manche Familien verkauften ihren gesamten Familienschmuck, andere sammelten gemeinsam mit Verwandten im Ausland Geld, manchmal über Online-Kampagnen. Sie hoffen, dass die Behörden ihnen die Ausreise erlauben, sagen Befragte gegenüber der OCCRP. Auch Connections können zur Zeit wohl nicht helfen. Auch vor Betrug sind sie nicht geschützt. Das soll drei Befragten in Gaza passiert sein, berichtet die Organisation. Die Menschen haben oft keinen Anspruch mehr auf das Geld, auch wenn sie es nicht aus Gaza schaffen.

Es ist ein hoher Preis, aber wir haben keine andere Chance, um dem Tod zu entkommen.

Mischen ägyptische Behörden im Vermittlungsbusiness mit?

Diese Art von Anschuldigungen gab es immer wieder. Der Leiter des Staatsinformationsdienstes, Diaa Raschwan, wies diese zuletzt als "falsch" und "beruhend auf unglaubwürdigen und ungeprüften Quellen" zurück. Aber: Es gibt eine Firma, die bei den Vermittlungen immer wieder auftaucht - und diese hat enge Connections zu ägyptischen Sicherheitsbehörden. Dort arbeiten wohl auch Ex-Militäroffiziere, die gewisse Prozesse an den Kontrollpunkten beschleunigen können. Laut UN-Büro sollen beide Seiten der Grenze bestechlich sein. Mit Schmiergeld soll es leichter gehen.

Aktuell sieht es in Gaza so aus:

Israel-Hamas-Krieg Gazastreifen: Mindestens jedes zweite Gebäude beschädigt oder zerstört

Im gesamten Gazastreifen sollen Wohngebiete verwüstet sein. Beliebte Einkaufsstraßen seien nur noch Schutt und Asche.

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